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    Russland unterstützt Klima-Kurs der EU

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    MOSKAU, 20. November (Andrej Fedjaschin, RIA Novosti). Russland versetzt die Welt weiter in Erstaunen, diesmal mit seinen Versprechen zum Klimaschutz.

    Beim Russland-EU-Gipfel in Stockholm am 18. November hat Russland vor den EU-Beamten erklärt, dass es die CO2-Ausstöße um 20 bis 25 Prozent senken könne - bis 2020 im Vergleich zu 1990. Nur wenn man nicht weiß, dass Russland zuvor eine Senkung von zehn bis 15 Prozent versprochen hatte, scheint dies wenig zu sein.

    Das jetzige Versprechen wurde nur zwei Wochen vor dem Klima-Gipfel der 192 UN-Staaten in Kopenhagen verkündet. Was kann es bedeuten?

    Russlands Industrie erlitt in den 1990er Jahren nahezu einen vollständigen Kollaps. Damals konnte Russland alle Pläne zur Reduzierung verwirklichen und alle möglichen Schadstoff-Emissionen verringern. Diese Versprechen legte Moskau bei der Unterzeichnung des so genannten Kyoto-Protokolls ab. Damals war es nicht schwierig, sie einzuhalten.

    In Kopenhagen soll über das Schicksal des nächsten Klima-Protokolls nach Kyoto entschieden werden. Das jetzige Klimaschutz-Abkommen läuft nur noch bis 2012.

    Doch wenn Russland heute diese Versprechungen macht, kann das entweder bedeuten, dass die Industrie sich nicht in dem Zustand befindet, den die Beamten der Industrie- und Wirtschaftsministerien bei ihren wöchentlichen Beratungen vorspiegeln, oder dass vieles von den elementarsten Gesetzen der Wirtschaftsentwicklung nicht verstanden wird.

    Die Wirtschaft in Russland verbraucht so viel Energie, dass eine Reduzierung der Schadstoff-Emissionen um ein Viertel nicht sehr kompliziert, sondern schlichtweg unmöglich erscheint. Oder soll das etwa heißen, dass unsere Wirtschaft so vollkommen ist, dass wir den Ausstoß der Treibhausgase ohne jegliche Probleme einschränken können?

    China weigert sich beispielsweise nach wie vor, jegliche Verpflichtungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen auf sich zu nehmen. Bis vor kurzem haben die führenden Politiker Chinas die Begriffe „Kohlenstoffdioxid" und „Verringerung der industriellen Emissionen" nicht einmal in ihren Mund genommen.

    Nach den Prognosen der chinesischen Ökonomen wird der Anteil der „fossilen Energie" an der gesamten Energiebalance des Landes in den kommenden zehn bis 20 Jahren nicht unter 70 Prozent fallen. Doch für so einen Koloss wie China ist auch eine zehnprozentige Reduzierung eine große Leistung.

    Es wäre schön, diese Kennzahlen mit denen in Russland zu vergleichen.

    China ist übrigens, was viele nicht wissen, nicht nur einer der stärksten Luftverpester auf der Erde, sondern auch ein führendes Land bei der Suche nach alternativen Energiequellen und der technologischen Reinigung der Kohleverbrennungsanlagen seiner Kraftwerke. Russland kann auf so etwas nicht stolz sein.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.

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