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    Krise hilft Russland, seine Positionen auf Waffenmarkt Lateinamerikas auszubauen * Gazprom will sich gegen künftigen Preis- und Gewinnrückgang absichern * Staat rettet Abramowitschs Hütten * Immer größere Spannungen auf dem Arbeitsmarkt * Die Russen trinken wegen der Finanzkrise anders 

    MOSKAU, 24. November (RIA Novosti)

    „Wedomosti“: Krise hilft Russland, seine Positionen auf Waffenmarkt Lateinamerikas auszubauen

    Die globale Finanzkrise hilft Russland, seine Positionen auf dem lateinamerikanischen Waffenmarkt auszubauen und fast auf gleichem Niveau mit den Amerikanern und Brasilianern zu konkurrieren. Darüber schreibt das Wirtschaftsblatt „Wedomosti“ vom Montag.

    Die russische Rüstungsbranche befindet sich zurzeit in einer schwierigen Lage, wie auch die nationale Wirtschaft insgesamt. Nach Angaben des Zentrums für Technologie- und Strategieanalyse befinden sich viele russische Rüstungshersteller in einer sehr schweren Situation. Die Geldströme haben sich extrem verlangsamt, es gibt keine Liquidität.

    All das macht den Unternehmen mächtig zu schaffen. Die angestiegene Inflation führt dazu, dass die Betriebe der russischen Rüstungsindustrie viel mehr für die Zulieferteile und den Transport bezahlen müssen.

    Laut den Experten des Zentrums für Technologie- und Strategieanalyse hat die Regierung es verpasst, rechtzeitig Anti-Krisen-Maßnahmen für die Rüstungsbranche auszuarbeiten und in die Wege zu leiten. Daher seien hier Schließungen und betriebsbedingte Kündigungen denkbar, so die Experten des Zentrums.

    Die Notwendigkeit, den Gürtel enger zu schnallen und die Budgetausgaben zu kürzen, wird sich wohl negativ auf den weltweiten Rüstungsmarkt auswirken. In der Zeit von 2000 bis 2007 wuchsen die globalen Waffenlieferungen insgesamt von 22 auf 55,1 Milliarden US-Dollar, darunter auch die Waffenlieferungen aus Russland von 3,7 auf 7,5 Milliarden. Nun aber werden die meisten Staaten sich wohl gezwungen sehen, die Beschaffung für ihre Armeen zu kürzen.

    Doch diese Kürzungen könnten für die russische Rüstungsbranche sogar von Nutzen sein. Daher sind die für diese Woche geplanten Reisen des russischen Staatschefs Dmitri Medwedew nach Brasilien und Venezuela äußerst interessant. Einige Staaten haben die „fetten Jahre“ verpasst und ihre Armeen nicht umgerüstet. Dann kam die Krise, doch auf die Umrüstung der Armee zu verzichten können sich diese Staaten nicht leisten, das würde einen Verlust an Kampfkraft ihrer Armeen bedeuten.

    Zu diesen Staaten gehören laut Informationen des US-amerikanischen Forschungszentrums „Forecast International“ Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Venezuela. Caracas ist schon jetzt bereit, Waffen im Wert von 4,4 Milliarden US-Dollar in Russland zu kaufen.

    Traditionell kaufen die lateinamerikanischen Staaten ihre Waffen (Kampfjets, Kriegsschiffe usw.) in den USA. Brasilien aber bevorzugt in den letzten Jahren Waffen aus eigener Produktion. Doch in der Krisenzeit sind die russischen Rüstungsgüter durchaus in der Lage, mit den amerikanischen, europäischen oder brasilianischen Erzeugnissen der Rüstungsbranche zu konkurrieren. Russische Kampfjets, Hubschrauber, Schützenpanzer, Fla-Systeme sowie Schützenwaffen sind der Qualität nach mit den amerikanischen Rüstungsgütern vergleichbar und dazu noch um 20 bis 40 Prozent günstiger.

    Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Steuerung dieser Technik für Soldaten mit einem geringen Ausbildungsniveau leichter ist. Auch lässt sich die russische Technik selbst unter Feldbedingungen leicht reparieren.

    Nach einigen Angaben beabsichtigt Brasilien, in Russland Jagdbomber vom Typ Su-35 zu kaufen sowie russische Hilfe beim Bau eines eigenen U-Bootes in Anspruch zu nehmen.

    "$martMoney": Gazprom will sich gegen künftigen Preis- und Gewinnrückgang absichern

    Der russische Gaskonzern wünscht sich nichts so sehr, als sofort von der Ukraine die 2,4 Milliarden US-Dollar Gasschulden zu erhalten, schreibt die Zeitschrift "$martMoney" am Montag.

    Die russischen Gasunternehmer haben jetzt ernsthafte Gründe, an die Rückerstattung der Schulden zu denken. Im kommenden Sommer wird für sie eine schwere Zeit anbrechen. Statt der erwarteten 500 Dollar pro 1000 Kubikmeter, was erst vor wenigen Monaten noch real erschien, kann der Gaspreis bis auf 200 Dollar abfallen.

    Da der Gaspreis mit dem Ölpreis auf den Weltmärkten mit einem zeitlichen Schritt von 6 bis 9 Monaten verbunden ist, wird Gazprom den drastischen Rückgang der Ölpreise im kommenden Frühjahr zu spüren bekommen. Einen zusätzlichen Druck auf den Preis wird auch die abnehmende Nachfrage nach Gas wegen des warmen Winters und der Wirtschaftskrise ausüben. Also muss der Konzern schon jetzt für die Senkung der Ausgaben und eine Revision des Investprogramms Sorge tragen.

    Das ist ein empfindliches Thema für Gazprom. Der Investitionsbedarf des Unternehmens steigt von Jahr zu Jahr, da die Gewinnung in den alten Vorkommen abnimmt: Statt der in diesem Jahr erwarteten 561 Milliarden Kubikmeter werden es nur 552 bis 553 Milliarden sein.

    Um den Inlandsmarkt zu decken und den Exportverpflichtungen nachzukommen, müssen neue Vorkommen in Betrieb genommen werden. Die Erschließung des Bowanenkowskoje-Vorkommens auf Jamal zum Beispiel wird mindestens 100 Milliarden US-Dollar erfordern. Früher fiel es Gazprom leicht, westliches Geld heranzuziehen, aber jetzt ist das selbst für solche erstklassigen Kreditnehmer kompliziert.

    Die russischen Banken sind zwar bereit, Gazprom Kredite auszureichen: Vier der Banken haben vor kurzem eine Kreditlinie von insgesamt 50 Milliarden Rubel eröffnet. (1 Euro = ca. 34,5 Rubel.) Aber das macht nur die Hälfte der ukrainischen Schulden aus.

    In einer solchen Situation ist jede, selbst theoretische Möglichkeit wichtig, sich gegen den künftigen Preisabstieg und eine dramatische Gewinnabnahme abzusichern. Gazprom möchte die nicht sehr angenehmen Erfahrungen der Ölindustriellen nicht erleben.

    Nicht von ungefähr begann gerade in diesem Herbst die seit langem erörterte Idee, eine Gas-OPEC zu schaffen, reale Konturen anzunehmen. Schon in dieser Woche könnte die Satzung des Forums der Gas exportierenden Länder vereinbart werden. Seine Bestätigung ist Ende Dezember bei einem Treffen der Energieminister in Moskau möglich.

    Zum erwähnten Forum gehören die weltgrößten Gasproduzenten: Russland, Iran, Algerien, Indonesien, Libyen, Malaysia, Nigeria, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Ägypten, Trinidad und Tobago sowie Venezuela. Hierbei entfallen rund 70 Prozent des europäischen Gasimports auf Russland, Algerien und Nigeria. Den restlichen Bedarf decken Norwegen (will den Treffen des Forums als Beobachter beiwohnen) und die Niederlande.

    Zwar ist von einer Monopolabsprache und einer Preiskontrolle keine Rede, aber die Produzenten könnten ihre Stellungen auch mit anderen Methoden festigen. Beispielsweise durch die Aufteilung der Exportmärkte unter sich. In diesem Fall könnten sich die europäischen Länder von ihrem Traum von der Diversifizierung der Gaslieferungen und einer verminderten Abhängigkeit von Russland verabschieden.

    "Wedomosti": Staat rettet Abramowitschs Hütten

    Die Evraz Group hat ihre Rettung bei der Außenwirtschaftsbank VEB gefunden, schreibt die russische Zeitung "Wedomosti" am Montag.

    Am vergangenen Freitag billigte der Aufsichtsrat der staatlichen Korporation einen Kredit von 1,8 Milliarden Dollar für diese im Bergbau und Hüttenwesen vorherrschende Gruppe.

    Der Aufsichtsrat der VEB habe die Beteiligung an der Refinanzierung einer Reihe von Geschäften der Bergbauindustrie und der Mikroelektronik für insgesamt circa zwei Milliarden Dollar gebilligt, hat die Bank am Freitag bekannt gegeben. Wer konkret die Anleihen bekommt, verrät die VEB nicht. Doch eine dem VEB-Ausichtsrat nahestehende Quelle präzisierte, dass ein Kredit für die Evraz Group bestimmt sei.

    Die Gruppe habe die Bank um 1,8 Milliarden Dollar ersucht und werde diesen Betrag auch bekommen, hat ein Manager einer Gesellschaft der Hüttenindustrie, die bei der VEB ebenfalls einen Antrag einreichte, von VEB-Mitarbeitern gehört. Über die Kreditbedingungen konnten die Gesprächspartner der "Wedomosti" nichts sagen. Vertreter der Evraz Group verweigerten jeden Kommentar.

    Die Aktien der Evraz Group gehören zu 72,9 Prozent der Lanebrook Ltd. (Roman Abramowitsch und seine Partner, Alexander Abramow, Alexander Frolow). Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,65 Milliarden Dollar. Der Gewinn für die ersten neun Monate von 2008 wird auf 17,1 Milliarden Dollar (Angaben der Gesellschaft) beziffert.

    Die Gesamtschuld der Evraz Group belief sich Ende September auf ca. 10,24 Milliarden Dollar, wobei 800 Millionen davon einen Teil der Anleihe darstellen, die für den Kauf der kanadischen Ipsco-Aktiva aufgenommen wurde, schreibt Dmitri Smolin, Analyst von Uralsib. Seinen Informationen zufolge wurden diese Aktiva der Bank als Pfand gegeben. Würde Evraz den Kredit nicht tilgen, könne die Gruppe die Aktiva verlieren.

    "Einfach super, diese Neuigkeit!", sagt Smolin. "Das bedeutet, dass der Staat bereit ist, zur Krisenzeit den Unternehmen im Hüttenwesen und Bergbau zu Hilfe zu kommen." VEB-Analyst Alexander Puchajew stimmt dem zu: Für alle reiche das Geld nicht, deshalb sei es tatsächlich wichtig.

    Der Staat hat der VEB zwecks Refinanzierung der Schulden von Unternehmen und Banken 50 Milliarden Dollar überlassen. Durch den Beschluss vom Freitag sind 10 Milliarden davon bereits ausgegeben. Im Oktober billigte VEB Kredite von 7,5 Milliarden Dollar. Davon erhielt die UC Rusal 4,5 Milliarden und die Alfa Group zwei Milliarden Dollar. Ende Oktober sagte VEB-Chef Wladimir Dmitrijew, bei der Bank seien Anträge für mehr als 100 Milliarden Dollar eingegangen.

    Zu den anderen am Hüttenwesen beteiligten Unternehmen, die mit der VEB verhandeln, gehören Severstal, Mechel und TMK (Metallrohre). Die VEB habe, wie Quellen in den genannten Unternehmen behaupten, nichts gegen die Finanzierung. Am Freitag seien ihre Anträge nicht behandelt worden, versichern die Mitarbeiter der Zeitung.

    Aber die Untertnehmen brauchen das Geld nicht unbedingt sofort. Severstal ersucht die VEB um 325 Millionen US-Dollar zur Tilgung von Eurobonds. Der Stichtag sei im Februar, stellt Puchajew fest. Die Gesamtschuld von TMK belaufe sich auf drei Milliarden Dollar, etwa eine Milliarde Dollar habe die Gesellschaft für den Kauf amerikanischer Betriebe der Ipsco aufgenommen. 300 bis 400 Millionen Dollar von ihrem Schuldenbetrag hat sie bereits refinanziert. Der Rest von 600 Millionen ist im Frühjahr zurückzuzahlen. Die Gesamtschuld von Mechel beträgt ca. 4,8 Milliarden Dollar, davon rund zwei Milliarden Dollar kurzfristig. Die Rückerstattung der weiteren Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ist im April bis Mai 2009 fällig.

    "RBC Daily": Immer größere Spannungen auf dem Arbeitsmarkt

    Laut Angaben des russischen Statistikamtes Rosstat ist in Russland die Arbeitslosenzahl im Oktober um 1,7 Prozent auf 4 624 000 gestiegen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    Hierbei ist die Zahl der offiziell gemeldeten Beschäftigungslosen zurzeit rückläufig. Das Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung, der Russische Industriellen- und Unternehmerverband (RSPP) und die Gewerkschaften haben vereinbart, sich jede Woche zu treffen, um Informationen auszutauschen und hilfsbedürftige Produktionsunternehmen festzustellen.

    Noch vor etwa zwei Wochen ergab sich aus der offiziellen Schätzung, dass die Krise auf den Arbeitsmarkt nicht übergreife. Anfang November versicherte Maxim Topilin, stellvertretender Minister für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung, die erwarteten Entlassungen würden nicht über das statistische Mittel hinausgehen. Die Verkürzung der Arbeitswoche bei den Autowerken von KamAS und GAS sowie im Hüttenkombinat von Magnitogorsk (MMK) seien, sagte er, planmäßig gewesen.

    Doch nach Angaben der Föderation der unabhängigen Gewerkschaften flaut die Geschäftstätigkeit in verschiedenen Wirtschaftszweigen (Hüttenwesen, Bauindustrie, Maschinen-, Automobilbau) ab, es kommt zu Verzögerungen bei den Verrechnungen für erfüllte Aufträge und Arbeiten, darunter für staatliche Aufträge (Leichtindustrie und Radioelektronik). Als Folge werde in den Betrieben eine verkürzte Arbeitswoche eingeführt oder das Personal abgebaut.

    Laut Rosstat-Angaben sinkt die Zahl der offiziell registrierten Beschäftigungslosen in Russland nach wie vor: von 1 552 000 zu Jahresbeginn auf 1 245 000 im Oktober.

    Innerhalb von nur zwei Wochen ist die Zahl der Betriebe, die dem Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung bevorstehende Massenentlassungen gemeldet haben, auf beinahe 4000, das heißt ungefähr das Vierfache, gestiegen.

    Darüber berichtete Fjodor Prokopow, Vizepräsident des RSPP, nach den Anhörungen in der Russischen dreiseitigen Kommission zur Regelung der Sozial- und Arbeitsbeziehungen. "Das Risiko der Stilllegung von Unternehmen mit Übergang zu einer verkürzten Arbeitswoche oder einer Stilllegung für einen Monat gewinnen Realität", so sein Kommentar.

    Die Personalagentur Ankor schätzt den Anteil der russischen Unternehmen, in denen Entlassungen vollzogen oder in Vorbereitung sind, auf 30 Prozent. Dabei geht es hauptsächlich um den Produktionssektor: Produktion und Absatz von Waren, Logistik usw. Bei einigen Betrieben kommt zum direkten Personalabbau noch unbezahlter Urlaub hinzu.

    "Der Staat hat den Banken Geld für die Kreditierung gegeben, doch entweder erreichen die Beträge die Betriebe nicht, und wenn, dann zu Wucherzinsen von mehr als 30 Prozent", sagte Michail Schmakow, Leiter der Föderation der unabhängigen Gewerkschaften. "Wir haben keine Betriebe im Produktionssektor, die mit solchen Krediten arbeiten könnten."

     „Nowyje Iswestija": Die Russen trinken wegen der Finanzkrise anders 

    Die Warenlager in Russland sind voll mit Alkohol, der keinen Absatz findet. Darüber schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija" vom Montag.

    Die eingelagerten Alkoholmengen sind zurzeit vier bis sechs Mal größer als im Vorjahr. Laut Experten haben die Russen wegen der Krise weniger Hang dazu, Spirituosen in solchen Umfängen wie früher zu konsumieren. Es gibt aber auch eine andere Version: Der russische Normalverbraucher hat sich auf illegal hergestellte und daher auch billigere alkoholische Getränke umgestellt, wobei die Nachfrage im Großen und Ganzen auf dem früheren Niveau geblieben ist.

    „Es gibt einen Überschuss, die übermäßigen Warenvorräte sind in diesem Jahr in der Tat größer, als im Vorjahr, doch bei weitem nicht um eine Größenordnung, wie behauptet wird", sagte Vadim Drobis von der Russischen Industrie- und Handelskammer. Dabei sei es offensichtlich, dass die Nachfrage nicht geringer geworden sei, um so mehr, wenn man bedenke, dass die Neujahrsfeiertage näher rücken würden.

    Fast jeder Russe werde auf die eine oder andere Weise eine Möglichkeit finden, um sich Hochprozentiges für das Neujahrsfest zu beschaffen, und es sei ihm egal, wenn er danach vielleicht bis über die Ohren in Schulden stecken würde, so Vadim Drobis.

    Die Krise habe nicht den Konsum, sondern die Struktur des Marktes geändert, sagt Drobis weiter. Die legal hergestellten Spirituosen, in erster Linie Wodka, würden in der Tat weniger gekauft, der Einzelhandel habe Verkaufseinbußen zu verzeichnen, doch das bedeute nicht, dass der Spirituosenmarkt abgenommen habe.

    „Die Einbußen im legalen Sektor werden durch die wachsenden Gewinne im illegalen Sektor ausgeglichen", sagt Vadim Drobis. Die Kredite seien teuerer geworden, daher sei auch die legale Produktion alkoholischer Getränke geschrumpft, unterstreicht Drobis weiter. Die finanzielle Lage sei überall schwer, sowohl in der Produktion als auch im Einzelhandel. Cognak und Sekt würden weniger hergestellt, der legale Wodka sei zu teuer geworden (ab 75 Rubel je Flasche, ca. 2 Euro), daher habe sich der Normalverbraucher auf die illegal hergestellten und daher auch billigeren Spirituosen umgestellt.

    Die Prognosen geben wenig Grund zum Optimismus. Alle Recherchen sagen für das kommende Jahr eine markante Krise des Alkoholmarktes in Russland voraus. Die teuren Kredite werden manche Betriebe in den Ruin treiben. 2009 wird die Zahl der im Alkoholbereich tätigen Betriebe wohl um die Hälfte zurückgehen.

    Die billigeren legalen Wodkasorten (bis 100 Rubel, ca. 3 Euro) werden fast vollständig von nachgemachten illegalen Marken verdrängt sein (gegenwärtig beträgt dieser Anteil 40 Prozent). Die Experten sehen schwarz. Die Bars und Restaurants, wo Spirituosen normalerweise mit einem teilweise 500-prozentigen Aufschlag verkauft werden, werden wohl leer stehen, die Russen werden wohl ihre Sorgen und ihren Frust zu Hause im Alkohol ertränken.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.