15:06 15 Dezember 2017
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    Gouverneur Morosow: Gebiet Uljanowsk lockt deutsche Investoren an

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    MOSKAU, 15. Dezember (RIA Novosti). In Berlin fand eine erfolgreiche Präsentation des Gebiets Uljanowsk (Mittellauf der Wolga, zentraler Teil des europäischen Russland) als Investitionsstandort statt.

    MOSKAU, 15. Dezember (RIA Novosti). In Berlin fand eine erfolgreiche Präsentation des Gebiets Uljanowsk (Mittellauf der Wolga, zentraler Teil des europäischen Russland) als Investitionsstandort statt.

    Über die Wirtschafts- und Kulturkontakte der Region mit Deutschland berichtete in einem Interview für die Agentur RIA Novosti Sergej Morosow, Gouverneur des Gebiets Uljanowsk.

     RIA Novosti: Herr Morosow, was haben Sie von dieser Reise erwartet?

     Sergej Morosow: Deutschland ist für uns seit langem ein strategischer Wirtschaftspartner. Deshalb war die Hauptaufgabe dieses Besuchs nicht nur die weitere Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen, sondern auch die Gewinnung neuer Investoren, die in unser Gebiet zu kommen bereit wären.

    In der Handelsvertretung der Russischen Föderation in Berlin haben wir eine Präsentation des Investitionspotenzials des Gebiets Uljanowsk durchgeführt und mehrere Treffen gehabt, so mit Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatsekretär im deutschen Ministerium für Wirtschaft und Technologie und Vorsitzender des Deutschen Teils der Russisch-Deutschen Arbeitsgruppe für strategische Zusammenarbeit in Wirtschaft und Finanzen, sowie mit der Leitung der Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit mit dem Gebiet Uljanowsk interessiert sind.

    Die Rede war von der Heranziehung neuer Investoren im Bereich der Produktion von Agrartechnik, Autoteilen, Medizintechnik und Pharmaka für unser Gebiet. Es freut mich sehr, dass unsere Initiativen bei den deutschen Kollegen Resonanz finden. Die Industriezone Sawolschje und die Sonderwirtschaftszone Portowaja finden stets Interesse, mehrere deutsche Firmen haben bereits beschlossen, Produktionsstätten bei uns einzurichten. Die wichtigste Aufgabe in der nächsten Zukunft soll die Schließung einer engen Partnerschaft mit einem Bundesland werden.

     RIA Novosti: In welchem Bereich sind die Ergebnisse der Partnerschaft zwischen dem Gebiet Uljanowsk und Deutschland am meisten zu spüren?

     Sergej Morosow: Deutschland ist bereits seit mehreren Jahren einer der wichtigsten Handelspartner unseres Gebiets. In den vergangenen drei Jahren wurden bei uns mehrere Projekte unter Beteiligung der größten deutschen Unternehmen erfolgreich realisiert. Zu nennen wären hier Metro Cash&Carry, Fresenius Medical Care, Henkel Bautechnik, Quarzwerke und Bosch.

    2009 hat eine Delegation des Gebiets Uljanowsk traditionell an der Internationalen Industriemesse in Hannover teilgenommen, aufgrund ihrer Ergebnisse haben wir eine Reihe neuer Abkommen mit deutschen Unternehmen geschlossen. So hat das Holzverarbeitungswerk Insa eine Absichtsvereinbarung mit der HOL-CON GmbH über ein Projekt unterzeichnet, das die Einführung neuer Technologien in die Holzverarbeitung betrifft. Es kam ein Kooperationsabkommen zustande, wonach Fresenius in den Aufbau eines zweiten Dialysezentrums in Uljanowsk investieren wird.

    Im Juli unterschrieb ich im Namen des Gebiets Uljanowsk ein Memorandum über gegenseitiges Verständnis mit der Takata-Petri AG, die erwägt, bei uns ein Werk für Autoteile zu bauen. Bekanntlich gehört der Automobilbau zu den Prioritäten unserer Region.

    Im Mai wurde im Gebiet Uljanowsk ein Bosch-Ausbildungszentrum eröffnet. Auf der Basis einer der besten Bildungseinrichtungen des Gebiets geschaffen wird es Fachkräfte für die Bauindustrie unter Anwendung fortschrittlicher Technologien und Ausrüstungen vorbereiten. Das ist weiterer Schritt zur Erhöhung der Investitions- und Wirtschaftsattraktivität des Gebiets Uljanowsk. Unsere ausländischen Partner erhalten zusätzliche Garantien, um an hochqualifizierte Fachkräfte zu gelangen.

     RIA Novosti: Das Jahr 2009 war im Gebiet Uljanowsk ein Deutschland-Jahr. Sind alle gestellten Aufgaben erfüllt worden?

     Sergej Morosow: Das Deutschland-Jahr ist eine logische Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit unserer Region mit diesem Land. Ich will nur daran erinnern, dass die 26. Sitzung der Russisch-Deutschen Gruppe für strategische Zusammenarbeit in Wirtschaft und Finanzen am 23. und 24. September gerade in Uljanowsk stattfand. Außerdem gehörte zum Deutschland-Jahr ein umfassendes Kulturprogramm.

    Im April 2009 führten wir in Partnerschaft mit der regionalen deutschen Kulturautonomie eine interregionale Konferenz "Die genealogische Brücke Uljanowsk - Bayreuth" durch. Es fand die Präsentation eines internationalen Verlagsprojekts statt, das den deutschen Ahnen von Wladimir Lenin gilt.

    Im Mai führte die Wissenschaftsbibliothek des Gebiets ein Konferenzseminar der Jugend "Kulturbrücke - Russland und Deutschland: Zwei Welten, zwei Kulturen, zwei Lebensweisen" durch. Ende August bis Anfang September trafen sich unsere Lehrer mit ihren Kollegen aus unserer Partnerstadt Krefeld. Am 21. September schließlich wurde ein Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen der Regierung des Gebiets Uljanowsk und der Föderalen National-Kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen unterzeichnet. Das Dokument beweist eindeutig, dass in der Region ein nationalitätenübergreifender Dialog und eine gegenseitige Bereicherung der Kulturen im Gang ist.

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