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    * Gazprom-Export im Juli rekordverdächtig * Joe Biden kritisiert ukrainische Regierung * Außenamtschefs Russlands und USA setzten Dialog fort * Öltransitstopp: Minsk wirft Moskau Umweltverschmutzung vor

    MOSKAU,   23 .  Juli  (RIA Novosti)

     

    Gazprom-Export im Juli rekordverdächtig - "RBC Daily"

    Der Juli verspricht Gazprom den bisher höchsten Gasexport, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Donnerstag.

    Laut Schätzungen von Analytikern weisen die Gaslieferungen an Europa gegenwärtig ein Tagesmittel von 400 Millionen Kubikmeter auf. Folglich wird der Juli-Export von Gazprom der höchste der letzten fünf Jahre sein.

    Freilich wird das den Gesamterlös nicht wesentlich beeinflussen: Laut Prognosen des Gasmonopolisten selbst werde er um beinahe 40 Prozent sinken.

    Anfang Juli erreichten die Gaslieferungen an Europa 400 Millionen Kubikmeter täglich. Wenn dieser Umfang bis Ende Juli nicht abnehme, werde der laufende Monat die durchschnittlichen Juli-Kennzahlen der letzten fünf Jahre und den Stand des vorigen Jahres um neun Prozent übersteigen, haben die Analysten der russischen Alfa-Bank berechnet.

    Die fieberhafte Nachfrage in Europa ist durchaus erklärbar: In Erwartung der sommerbedingten Senkung der Gaspreise (sie sind an die Ölpreise mit einer Verspätung von sechs Monaten gebunden) leeren die Europäer eifrig ihre unterirdischen Lager und füllen die Vorräte jetzt auf.

    In diesem Jahr hat der Gaskonzern seinen Export stark vermindert. Zu Jahresbeginn hing das mit dem Gaskonflikt in der Ukraine zusammen. Infolgedessen beliefen sich die Gazprom-Lieferungen an das Ausland zwischen dem 1. Januar und dem 15. März auf 24 Milliarden Kubikmeter gegenüber 40 Milliarden im Vorjahr.

    In der ersten Hälfte dieses Jahres hat Gazprom 60,4 Milliarden Kubikmeter exportiert und rechnet damit, im ganzen Jahr 142,1 Milliarden Kubikmeter Gas ins Ausland zu liefern.

    Valeri Nesterow, Analyst der Investmentgesellschaft Troika Dialog, betont, dass die unterirdischen Gasvorräte in diesem Jahr auf 20 Prozent zurückgegangen seien - gegenüber den 40 Prozent der vorangegangenen Jahre. Dem Experten zufolge bekämen die Europäer unter den heutigen Bedingungen sehr billiges Gas, was zu einem höheren Verbrauch führe.

    Nesterow zweifelt nicht daran, dass sich die Berichte über die zunehmende europäische Nachfrage auf Gazprom positiv auswirken würden, denn den größeren Teil von Erlös und Profit bringe dem Monopolisten nicht der Verkauf von Gas an die russischen Verbraucher, sondern sein Export.

    Gleichzeitig aber ist die Lage von Gazprom auf längere Sicht weniger positiv. In ihrer Monatsübersicht betonen die Analysten von Troika Dialog die stetige Verminderung des Gazprom-Anteils an den Gaslieferungen nach Europa. 1995 machte er 50,7 Prozent aus, 2008 waren es aber 34,8 Prozent. Gemäß den jüngsten CERA-Schätzungen könnte der Anteil 2009 und 2010 auf 32,6 beziehungensweise 31,6 Prozent zurückgehen, obwohl 2010 der russische Gasexport umfangmäßig größer sein werde als 2009.

    Joe Biden kritisiert ukrainische Regierung - "Kommersant"

    In seiner Ansprache vor Vertretern der ukrainischen politischen und Businesselite hat US-Vizepräsident Joe Biden bestimmte Pläne Washingtons dargelegt, die die Festigung der strategischen Partnerschaft mit der Ukraine betreffen, berichtet die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    "Heute haben wir, Ihr Präsident und ich, vereinbart, dass in diesem Herbst in Washington eine Kommission für strategische Partnerschaft USA - Ukraine ihre Arbeit aufnimmt", erklärte der Vizepräsident. Die Kommission werde im Rahmen der von den Außenministern beider Länder im Dezember 2008 unterzeichneten Charta über strategische Partnerschaft wirken.

    Wie die Zeitung jedoch aus dem Sekretariat des Präsidenten erfahren konnte, wurde der beim Treffen in der ukrainischen Hauptstadt verkündete Beschluss über die Bildung dieser Kommission von der amerikanischen Seite erst am Ende des Besuchs gefasst.

    Am ersten Verhandlungstag schlug Kiew vor, eine zweiseitige Juschtschenko-Biden-Kommission zu bilden, die für die Arbeit der entsprechenden Komitees, darunter der wirtschaftlichen, zuständig wäre. Anfänglich stimmte Joe Biden der Schaffung einer solchen Kommission nicht zu.

    Zu den "breaking news" aber gehörte in Kiew die Kritik am ukrainischen Kabinett. "Nur eine effektive, verantwortungsbewusste Regierung ist fähig, stabile, transparente Investitionsbedingungen zu sichern", hob er hervor, in der Ukraine aber bestünden solche Bedingungen noch nicht.

    Biden sagte ferner, dass die USA vom ukrainischen Ministerkabinett mit Ungeduld "eine Kürzung des Haushalts und eine Kürzung der Subventionen für die Energiewirtschaft" sowie eine radikale Umwertung der Energiepolitik erwarten würden.

    Am härtesten kritisierte Joe Biden die politischen Aspekte der Arbeit der derzeitigen Regierung.

    Nach Ansicht der Beobachter in Kiew bedeute die überraschend lange Liste der Vorwürfe gegen die ukrainische Regierung, dass Obamas Administration in Julia Timoschenko keine annehmbare Anwärterin bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr sehe.

    Bemerkenswerterweise enthielt sich Vizepräsident Biden bei all der scharfen Kritik an Timoschenkos Kabinett jeder Erwähnung von Fehlern von Präsident Juschtschenko und zählte lediglich nur seine Errungenschaften auf. Über die Ergebnisse der Verhandlungen Joe Bidens mit einem weiteren Präsidentschaftskandidaten, Arseni Jazenjuk, wurde nichts verlautbart.

    Nach Clintons Ellbogenverletzung: Außenamtschefs Russlands und USA setzten Dialog fort - "Rossijskaja Gaseta"

    Dem ASEAN-Sicherheitstreffen auf der Außenministerebene im Luxus-Hotel Sheraton Grand Laguna auf der paradiesischen Insel Phuket in Thailand war ein nicht weniger bedeutendes Ereignis vorausgegangen - die Außenamtschefs Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Hillary Clinton, konnten sich endlich treffen. Das schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Wegen der Ellbogenverletzung bei der amerikanischen Chefdiplomatin mussten ihre zuvor geplanten Begegnungen im italienischen Triest und in Moskau gestrichen werden.

    Wenige Minuten vor der Ankunft der US-Außenamtschefin im Saal Siam, in dem die Verhandlungen stattfanden, stellte es sich heraus, dass es dort zu wenig Stühle gibt. Diese mussten buchstäblich im letzten Moment von der Hotelbedienung hergeschafft werden.

    Beiden Ministern war klar anzusehen, dass sie möglichst schnell an die Sache herangehen wollen. Immerhin war die Anzahl der Fragen, zu denen die Chefdiplomaten Meinungen austauschen wollten, recht groß. Für den Herbst ist ein Moskau-Besuch von Frau Clinton geplant. Dieser Besuch soll, wie im US-Außenamt versprochen wird, durchaus intensiv sein.

    Öltransitstopp: Minsk wirft Moskau Umweltverschmutzung vor - "Gazeta"

    Das Zivilschutzministerium Weißrusslands hat den Betrieb des weißrussischen Abschnitts der Erdölpipeline Unetscha - Ventspils verboten, die der russischen Gesellschaft Transnefteprodukt, eine Tochterfirma des Konzerns Transneft, gehört, schreibt die Tageszeitung "Gazeta" am Donnerstag.

    Wie Ministeriumssprecher Vitali Nowizki mitteilte, bestand der Grund für diesen Beschluss im nicht zufrieden stellenden technischen Zustand der Leitung.

    Wie aus Transnefteprodukt verlautete, war die Anweisung, den Transit auszusetzen, am 17. Juli ergangen. "Der technische Zustand der Pipeline ist in der Tat schlecht", sagte der PR-Chef des Unternehmens, Ilja Archipow, "Laut einem zuvor mit der weißrussischen Regierung abgestimmten Plan sollen wir bis Ende dieses Jahres 150 Defekte auf 67 Sektionen beseitigen. Aus diesem Grund stellten wir den Transit zweimal im Monat für jeweils vier Tage ein, um die Leitung zu reparieren. Uns ist nicht ganz klar, warum die weißrussische Seite beschlossen hat, vom Plan abzuweichen und den Transit völlig einstellen zu lassen."

    Zahlen, die eventuelle Verluste infolge der Abschaltung charakterisieren würden, wollte er nicht nennen.

    Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich der Umfang des Transits russischer Ölprodukte auf diesem Abschnitt auf 200 000 bis 250 000 Tonnen im Monat.

    Im weißrussischen Zivilschutzministerium wurde diese Reaktion des russischen Unternehmens mit Verwunderung aufgenommen. Transnefteprodukt habe bereits am 27. Februar dieses Jahres "die Anweisung bekommen, die besonders großen Leitungsfehler bis zum 17. Juli zu beseitigen", so Nowizki. "In den letzten drei Jahren wurden auf diesem Leitungsabschnitt mehrmals Untersuchungen vorgenommen. Dabei wurden 3 288 diverse Fehler, darunter 1081 akute, festgestellt."

    Wie der Sprecher betonte, waren das gerade die Fehler, die das russische Unternehmen bis zum 17. Juli zu beheben hatte. Im zurückliegenden halben Jahr wurden aber lediglich 22 davon beseitigt. "Der Beschluss, den Transport zu stoppen, wurde aus ökologischen Überlegungen getroffen."

    Janis Jurkans, Chef der Transitbusiness-Vereinigung in Lettland, vertritt indes die Ansicht, dass der Transitstopp politische Gründe hat. Lettland erleide dadurch beträchtliche Verluste, eine Einmischung Rigas in den Streit zwischen beiden Ländern schließt Jurkans jedoch aus.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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