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    Experten mahnen Russland und USA bei neuem Abrüstungsvertrag zur Eile * Iran fordert Entschädigung für sowjetische Besatzung * Klima-Retter mutieren zu religiösen Fanatikern * Dubai World mischt bei größtem Container-Terminal im Fernen Osten mit

    MOSKAU,22. Dezember (RIA Novosti). Experten mahnen Russland und USA bei neuem Abrüstungsvertrag zur Eile * Iran fordert Entschädigung für sowjetische Besatzung * Klima-Retter mutieren zu religiösen Fanatikern * Dubai World mischt bei größtem Container-Terminal im Fernen Osten mit

    "Iswestija": Experten mahnen Russland und USA bei neuem Abrüstungsvertrag zur Eile

    Russische Experten raten Moskau und Washington dringend dazu, die Unterzeichnung eines neuen Vertrags über strategische Offensivwaffen (START) nicht hinauszuzögern, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Falls der START-Vertrag nicht in den nächsten Monaten unterzeichnet wird, könnten mehrere Staaten ihren Austritt aus dem nicht weniger wichtigen Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen bekannt geben.

    "In Art. 6 dieses Vertrags heißt es, dass Moskau und Washington nach der vollen Befreiung von den Atomwaffen, nach der so genannten 'globalen Null', streben sollen", erinnert Jewgeni Mjasnikow, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moskauer Zentrum für Studien der Abrüstung, Energiewirtschaft und Ökologie. "Gerade der START-Vertrag muss bestätigen, dass wir uns auf dieses Ziel zubewegen. Im Mai findet eine internationale Konferenz über den Atomwaffensperrvertrag statt. Bis dahin muss der START-Vertrag unbedingt unterzeichnet werden."

    Wladimir Jewsejew, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen (IMEMO) der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagt: "Alle verstehen sehr wohl, dass die Atompotenziale Russlands und der USA, was die Zahl der Träger und Gefechtsköpfe betrifft, mit den Arsenalen der anderen Atomwaffenstaaten nicht vergleichbar sind. Deshalb werden die anderen Länder in die Verhandlungen über die Beschränkung der Atomwaffenarsenale nahezu nicht einbezogen.

    Doch in Europa beispielsweise besteht die Einsicht, dass sich eines Tages Großbritannien und Frankreich dem Prozess anschließen werden. China wartet die Beschlüsse der wichtigsten Akteure ab. Indien und Pakistan werden von der jeweiligen Situation ausgehen. Selbst Iran begründet seine Position zur atomaren Nichtweiterverbreitung damit, dass es Moskau und Washington sind, die gegen die Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrags verstoßen, weil sie nicht abrüsten."

    Beide Experten sind also davon überzeugt, dass sich der Kreml und das Weiße Haus mit einem neuen START-Vertrag beeilen sollten. Letztendlich ist heutzutage zwar nicht die Vernichtung mit Atomwaffen zu befürchten, doch könnten sie danach strebenden Drittländern in die Hände fallen.

    Eine durch den neuen Vertrag bekräftigte Absicht Russlands und der USA, ihre atomaren Offensivwaffen zu begrenzen, wird alle Probleme nicht lösen, doch bei Verhandlungen mit den "Schwellenländern" ein gewichtiges Argument sein. Die Experten hoffen, dass der START-Vertrag bereits im Januar unterzeichnet wird.

    Gaseta": Iran fordert Entschädigung für sowjetische Besatzung

    Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat gestern seine Regierung beauftragt, die Sachschäden der Truppen der Anti-Hitler-Koalition (Sowjetunion, USA und Großbritannien) einzuschätzen, berichtet die Zeitung „Gaseta" am Dienstag.

    Der iranische Präsident will von den internationalen Institutionen eine Entschädigung „zur Wiederherstellung der Rechte des iranischen Volkes" fordern. Experten zufolge hat Iran fast keine Chancen auf einen Erfolg.

    „Diejenigen, die Iran Verstöße gegen die Menschenrechte vorwerfen, hatten selbst schwere Verbrechen begangen und ein Diktat aufgezwungen. Sie sind für den Krieg, die Besatzung und Morde verantwortlich", sagte Ahmadinedschad.

    Historischen Dokumenten zufolge gibt es jedoch einige Gründe für seine Erklärungen. Sowjetrussland und Iran hatten 1920 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Ein Jahr später wurde ein Vertrag unterzeichnet, der der sowjetischen Regierung erlaubte, Truppen in den Iran zu schicken, um sich selbst verteidigen zu können.

    Von August bis September 1941 waren sowjetische und britische Truppen in den Iran geschickt worden. Damit wollten die beiden Staaten Nazi-Deutschland daran hindern, Iran als Aufmarschgebiet für den Krieg zu nutzen.

    1942 wurde ein Vertrag zwischen Großbritannien, der Sowjetunion und Iran unterzeichnet, der die Kooperation zwischen Iran und den Staaten der Anti-Hitler-Koalition gewährleistete. Laut dem Vertrag waren Moskau und London verpflichtet, ihre Truppen spätestens ein halbes Jahr nach der Beendigung der Kriegshandlungen zwischen den alliierten Mächten und den Staaten der Anti-Hitler-Koalition abzuziehen. Dennoch wurden die sowjetischen und die britischen Truppen im Mai 1946 aus dem Iran abgezogen, also ungefähr zwei Monate nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist.

    „Dieses Vorhaben hat null Perspektiven", so Sergej Michejew, Vizepräsident des Zentrums für politische Technologien. Ihm zufolge erinnert die Initiative von Ahmadinedschad an die Versuche der baltischen Staaten, von Russland eine Entschädigung für den Molotow-Ribbentrop-Pakt zu bekommen, sowie an die Bemühungen der Ukraine um Anerkennung des Holodomors (Hungersnot) als Genozid. Solche Schritte hätten einen gewissen PR-Effekt, aber keinen materiellen Vorteil.

    „Ahmadinedschad tauscht nur Worte mit der Weltgemeinschaft. Er wird der Nichteinhaltung der Menschenrechte im Iran beschuldigt. Anschließend spricht er  vorwurfsvoll von der Besatzung - nichts mehr", so Michejew.

    „Gazeta.Ru": Klima-Retter mutieren zu religiösen Fanatikern

    Der Kampf gegen die globale Klimaerwärmung ähnelt zunehmend einem neuen Glauben, dessen Anhänger ihre Ansichten genauso stur und entschlossen wie religiöse Fundamentalisten verteidigen, stellte die Onlinezeitung „Gazeta.Ru" am Montag fest.

    Während sich die Spitzenpolitiker beim Klimagipfel in Kopenhagen um eine Einigung bei der Reduzierung der CO2-Ausstöße bemühten, ließen die Klimaretter nichts ungeschehen. Auf die Straßen in der dänischen Hauptstadt kamen Hunderte Menschen, die an eine Weltkatastrophe wegen des Klimawandels glauben, den der menschliche Leichtsinn provozieren könnte.

    Dabei bemühten sich die Demonstranten nicht einmal um wissenschaftliche Argumente für die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe. Wozu sind denn all diese Argumente? Die Protestierenden wurden schlicht von einem einfachen und starken Glauben getrieben, der einst Kriege auslöste und immer noch religiöse Konflikte hervorrufen kann.

    Die Kämpfer gegen den Klimawandel denken christlich: das Paradies auf Erden, die wilde Natur, wurde durch menschliche Sünden wie den technischen Fortschritt ruiniert. Deshalb geht die Welt unvermeidlich ihrem Ende entgegen. Um eine anthropogene Katastrophe zu verhindern, muss die Menschheit ihre sündige Natur bewältigen und die CO2-Vergiftung stoppen.

    Die neue Religion namens Ökologismus findet immer neue Anhänger in den entwickelten Ländern. Das ist kein Zufall: diese Religion kann nur dort entstehen, wo die Zivilisation ein bestimmtes Niveau erreicht hat. In der modernen Welt denken ausgerechnet die Menschen zunehmend an die Umwelt, die sich bereits mit anderen Problemen auseinanderausgesetzt haben. Wer an sein tägliches Brot denken muss, der hat keine Zeit, von der Rettung der Welt zu reden. Deshalb droht Russland in den kommenden Jahren kein religiöser Ökologismus - es hat viele andere Sorgen.

    „Wedomosti": Dubai World mischt bei größtem Container-Terminal im Fernen Osten mit

    Der staatseigene Investitionsfonds Dubai World, der die Welt um ein Haar in eine zweite Krise gestürzt hätte, ist Mitinhaber des größten Container-Terminals in Russlands Fernen Osten, berichtet die Zeitung „Wedomosti" am Dienstag.

    Die Regierungskommission für Auslandsinvestitionen hat einer der Firmen des Konglomerats Dubai World erlaubt, 25 Prozent an der Wostotschnaja Stividornaja Kompanija (WSK) zu erwerben. Das teilte der Chef der Kartellamtes, Igor Artemjew, mit.

    Die WSK liegt in Nachodka und ist der größte Container-Terminal im Fernen Osten. Auf ihn würden etwa sieben Prozent des Containerumschlags in den russischen Seehäfen entfallen, so Alexej Besborodow, Marketing-Direktor der Agentur InfraNews. Dieses Jahr soll der Umschlag des Terminals über 180 000 TEU erreichen, was etwa 20 Prozent des Gesamtumschlags der Häfen im Fernen Osten entspricht. (TEU: Twenty-foot Equivalent Units -Zwanzig-Fuß-Container).

    Die Firma Dubai Ports World, die Teil von Dubai World ist, ist bereits jetzt Mitinhaberin der WSK. Ihr gehören 25 Prozent des Unternehmens. Der restliche Anteil gehört Töchtern des russischen Logistikkonzerns N-Trans. Ein Vertreter von N-Trans sagte, dass diese Informationen neu seien, und dass sein Unternehmen den Anteil an WSK nicht verkaufe. Der Deal, den die Kommission für Auslandsinvestitionen gebilligt hat, geschieht innerhalb der Gruppe. Die DP World Holdings (Austria) Ltd. verkauft der niederländischen DP World (POSN) B.V. 25 Prozent des Unternehmens Railfleet Holdings Ltd., dem WSK zu 100 Prozent gehört, sagte ein Vertreter der russischen Kartellbehörde.

    DP World habe den Anteil an WSK geerbt, sagte ein Vertreter von N-Trans. Anfang 2006 hatte Dubai World das Unternehmen Peninsular&Oriental Steam Navigation gekauft, das in 29 Häfen in 18 Ländern, auch in Russland, tätig war. Ihm gehörten 25 Prozent der WSK. Später wurde die Beteiligung der DP World Holdings übergeben. Warum das Unternehmen den formellen Inhaber des WSK-Anteils wechseln musste, wissen die Wettbewerbshüter und N-Trans nicht. Vertreter von Dubai Ports waren nicht erreichbar.

    Dubai World hatte beinahe eine zweite Welle der globalen Finanzkrise losgetreten. Ende November bat der Fonds, die Frist für die Rückzahlung der Schulden bis zum 30. Mai aufzuschieben. Die Schulden des Fonds belaufen sich auf 59 Milliarden US-Dollar. Am selben Tag verlor der europäische Index DJ Stoxx 600 3,3 Prozent und der britische FTSE 100 3,2 Prozent. Dubai World musste den Verkauf seiner Beteiligungen ankündigen. Doch die Einfrierung der Schulden werde die ertragreichen Hafengeschäfte des Fonds nicht beeinflussen, hieß es aus Dubai.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.

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