23:22 18 Dezember 2017
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    Deutschlands Presse über Russland und GUS am 15. Dezember

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    Financial Times Deutschland zu Turkmeniens Gasgeschäft mit China/ F. A. Z. zu Hitlers Knochen im Moskauer Archiv/ Wirtschaftswoche: Nach Scheitern des Opel-Geschäfts setzt Moskau auf Renault

    Financial Times Deutschland zu Turkmeniens Gasgeschäft mit China/ F. A. Z. zu Hitlers Knochen im Moskauer Archiv/ Wirtschaftswoche: Nach Scheitern des Opel-Geschäfts setzt Moskau auf Renault 

    Financial Times Deutschland: Turkmenistan nabelt sich von Russland ab

    Turkmenistan befreit sich mit der Eröffnung einer neuen Exportpipeline aus der russischen Abhängigkeit. Gestern wurde die Pipeline, die das turkmenische Vorkommen Malai mit China verbindet, in Betrieb genommen. Bis Jahresende sollen 150 Millionen Kubikmeter Gas durch die rund 7000 Kilometer lange Pipeline über Usbekistan und Kasachstan in den Osten fließen. Ab 2012 sollen es 40 Milliarden Kubikmeter sein.

    Damit ist Turkmenistan seinen Bemühungen, seine Energieexporte Richtung Osten zu diversifizieren, einen bedeutenden Schritt näher gekommen...

    Die Beziehungen zwischen Turkmenistan und Russland waren in den letzten Monaten durch einen Streit zwischen dem russischen Staatskonzern Gazprom und Turkmengas belastet. Im April wurde die turkmenische Exportpipeline nach Russland zudem durch eine Explosion beschädigt. Die Lieferungen wurden seither nicht mehr in vollem Umfang aufgenommen...

    Auf der Suche nach zuverlässigeren Abnehmern ist Turkmenistan nicht nur in China, sondern auch im Iran fündig geworden. Im Dezember soll die zweite Abzweigung der Dauletabad-Salyp-Yar-Pipeline, über die später 20 Milliarden Kubikmeter Gas fließen sollen, eröffnet werden. Auch die EU-Pipeline Nabucco könnte Turkmenistan mit rund zehn Milliarden Kubikmetern Gas beliefern.

    F. A. Z.: Moskau bekräftigt Echtheit von Hitlers Schädelfragmenten

    Die Schädelfragmente von Hitler, die im Moskauer Zentralarchiv lagern, sind zweifellos authentisch, versichert der Archivleiter des russischen Staatssicherheitsdienstes FSB, Wassili Christoforow, doch alle weiteren sterblichen Überreste von ihm und Eva Braun sind im April 1970 in der Nähe von Magdeburg vernichtet worden. Mit seiner Erklärung reagierte Generalleutnant Christoforow auf Berichte, wonach der amerikanische Archäologe Nick Bellantony und die Genetikerin Linda Strausbach Zweifel an der Echtheit der Knochen hätten. Der Archivleiter erinnerte daran, dass Hitlers Kieferknochen, die den Tod des Führers bewiesen, schon 1945 durch dessen Zahnarzt Blaschke und dessen Assistentin Geusermann als original bestätigt wurden...

    Die verkohlten Leichen von Hitler und seiner Frau sollen vor ihrer endgültigen Vernichtung zweimal umgebettet worden sein. Zunächst wurden sie im Juni 1945 in einem Waldstück bei Rathenow begraben, besagen die FSB-Akten. Im Februar 1946 verlegte man sie dann auf das Gelände der Garnison der Spionageabwehr Smersch in Magdeburg. Als die Anlage 1970 geräumt wurde, verbrannte man die Überreste in der Nähe von Schönebeck und streute die Asche in den Fluß Biederitz. Das geschah auf Anweisung des damaligen KGB-Chefs Andropow. Die sowjetische Führung habe verhindern wollen, so Christoforow, dass eines Tages Neonazis einen Reliquienkult damit treiben könnten.

    Wirtschaftswoche: Putin, Avtovaz und Franzosen

    Premierminister Wladimir Putin schlägt zurück. Nach dem verpassten Einstieg bei Opel will Russland mit Renault, Steuermilliarden und Einfuhrzöllen die Automarke Lada aufrüsten.

    Wladimir Putin hat (Chef des Autowerks Avtovaz Sergej) Kogogin einen Spezialauftrag erteilt: Er soll die heimische Autoindustrie fit machen für den Wettbewerb - koste es, was es wolle. Unter dem Dach der Staatsholding Rostechnologii konzentriert Kogogin, zugleich CEO bei Lkw-Bauer und Daimler-Partner Kamaz, große Teile der russischen Fahrzeugindustrie. Im Pkw-Sektor will der neue Steuermann die Marke Lada zu Russlands neuem Motor machen.

    Bis zur Krise setzte Lada fast 700 000 Autos ab. Doch in der Heimat verliert der Billiganbieter seit Jahren Marktanteile. Carlos Ghosn, Chef des französischen Autobauers Renault, der seit Februar 2008 ein Viertel an Lada hält, ist bitter enttäuscht. Im Sommer pfiff er Top-Manager aus Togliatti zurück, weil sie die Korruption dort nicht aufbrechen konnten. Im Herbst, als ein Opel- Doch Opel bleibt amerikanisch. Darum hat sich der Wind gedreht in Russland: Renault ist der einzige Partner, dem die darniederliegende russische Autoindustrie Technologie abknöpfen kann. Vor zwei Wochen handelte Premier Putin bei einem Staatsbesuch in Paris aus, dass die Franzosen Know-how in Gestalt einer sogenannten Plattform, dem Bausatz des Billigautos Logan, nach Russland schaffen. Den Wert der Technologie schätzen Analysten auf 600 Millionen Euro. Im Gegenzug erhöht Moskau die Staatshilfen auf 1,7 Milliarden Euro, damit Avtovaz die Schulden umschichten kann. Und die Staatsbank VEB soll bis zu eine Milliarde Dollar für Entwicklungen stellen. Frankreich liefert Technologie, Russland beschafft Geld - mit diesem Modell will Avtovaz-Chef Kogogin Lada auf die Überholspur schicken.

    Das Zähneklappern deutscher Konkurrenten in Russland hält sich indes in Grenzen. Volkswagen, BMW und Mercedes sind in Preisklassen unterwegs, die weit über den Lada-Fahrzeugen liegen, die weniger als 10 000 Euro kosten. Selbst ein den russischen Straßenverhältnissen angepasster Polo, den VW bald auf den Markt bringen will, dürfte nach russischen Maßstäben eher der Mittelklasse zuzurechnen und damit für Lada-Kunden zu teuer sein. "Ausländischen Herstellern wird Avtovaz nicht wehtun, da Lada-Modelle zu billig sind", meint Analyst Michail Ljamin von der Bank of Moscow.

    Sorgen macht den westlichen Herstellern jedoch die protektionistische Begleitmusik, die der Kreml anstimmt. In einer Kommission unter Führung des Vize-Premier Igor Schuwalow wird offen über eine weitere Erhöhung der Importzölle diskutiert. Daimler importiert Autos für den russischen Markt komplett aus Deutschland, BMW lässt nur ein paar Jeeps in der Exklave Kaliningrad lohnfertigen, VW muss auch zwei Jahre nach dem Start seiner lokalen Produktion in Kaluga bei Moskau noch Autos importieren. Dafür verlangen die Russen bereits jetzt mindestens 30 Prozent Zoll, Tendenz steigend.

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