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    Uiguren-Konflikt: Warnzeichen für Obama und Medwedew

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    MOSKAU, 06. Juli (Dmitri Kossyrew, RIA Novosti). Wen gefährden die Unruhen im westchinesischen Ürümqi, der Hauptstadt der Autonomen Region Xinjiang? Kann sich der Konflikt über die Grenzen der Unruheprovinz ausweiten?

    Ohne Zweifel. Schlimmstenfalls könnte die Ausbreitung des Terrorismus der Uiguren Barack Obamas Außenpolitik in Nöte bringen (als deren Priorität der US-Präsident bekanntlich den afghanisch-pakistanischen Knoten betrachtet).

    Nicht weniger ernst könnte die "uigurische Gefahr" für Russlands Außenpolitik in Zentralasien werden. Fügt man hinzu, dass der Lauf der Ereignisse Moskau und Washington zur Annäherung und Zusammenarbeit in Zentralasien und Afghanistan drängt, so kann man sich vorstellen, dass die beiden Präsidenten jetzt der chinesischen Regierung, die in und um Ürümqi Ordnung schaffen will, Erfolg wünschen.

    Was in Ürümqi vor sich geht, ist völlig klar: eine von den Uiguren organisierte Provokation, bei der es schon im Voraus klar war, dass es zu Todesopfern kommen wird.

    Als Vorwand für die Krawalle dienten erstens die Ereignisse im fernen Shaoguan in Südchina, wo bei den Unruhen wegen Arbeitsentlassungen zwei Uiguren, offenbar von der Polizei, getötet wurden.

    Erst viel später gingen mehrere Hundert Menschen auf die Straßen der uigurischen Provinzhauptstadt. Meist waren das friedliche Demonstranten. Zugleich gingen weit weniger friedliche Uiguren daran, chinesische Geschäfte in der Stadt, Pkws und Busse in Brand zu stecken und Menschen zu überfallen, ohne vor der Polizei Halt zu machen.

    Zweitens ist eine "spontane Brandstiftung" eine komplizierte Sache, mit einem Feuerzeug kann ein Geschäft nicht in Asche gelegt werden, es gehört zumindest ein Benzinkanister dazu. Übrigens sahen die Vorkommnisse vom März vorigen Jahres in Lhasa, der Provinzhauptstadt von Tibet, einem weiteren Autonomiegebiet, genauso aus: Dass dort ausgebildete Provokateure am Werk waren, war offensichtlich.

    Davon zeugt auch eine ungewöhnlich hohe Opferzahl: Die Zahl vom Montag belief sich auf 140 Personen. Bei spontanen Straßenunruhen gibt es solche Zahlen nicht, meist läuft die Sache auf Verwundete hinaus.

    Die Uiguren und die Tibeter sind zwei chinesische Minderheiten mit mächtigen Diaspora im Ausland. Von diesen zwei Diaspora ist eben die uigurische für ihre kampflustigen Terroristengruppen bekannt, die mehrmals Terrorakte nicht nur in Xinjiang, sondern auch in chinesischen Großstädten verübten.

    Wenn die chinesischen Behörden voreilig auf "Spuren" hinweisen, "die ins Ausland führen", liegt das nur daran, dass dies in der Vergangenheit zweifellos der Fall war. Übrigens gibt es mehrere Varianten, keineswegs nur den in den USA befindlichen Weltkongress der Uiguren (WUC).

    Vor relativ kurzer Zeit hätte man "Spuren" wie in Kirgisien mit seinen Uiguren erwähnen können. Diese Spuren in Zentralasien bewogen - neben anderen Gründen - China bereits in den 90er Jahren dazu, auf das Projekt aufmerksam zu werden, das später die Bezeichnung Schanghaier Organisation der Zusammenarbeit (SOZ) erhalten sollte.

    Ürümqi ist heute eine Stadt, in die Kasachen, Kirgisen und andere Nachbarn der Region Xinjiang zum Shopping, zum Arzt und Vergnügen reisen. Ürümqi ist das Handels- und Wirtschaftszentrum einer sich allmählich formenden Wirtschaftszone, zu der alle Zentralasiaten, darunter ihre westchinesischen Brüder, gehören.

    Es bestehen heute also nicht zu viele Gründe dafür, dass die Terroristengruppen der chinesischen Minderheiten von zentralasiatischen Staaten unterstützt werden könnten.

    Folgender Umstand darf jedoch nicht unbeachtet werden: Bereits in den 80er Jahren wurde bekannt, dass die uigurischen Terroristen mit Untergrundorganisationen verbunden sind, die damals in Afghanistan und Pakistan erst in Entstehung waren (vergessen wir nicht, dass die Uiguren Moslems sind).

    Theoretisch ist all das also ein Teil der Probleme von Barack Obama und von Dmitri Medwedew ebenfalls.

    Wie sieht in diesem Zusammenhang die Situation mit den uigurischen Organisationen in den USA aus? Aber genauso wie auch die mit zahlreichen anderen ähnlichen Organisationen auf dem amerikanischen oder auch einem anderen Territorium. Angeblich werden sie von nichtstaatlichen US-Organisationen finanziert. Das ist ein Bestandteil der gestrigen (und gescheiterten) US-Politik, die übrigens das heutige Amerika noch nicht offen aufgegeben hat.

    In einem gewissen Sinne sollten solche Organisationen auch nicht sich selbst überlassen werden: Al Qaida hat gezeigt, was geschieht, wenn die einstigen Herren und Gebieter ihre Schöpfung zu finanzieren aufhören.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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