08:55 21 November 2017
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    Japan sucht neuen Weg zwischen Coca-Cola und Marx

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    TOKIO/MOSKAU, 24. März (Iwan Sachartschenko, RIA Novosti). Japan sucht einen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.

    TOKIO/MOSKAU, 24. März (Iwan Sachartschenko, RIA Novosti). Japan sucht einen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.

    Der für die Entwicklung einer neuen Staatsstrategie zuständige japanische Vizeminister Motohisa Furukawa und Regierungsexperten äußerten ihre Meinung zur Zukunft Japans.

    „Das Streben nach einem primitiven Kapitalismus bringt nicht das erwünschte Ergebnis. Viele Probleme, auf die Karl Marx und Friedrich Engels aufmerksam gemacht haben, kommen heute zum Vorschein", so Furukawa in Tokio vor russischen Journalisten.

    Die letztjährige Krise führte die Demokraten mit dem jetzigen Premier Yukio Hatoyama an der Spitze zum Wahlsieg. Seine Regierung begann bei der Suche nach Veränderungen damit, eine neue Staatsstrategie auszuarbeiten. Zuständig dafür ist ein Sondergremium der Regierung - die Behörde für Staatsstrategie mit Furukawa an der Spitze.

    „Der durch den Kapitalismus erlittene Schaden lässt uns nach einem neuen Weg suchen, der sich sowohl vom Kapitalismus als auch vom Sozialismus und Kommunismus unterscheiden soll", so Furukawa. Ihm gefalle die von Bill Gates vor drei Jahren in Davos vorgeschlagene Bezeichnung „kreativer Kapitalismus".

    Japan habe auch eine gewisse Erfahrung, die vor 200 Jahren zum ersten Mal erschien, so Furukawa. Damals existierte das Prinzip der drei Güter - das Gut für diejenigen, die verkaufen, das Gut für diejenigen, die kaufen, und das Gut für die ganze Gesellschaft.

    „In vielen Bereichen sehen Japan und Russland gemeinsame Aufgaben", sagte Furukawa. Können beide Staaten bei der Suche nach neuen Wegen sich gegenseitig helfen? Vielleicht... Dennoch verlässt sich Japan auf seine eigene Stärke. Furukawa und andere Regierungsbeamte betonen zwar die Rolle der russisch-japanischen Beziehungen in der Entwicklung des Staates, sie sprechen jedoch sehr vage darüber.

    Weg von der Bürokratie, hin zur Nachfrage

    Die Regierung Hatoyama wolle die Staatsführung von den Bürokraten befreien, verlautet es aus dem Sondergremium. Die Behörde steht im direkten Kontakt mit dem Regierungschef und ist ein so genanntes „Befehlszentrum" zur Koordinierung und Planung von Aktionen zwischen verschiedenen Ministerien. Die Strategie richtet sich vor allem auf die Wirtschaft und nicht auf die Außenpolitik.

    Deswegen beeinflussen Japans Ansprüche auf vier russische Südkurilen-Inseln und der fehlende Friedensvertrag mit Moskau nicht seinen Richtungswechsel.

    Wie Regierungschef Hatoyama betonte, will sein Kabinett vor allem Steuer- und Haushaltsreformen voranbringen. Es soll eine Grundlage für den Umbau des Regierungssystems geschaffen werden.

    Die neue Strategie soll bis zum Juni vorliegen. Bis 2020 soll der BIP-Wachstum nominal drei und real zwei Prozent betragen und die Arbeitslosenquote mittelfristig auf drei bis vier Prozent gesenkt werden. Die Quelle für den Wachstum soll in Bereichen gesucht werden, wo es eine Nachfrage gibt.

    Es handelt sich einerseits um das Gesundheitswesen, bei dem die Überalterung der Gesellschaft deutlich zu erkennen ist, und um eine umweltfreundliche Energiewirtschaft. Andererseits will Japan „neue Grenzen" durch engere Integration mit Asien und internationalen Tourismus öffnen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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