16:37 16 Januar 2018
SNA Radio
    Meinungen

    Asien-Tour: Clinton schlägt neuen Ton an

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    MOSKAU, 21. Februar (Dmitri Kossyrew, RIA Novosti).

    US-Außenministerin Hillary Clinton hat auf ihrer ersten Auslandsreise hingewiesen, dass die USA ihre Haltung zu Myanmar und Nordkorea ändern wollen.

    Was Myanmar (ehemals Burma) betrifft, so hat Clinton auf einer Pressekonferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zugegeben, dass die US-Sanktionspolitik in Bezug auf Myanmars Militärherrschaft nichts gebracht hat. Deswegen sei Barack Obamas Administration bereit, neue Ideen in Betracht zu ziehen.

    Es geht nicht um ein einziges Land, sondern um zehn: Die regionale Staatengemeinschaft ASEAN, die die Schlüsselregion in Südostasien umfasst und zu der auch Myanmar gehört. Es geht auch um das klassische Verfahren der US-Politik, in dem in einer Region „der Böse" bestimmt wird, der alle seine Nachbarn in eine Krise stürzt und Amerika gleichzeitig den Schiedsrichter, den Richter, den Henker oder sonst welche Rollen spielt.

    Es geht nicht nur darum, dass die Politik der amerikanischen und europäischen Sanktionen gegen Myanmars Militärregime nur die amerikanischen und europäischen Unternehmen aus dem Land verdrängt, aber nichts an seiner Politik verändert hat. Wichtiger ist, dass Washingtons Flop in Myanmar die USA in eine Art Außenseiterstaat in Südostasien (in der Politik, nicht in der Wirtschaft) verwandelt hat.

    Denn die ASEAN hat das nicht sonderlich innig geliebte, aber doch nicht fremde Regime Myanmars erfolgreich unter ihre Fittiche genommen. China, Indien und Russland haben in dieser Hinsicht ebenfalls ihre Positionen in der Region gestärkt, da sie in dieser Sache die ASEAN unterstützen und dabei die Wirtschaftsbeziehungen mit Myanmar förderten.

    Das zweite Wunder betrifft Nordkorea. Der Hinweis darauf kam ziemlich leise und nicht in Seoul, wo Clinton nach ihrem Jakarta-Besuch war, sondern noch vor der Reise bei einer Pressekonferenz in Alaska. Die US-Außenministerin sagte, dass sich die Geheimdienste über den Ausmaß des nordkoreanischen Urananreicherungsprogramms Diskussionen liefern.

    Washington habe das Rahmenabkommen zwischen den USA und Nordkorea von 1994 wegen nichts anderem als dem Verdacht auf ein Uranprogramm platzen lassen, sagte sie. Danach hätten die Nordkoreaner angefangen, Plutonium mit dem Ergebnis zu verarbeiten, dass sie jetzt im Gegensatz zu früher über Atomwaffen verfügten.

    Es wurde mehrmals geschrieben, dass die gesamte Korea-Krise durch offenkundig ausgedachte Vorwürfe gegen Pjöngjang wegen eines angeblichen geheimen Uranprogramms provoziert wurde. Genauso erging es Saddam Hussein, der wegen der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen angeklagt wurde.

    Jene Beschuldigungen erwiesen sich als falsch, obwohl das weder Saddam Hussein noch Irak half. Nordkorea bekam Hilfe von Südkorea, China und Russland, die die Sechser-Verhandlungen in Peking mit den USA und Japan organisierten. Damit halfen die Staaten auch sich selbst.

    Mit Clintons Zugeständnis ist auch eine neue Korea-Politik von Washington zu erwarten.

    Für Sturköpfe, die alles Amerikanische von vornherein ablehnen, ist Clintons Vorgehen ein Dorn im Auge. Denjenigen, die an einen neuen Stil und neue Töne im Auftreten der USA in der Welt glauben wollen, gibt das Geschehene Grund für vorsichtigen Optimismus und für eine Revision der eigenen Stereotypen.

     

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren