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    Armee-Reform erfasst erste Divisionen bei Moskau

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    MOSKAU, 21. November (Ilja Kramnik, RIA Novosti). Die Umstrukturierung der russischen Armee hat begonnen.

    Als erste sollen die berühmte 2. motorisierte Schützendivision Tamanskaja sowie die 4. Panzerdivision Kantemirowskaja in Brigaden transformiert werden.

    Die beiden Divisionen gehören zum Moskauer Militärbezirk. Auf ihrer Grundlage sollen vier Brigaden entstehen, wobei die zahlenmäßige Gesamtstärke um die Hälfte auf 18 000 bis 20 000 Mann steigen soll. Eine jede Brigade wird also zwischen 4000 und 5000 Soldaten und Offiziere zählen. Ob das viel oder wenig ist, ist es jetzt schwer zu sagen. Denn die organisatorische Struktur der Brigaden ist noch unklar.

    Unklar ist ferner, wie einzelne Bataillone strukturiert werden, ob und wie die Artillerie von den Luftabwehr-Einheiten getrennt wird. Auch ist unbekannt, wie die operativen Kommandos aussehen und mit dem Bezirkskommando zusammenwirken werden. Mutmaßungen anzustellen, wäre unvernünftig.

    Es erhebt sich die Frage nach Transparenz der Militärreform. Natürlich gibt es Dinge, die unter die Kategorie der Staatsgeheimnisse fallen. Dennoch müsste es bei der Transformation derart berühmter Verbände wie die Tamanskaja- oder Kantemirowskaja-Division ein Minimum an Offenheit geben.

    Die Tamanskaja-Division (vollständig: die 2. motorisierte mit dem Orden der Oktoberrevolution, Orden des Roten Banners und Suworow-Orden ausgezeichnete und nach Michail Kalinin benannte Garden-Schützen-Division Taman) wurde 1940 im ukrainischen Charkow als 127. Schützendivision gebildet.

    Sie war bereits in den ersten Monaten im Großen Vaterländischen Krieg im Einsatz und wurde als eine der ersten im September 1941 mit dem Gardebanner ausgezeichnet und in 2. Garde-Schützendisivion umgetauft. Für erfolgreiche Kampfeinsätze bei der Befreiung der Schwarzmeerstadt Noworossisk und der Halbinsel Taman erhielt die Division den Beinamen Tamanskaja.

    Der letzte Kampfeinsatz der Division im Zweiten Weltkrieg fand am 17. April 1945 auf der Samland-Halbinsel in Ostpreußen statt. Nach Kriegsende wurde sie in die motorisierte Schützendivision umbenannt und unweit von Moskau stationiert. Die Einheiten der Division nahmen ständig an den Militärparaden auf dem Roten Platz sowie an politischen Ereignissen wie dem Sturz von Lawrenti Beria von 1953, dem August-Putsch von 1991 und der Verfassungskrise vom Oktober 1993 teil. Auch bei den beiden Tschetschenien-Kriegen kamen die Einheiten der Tamanskaja-Division zum Einsatz und zeigten hervorragende Fertigkeiten.

    Nicht weniger ruhmreich ist die Kantemirowskaja-Division (offiziell: 4. mit dem Lenin- und Rotbanner-Orden ausgezeichnete, nach Juri Andropow benannte Garde-Panzerdivision Kantemirowskaja), die ebenso wie die Tamanskaja-Division im Rayon Naro-Fominsk bei Moskau stationiert ist. Sie wurde im Frühjahr 1942 als 17. Panzerkorps aufgestellt. Bei den Gefechten am Don erlangte das 17. Panzerkorps Ruhm und wurde 1943 mit dem Gardebanner ausgezeichnet. Zum Kriegsende am 9. Mai 1945 befand er sich im Raum Prag.

    Im Herbst 1945 wurde das 17. Garde-Panzerkorps in die 4. Panzerdivision transformiert. Ebenso wie die Tamanskaja-Division wurde die Kantemirowskaja-Division regelmäßig an Militärparaden auf dem Roten Platz beteiligt. Anlässlich des Berufsfeiertags der Panzertruppen marschierte die Division am 8. September 1946 vollständig über den Roten Platz.

    Ebenso wie die Tamanskaja-Division war die Kantemirowskaja-Division an den blutigen Ereignissen von 1991 und 1993 in Moskau und den beiden Tschetschenien-Kriegen beteiligt.

    Die Tamanskaja-Division und die Kantemirowskaja-Division gehören zum „goldenen Fonds“ der Armee. Ohne solche Traditionshüter wie sie hat keine mächtige Armee Bestand. Das Kommando der Streitkräfte versichert, dass die Brigaden, die auf ihrer Grundlage aufgestellt werden, alle Ehrentitel und Banner beibehalten werden. Es ist zu hoffen, dass das auch so wird. Denn die Regalien und Fahnen dieser ruhmvollen Verbände dürfen nicht in den Museumsvitrinen landen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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