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    Weltweite Hungerkrise: Schwierige Schuldsuche

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    MOSKAU, 24. Februar (Andrej Fedjaschin, RIA Novosti). Das World Agricultural Forum versammelte sich vollständig in Ugandas Hauptstadt Kampala, um nach den Ursachen des weltweiten Hungers zu suchen.

    Vom 24. bis 26. Februar wird auf dem Kongress diskutiert, was mit der Landwirtschaft anzustellen sei, um die gesamte Menschheit und nicht nur einen kleinen Teil davon durchzufüttern.

    Das Forum tagt erstmals seit seiner Gründung in Afrika. Zuvor wurden alle Treffen im Hauptquartier in Saint Louis (US-Bundesstaat Missouri) durchgeführt. Missouri gehört zu den wichtigsten Landwirtschaftsregionen der Vereinigten Staaten, wo viele Agrarkonzerne ihren Hauptsitz haben.

    Das Landwirtschaftsforum ist eine junge und umstrittene Organisation. Sie wurde 1998 gegründet und 110 UN-Mitgliedstaaten, darunter auch Russland, nehmen regelmäßig an den Treffen teil. An den Forumstagungen nehmen Staats- und Regierungschefs, Politiker, Minister, Wissenschaftler, Experten, Journalisten und die Leiter der größten nationalen und supranationalen Konzerne teil.

    In anderen Worten lässt sich das Forum als Davos der Landwirtschaft bezeichnen. Genauso wie in Davos werden keine verbindlichen Entscheidungen getroffen. Es handelt sich um einen reinen Diskussionsclub.

    Doch der Hunger ist nach wie vor präsent, und die „noblen Gegenden“ der Welt ziehen es trotz aller Konferenzen und Gipfel vor, ihn nicht zu bemerken - für ihn sind wie zuvor die „Slums“ reserviert. Seit dem Römer Gipfel zur Lebensmittelsicherheit im vergangenen Jahr ist die Zahl der Hungernden und Unterernährten nach Schätzungen der UNO von 850 Millionen auf etwa 970 Millionen Menschen angestiegen. Jetzt wird sich das wegen der Bankenkrise und dem Mangel an Krediten noch verschärfen.

    Bislang lautete die übliche Lebensmittelformel in kurz gefasster Form, dass die Eigenversorgung der Entwicklungsländer ein hoffnungsloser Anachronismus sei und dass sie ihre Nahrungssicherheit vollständig durch preiswerte amerikanische oder europäische Landwirtschaftserzeugnisse gewährleisten könnten.

    Diese Methoden brachten Afrika und Asien nichts außer der vollständigen Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Jetzt versammeln sich dieselben Ärzte an ihrem Krankenbett, die sie in den heutigen Zustand versetzt haben.

    Die Experten des Weltlandwirtschaftsrats (IAASTD) warnen, dass die globale Landwirtschaft von Grund auf erneuert werden müsse. Dazu gehören ein umfassender Umbau des Lebensmittelhandels und eine grundlegende Änderung der Subventionssystems.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.

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