20:35 18 November 2017
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    USA und Russland rüsten kräftig ab* Warum will der Mathematiker Perelman keine Ehrung * Georgien wirbt um Bürger in abtrünnigen Provinzen

    USA und Russland rüsten kräftig ab* Warum will der Mathematiker Perelman keine Ehrung * Georgien wirbt um Bürger in abtrünnigen Provinzen

    Handelsblatt: Nach zähen Verhandlungen ist Moskau und Washington in den

    Abrüstungsgesprächen der Durchbruch gelungen. Wie aus beiden Hauptstädten verlautet, soll am 8. April in Prag und damit kurz vor dem Atom-Gipfel in Washington das Nachfolgeabkommen für den Start-Vertrag unterzeichnet werden. Per Telefon wollen US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitrij Medwedew die Einigung heute mündlich besiegeln…

    Die Strategic Arms Reduction Treaty (Start) war einer von drei zentralen Abrüstungsverträgen, die zwischen den USA und der Sowjetunion bzw. Russland geschlossen wurden. Er war am 5. Dezember ausgelaufen, da sich beide Seiten nicht auf die Details eines neuen Abkommens verständigen konnten…

    Für Obama wäre der Abschluss des Vertrags der erste substanzielle außenpolitische Erfolg. Er hat seit Beginn seiner Amtszeit zwar eine Reihe von Initiativen angestoßen, jedoch sind viele ins Stocken geraten. So konnte er bisher weder die Schließung des Gefangenenlagers auf Guantanamo umsetzen noch Fortschritte im Friedensprozess im Nahen Osten erreichen.

    Die Ratifizierung des Start-Nachfolgevertrages könnte sich im Senat aber noch als schwierig herausstellen. Für eine Annahme benötigt Obama eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 67 Stimmen. Die Republikaner haben jedoch bereits Skepsis gezeigt, ob der US-Präsident möglicherweise zu große Zugeständnisse gegenüber Moskau gemacht habe…

    Süddeutsche Zeitung: Warum will der Mathematiker Perelman keine Ehrung

    Vor sieben Jahren löste der russische Mathematiker Grigorij Perelman, 43, eines der berühmtesten Probleme der Mathematik. Er bewies die „Poincaré-Vermutung”. Diese besagt, vereinfacht gesagt, dass alle dreidimensionalen Räume ohne Löcher im Prinzip Kugeln sind.

    Als ihm 2006 hierfür die Fields-Medaille, die höchste Ehrung für Mathematiker, verliehen werden sollte, lehnte er brüsk ab. Seither lebt Perelman zurückgezogen in St. Petersburg, in einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung zusammen mit seiner Mutter.

    Vor einer Woche wurde ihm auch der mit einer Million Dollar dotierte Millennium-Preis der amerikanischen Clay-Stiftung zugesprochen. Wird Perelman auch diese Ehrung verweigern? Der Oxford-Mathematiker John Ball versuchte 2006 als Chef der Internationalen Mathematiker-Vereinigung, Perelman die Fields-Medaille anzutragen.

    SZ: Professor Ball, wie haben Sie Perelman erlebt?

    Ball: Der erste Kontakt war etwas schwierig. Aber er ist ein sehr korrekter Mensch, mit hohen Prinzipien und präzisem Gedächtnis. Er war höflich, wir haben nicht nur über Mathematik geredet…

    SZ: Hat er die Ablehnung begründet?

    Ball: Es war offensichtlich, dass seine Meinung lange feststand. Das hatte ich schon bei vorangegangenen Telefonaten gespürt. Er sagte, er fühle sich entfremdet von der Gemeinde der Mathematiker. Und er wolle kein Symbol werden. Ich vermute auch, dass er einfach die Öffentlichkeit scheut…

    SZ: Perelman ist extrem?

    Ball: Nun ja, er steht offensichtlich an einem Ende des Spektrums…

    SZ: Haben Sie seinen Beweis der Poincaré-Vermutung verstanden?

    Ball: Nein, nur die Grundidee und Teile davon. Sehr wenige Mathematiker können guten Gewissens sagen, sie hätten Perelmans Beweis vollständig durchdrungen. Das ist aber bei Durchbrüchen in der modernen Mathematik normal.

    SZ: Wie viele Menschen haben es durchdrungen, 10, 100 oder 1000?

    Ball: Ich wette, nicht mehr als zehn…

    Der Tagesspiegel: Georgien wirbt um Bürger in abtrünnigen Provinzen

    Georgien will den Konflikt mit den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien durch mehr direkte Kontakte zwischen den Bürgern entschärfen. Das geht aus einer neuen Strategie der Regierung in Tiflis hervor, die der georgische Minister für Reintegration, Temur Jakobaschwili, bei einem Besuch in Berlin vorstellte…

    Die neue Strategie klammert die heikelsten Bereiche - Sicherheitsfragen und den zukünftigen Status der beiden Provinzen - aus und konzentriert sich auf die praktische Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt sollten die Menschen in den beiden Regionen stehen, betonte der Minister.

    So plant die Regierung, dass auch die Einwohner Abchasiens und Südossetiens Zugang zum georgischen Gesundheits- und Bildungssystem haben sollen. Kontakte zwischen ihnen und den Bürgern des Kernlands sollen gefördert werden. Außerdem sieht das Konzept vor, zerstörte Straßen wieder herzustellen und Busverbindungen einzurichten.

    Auf diese Weise will Tiflis das durch den Krieg erschütterte Vertrauen der örtlichen Bevölkerung gewinnen - im Wettbewerb mit Moskau. "Wir können nicht mehr Panzer haben als Russland, wir haben allerdings ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem", sagte Jakobaschwili.

    Ziel der Strategie ist es, die separatistischen Provinzen in das Kernland zu integrieren und "den Prozess der Annexion durch Russland rückgängig zu machen", wie es in dem Papier heißt…

     

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