17:54 23 August 2017
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    China greift nach den Sternen

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    MOSKAU, 20. Oktober (Alexander Pesljak, RIA Novosti). Am vergangenen Freitag hätte ein besonderer Raumfahrtstart stattfinden sollen.

    MOSKAU, 20. Oktober (Alexander Pesljak, RIA Novosti). Am vergangenen Freitag hätte ein besonderer Raumfahrtstart stattfinden sollen.

     In Richtung Mars hätten die russische und die chinesische Sonden Fobos-Grunt bzw. Yinghuo-1 („Glühwürmchen") gestartet werden sollen.

    Doch die russische Seite beschloss in ihrem Bestreben, die volle Zuverlässigkeit aller Systeme des Komplexes zu sichern, den Start aufzuschieben. Das nächste Zeitfenster für den Start öffnet sich 2011.

    Indes gibt das kleine „Glühwürmchen" , selbst ohne dass es aufgestiegen wäre, einen Anlass zur Analyse der Erfolge und Perspektiven der Volksrepublik China im modernen wissenschaftlich-technologischen Bereich. Dies vor allem zum 60. Jahrestag der Volksrepublik und vor allem in einer Situation, in der die Krise für globale Erschütterungen sorgt, die Wirtschaft Chinas aber einen Zuwachs von acht Prozent aufweist und die jährlichen Ausgaben für die Raumfahrt bei über 35 Milliarden Dollar liegen.

    In dem halben Jahrhundert seit 1956 (als China dank sowjetischen Wissenschaftlern der Raketentechnologien teilhaftig wurde) "hat das Land Errungenschaften aufzuweisen, die die allgemeine Aufmerksamkeit fesseln, und gehört heute in einigen technischen Schlüsselbereichen zu den fortschrittlichsten Ländern der Welt", heißt es im programmatischen Weißbuch "Chinas Weltraumtätigkeiten 2006".

    Bei der Zusammenfassung dieser Erfolge im letzten Jahrzehnt könnten folgende Trends hervorgehoben werden. Erstens ein bedeutender Forschritt beim Bau von Satelliten: Mehr als 100 chinesische und ausländische Flugapparate wurden in verschiedene Umlaufbahnen gebracht.

    Im Interesse der Sicherheit und der Entwicklung der Wirtschaft, des Sozialbereichs und der Technologien wurden Richtungen gebildet wie rückfliegende Satelliten zur Erdbeobachtung, die Fernmeldesatelliten Dungfanghung, die Wettersatelliten Fengyun (ihre Zahl liegt bald bei acht), die für technische Forschungen bestimmten Shijian- und Yaogan-Satelliten, die Observationssatelliten Ziyuan zur Bilderfassung der Erdöberfläche und das Navigationssystem Beidou.

    Zweitens wird dabei dem Volk der praktische Nutzen der Raumfahrt vor Augen geführt: Die Satellitenkomplexe haben bei vielen Projekten eine wichtige Rolle gespielt: bei der Untersuchung der Grundressourcen in ganz China, beim Umweltschutz, beim Bau der West-Ost-Gasleitung, bei der Realisierung des Projekts der Umleitung von Wasservorräten aus den südlichen Gebieten in den Norden, der Errichtung des Drei-Schluchten-Staudammes (chinesisch Sanxia) am Jangtse.

    Der Satellit Fengyun-3A hat bei den Olympischen Spielen in Peking eine hochwertige Wettervorhersage sowie den Ausstieg der Taikonauten in den Weltraum gesichert. Einen Sonderplatz nehmen Informationen über Naturgewalten ein: Allein im vorigen Jahr haben sie den Tod von beinahe 90 000 Einwohnern des Landes verursacht, und auch in diesem Jahr waren die Taifune gefährlich.

    Drittens ist die Aufgabe formuliert worden, von der Nutzung angewandter Versuchssatelliten zur Erbringung konkreter Dienstleistungen überzugehen. Deshalb wird der Bereich „Ausländische Aufträge nicht nur über den Start, sondern auch über die Entwicklung eines Satelliten" intensiviert. Es sind Aufträge aus Venezuela, Bolivien, Indonesien und Singapur übernommen worden.

    Viertens arbeitet China bei der Entwicklung von orbitalen Satellitensystemen in allen Richtungen zusammen: mit Frankreich, Deutschland, der Ukraine, mit Nigeria und Argentinien. Mit zwei Tan Ce (TC) Satelliten begann ein Großvorhaben mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Das Dragon-Programm schließt 16 Projekte ein, sie betreffen die Land-, die Forst- und die Wasserwirtschaft, die Meteorologie, die Ozeanologie und die Prognostizierung von Naturkatastrophen.

    Das chinesisch-brasilianische System CBERS-2B sendet seit mehr als zehn Jahren aus einer Höhe von 700 Kilometer Bilder von Stadtplanungen mit einem Auflösungsvermögen von zwei Meter. Mit Russland ist eben erst ein Dokument über das Zusammenwirken bei der Anwendung der Navigationssatellitensysteme GLONASS und Beidou unterzeichnet worden.

    Fünftens hat Peking seine regionale Kooperation intensiviert und behauptet sich allmählich in der Führungsrolle. Seit Ende vergangenen Jahres ist die Asiatisch-Pazifische Organisation der Raumfahrtkooperation (APSCO) tätig. Ihr gehören auch Bangladesch, Iran, die Mongolei, Pakistan, Peru und Thailand an. Vor kurzem hat China gemeinsam mit Russland vorgeschlagen, ein Weltraumnachrichtensystem für die Staaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zu schaffen.

    Diesen erstarkenden Programmen und Projekten wird auch eine zunehmend gefestigte materiell-technologische Grundlage gegeben. Im Lande entsteht ein wissenschaftliches Zentrum für Erdbeobachtung aus dem Weltraum, das mit einer Empfangsstation für beinahe 70 Prozent des Territoriums Asiens ausgestattet sein wird. Fachleute aus dem Flugleitzentrum in Xian haben gelernt, mittels eines Netzes gleich mehrere Apparate zu lenken.

    Seit dem vorigen Jahr gehört China zu den Ländern, die, was die Zahl der gestarteten Satelliten (sechs) mit Erdbeobachtungssonden betrifft, führend sind. In der Stadt Shenzhen entsteht ein Komplex für die Entwicklung, Produktion und Erprobung von Satelliten; unter der Ägide von zwei Instituten und einer Firma sollen dort alljährlich vier bis fünf Apparate sowie ihre Komponenten hergestellt werden.

    In Ergänzung der drei vorhandenen Weltraumbahnhöfe entsteht ein vierter auf der Insel Hainan. Er soll 2013 in Betrieb gesetzt werden, um mit einer neuen großen Rakete schwere Lasten (bis zu 25 Tonnen) sicher in den Orbit zu bringen. Die in der Entwicklung begriffene Trägerrakete heißt Changzheng-5; laut Angaben von Liang Xiaochung, Vizepräsident der Chinesischen Akademie für Raumfahrttechnologien, ist der Rakete dank dem Hauptparameter - dem Auftriebsbeiwert - der zweite Platz in der Welt sicher. Für sie werden Triebwerke mit einer Schubkraft von 120 und 50 Tonnen entworfen, die mit den Verbindungen von flüssigem Sauerstoff plus Kerosin und Wasserstoff plus Sauerstoff arbeiten.

    Der herausragendste Triumph von 2009 war der erste Mondsatellit. Ein ganzes Jahr lang fotografierte Chang'e-1 die Mondoberfläche unter Anwendung der dreidimensionalen Technologie und fiel dann auf den Planeten. Der Chefkonstrukteur der Mondapparate Ye Peijian verspricht, dass die zweite Etappe des Programms - weiche "Landung" und die Beobachtung - 2013 mit dem Flug von Chang'e-3 realisiert werde. "Aber die technologische Schlüsselaufgabe ist die Rückkehr", fügt Professor Qu Shiye von der Pekinger Universität für Aeronautik hinzu. Sie wird den Zeitraum von 2017 bis 2020 in Anspruch nehmen, bis auf dem Planeten Mondrover eintreffen und zur Erde zurückkehren werden."

        Im bemannten Programm wird vorläufig eine Pause eingelegt, dort werden sieben Frauen und Männer als Piloten ausgewählt. Im vorigen Jahr machte der Ausstieg von Zhai Zhigang aus "Shenzhou"-7 China zur dritten Macht der Welt, die außerhalb des Raumschiffs im Weltraum war.

    Eine neue Etappe wird im nächsten Jahr beginnen: Ein unbemanntes 8,5 Tonnen schweres Modul soll gestartet werden. Ein Jahr danach werden an dieses Labor zuerst der unbemannte Apparat Shenzhou-8 und dann auch der bemannte Shenzhou-9 andocken.

    An einen Anschluss an die ISS ist nach wie vor keine Rede, das "Himmelboot" (so wird der Name des Apparats übersetzt) fährt seinen eigenen Kurs.

     Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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