22:44 19 August 2017
SNA Radio
    Meinungen

    Hubble: Das Auge der Erde

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 6 0 0
    MOSKAU, 23. Oktober (Andrej Kisljakow für RIA Novosti). Schon bald werden wir wieder Informationen über das All erhalten, nach denen Mensch so sehr strebt.

    Die ferngesteuerte Reparatur an der Steuerung des NASA-Teleskops Hubble ist erfolgreich abgeschlossen worden. Nun haben die sieben Astronauten des Raumschiffs "Atlantis", dessen Start im kommenden Februar bevorsteht, binnen elf Tagen im Observatorium auch andere Instandsetzungen vorzunehmen: Sie müssen einen Teil der Geräte, die ausgefallen sind, ersetzen. Dazu ist ein fünfmaliger Ausstieg in den freien Weltraum notwendig.

    Das 11,6 Tonnen schwere Hubble-Teleskop wurde 1990 von einem Space Shuttle in eine Erdumlaufbahn gebracht. Dank seinen Möglichkeiten, die alle bisher auf der Erde gebauten analogen Geräte übersteigen, vermittelt Hubble den Astronomen tiefere Einblicke in die Weiten des Universums und erlaubt ihnen die Beobachtung zahlreicher Weltraumobjekte.

    Die konstruktiven Besonderheiten erlauben es, das Teleskop im Orbit einzufangen und in eine Sektion des Raumschiffs zu bringen. Die Astronauten und Ingenieure können in das freie Weltall aussteigen, um Geräte instand zu setzen oder auszutauschen. Sollte eine Generalüberholung notwendig sein, so wird das Teleskop in der Frachtsektion des Space Shuttle zur Erde und dann erneut in den Orbit gebracht werden.

    Seitdem es Hubble gibt, wurde es dreimal instand gesetzt. 1997 ersetzten die Astronauten viele Geräte und verlegten neue Wärmeisolierungsschichten. 1999 wurden sechs neue Gyroskope montiert sowie ein neuer Computer mit einem im Vergleich zum früheren 20-mal schnelleren Prozessor angebracht, der eine Digitalaufzeichnung auf Magnetband ermöglicht. 2002 kamen neue Sonnenbatterien hinzu und der Beobachtungsraum wurde perfektioniert.

    Gesagt sei, dass der bevorstehende Start einer Raumfähre für die vierte Instandsetzung dieses Teleskops das gesamte Space-Shuttle-Programm beträchtlich beeinflusst. Denn gemäß NASA-Plänen beenden die mehrfach nutzbaren Raumschiffe gegen 2010 ihre Mission. Bei den restlichen Flügen müssen aber noch internationale Verpflichtungen über den Abschluss des ISS-Aufbaus erfüllt werden.

    Trotzdem sieht die NASA die Möglichkeit eines speziellen Shuttle-Flugs zur Sanierung ihres Teleskops. Übrigens bestehen wenig Zweifel daran, dass notfalls in den ohnehin dicht gedrängten Zeitplan ein weiterer Flug aufgenommen wird.

    Es ist so, dass das Weltraumteleskop ein ungewöhnlicher und auch sehr großer Satellit ist. Die Informationen, die von dem Observatorium eintreffen, sind einmalig, sie ermöglichen es, auf der Erde Prozesse zu modellieren, die im fernen Weltraum vor sich gehen. Auf diese Weise erhalten die Wissenschaftler die Möglichkeit, weit entfernte physikalische Erscheinungen zu antizipieren, die das Schicksal unseres Planeten stark beeinflussen können.

    Seit dem Start hat das Teleskop 100 000 Erdumkreisungen absolviert und eine Entfernung von 3,84 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Hubble hat 800 000 Beobachtungen durchgeführt und ungefähr 500 000 Fotos von mehr als 25 000 verschiedenen Objekten geliefert. Insgesamt hat die NASA inzwischen vom Observatorium einen Datenumfang erhalten, der einem Viertel der in der Bibliothek des US-Kongresses aufbewahrten Informationen entspricht.

    Leider kann sich Russland nicht rühmen, ein dermaßen langzeitliches und erfolgreiches Programm von Raumteleskopen zu haben. Aber erstens gibt es Perspektiven, und zweitens hat bereits 1998 das Institut für Raumforschungen der Russischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der französischen Raumbehörde das Kurzzeit-Programm "Granat" ausgearbeitet und verwirklicht. In seinem Rahmen wurde ein Röntgenteleskop zur Erforschung ferner Raumobjekte gestartet.

    Das einheimische Programm "Radiostron" sieht die Erforschung von Schwarzen Löchern und Neutronensternen in unserer Galaxis vor. Dazu soll die Raumsternwarte Spektr-R dienen, die im Raumfahrtunternehmen "Lawotschkin" und dem astronomischen Zentrum des Moskauer Instituts für Physik der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt wurde.

    Dieser 3,6 Tonnen schwere Satellit wird mindestens fünf Jahre in Betrieb bleiben. Ein Charakteristikum des Programms ist die gleichzeitige Arbeit sowohl des Orbitalapparats als auch eines Netzes von irdischen Radioteleskopen. Das wird es ermöglichen, eine Radioquelle mit irdischen und einem Weltraum-Teleskop nach gleichem Frequenzstandard synchron zu beobachten.

    Der Start des Teleskops Spektr-R mit einer Zenit-2-Trägerrakete ist für Ende 2009 geplant.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren