06:36 22 November 2017
SNA Radio
    Meinungen

    Geheimprojekt: Neuer Superpanzer für Russland

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 188 0 0

    MOSKAU, 26. März (Ilja Kramnik, RIA Novosti). Der Umbau und die Neuausrüstung der Armee mit Panzern ist derzeit ein heißdiskutiertes Thema unter den russischen Militärs.

    MOSKAU, 26. März (Ilja Kramnik, RIA Novosti). Der Umbau und die Neuausrüstung der Armee mit Panzern ist derzeit ein heißdiskutiertes Thema unter den russischen Militärs.

    Im Mittelpunkt der Diskussion stehen der Abbau der Panzertruppen, die stufenweise Aufstockung der Serienproduktion der T-90-Panzer, die Modernisierung der älteren Modelle und die Entwicklung des Panzers der neuen Generation, des T-95.

    Der Chef des einzigen russischen Panzerwerks Uralwagonsawod, Oleg Sijenko, berichtete in einem Exklusivinterview für RIA Novosti über die neusten Entwicklungen im Panzerbau.

    Der T-90 wurde Anfang der 1990er Jahre auf Grundlage des letzten modifizierten Modells des T-72-Panzers, T72B, entwickelt. Bis heute wird das Militärfahrzeug ständig nachgebessert. Gegenwärtig ist er der einzige russische Einheitskampfpanzer, der in Serie hergestellt wird. Laut dem Rüstungsprogramm soll die russische Armee insgesamt 1500 Panzer dieser Art erhalten. Gegenwärtig stehen 500 Kampffahrzeuge dieser Art im Dienst der russischen Streitkräfte. Unterschiedlichen Informationen zufolge werden jedes Jahr 60 bis 100 Panzer ausgeliefert.

    Die Ankündigung des Oberbefehlshabers der Landstreitkräfte, General Alexander Postnikow, über die Bestellung von 261 T-90-Panzern in diesem Jahr sorgte im vergangenen Monat für viel Diskussionsstoff. Die Information über plötzlich zunehmende T-90-Einkäufe wurde von allen Nachrichtenagenturen verbreitet.

    Uralwagonsawod-Chef Sijenko bestätigte die Meldungen allerdings nicht.

    „Gegenwärtig haben wir keinen Auftrag dieser Art, jedenfalls keinen Vertrag. Wir haben Verträge mit dem Verteidigungsministerium. In ihnen ist leider von viel weniger Panzern die Rede. Allerdings ich kann sagen, dass wir so einen Auftrag, wenn er wirklich eingehen würde, sehr gerne erfüllen würden. So ein Auftrag würde sehr gut für die Entwicklung des Unternehmens sein, weil wir damit ständig Arbeit hätten", sagte Sijenko.

    Die T-90 ist gegenwärtig auch der kommerziell erfolgreichste Panzer auf dem Weltmarkt. Bis jetzt sind knapp 1000 Fahrzeuge, einschließlich Fertigbau-Sets, exportiert worden. Immer mehr Länder kaufen Panzer für ihre Armeen. Die größten Aufträge kommen aus Indien. Doch auch Algerien hat diese Panzer im Truppengebrauch. Zudem gibt es einen Vertrag mit Turkmenistan sowie Vorverträge mit Zypern, Libyen und Saudi-Arabien.

    Die Produktion der T-90-Panzer läuft parallel zur Modernisierung der T-72-Panzer für die russische Armee. Am meisten ist die modernisierte Variante T-72BA verbreitet. Bei der Modernisierung wird das Feuerleitsystem verbessert, der Minenschutz mit einer zusätzlichen Panzerplatte neben dem Fahrersitz verstärkt, das Fahr- und das Triebwerk mit dem T-90A vereinheitlicht. Das Fahrzeug bekommt zudem einen verstärkten Panzerschutz. Nach dem Umbau entspricht er allen Anforderungen eines modernen Panzers. Allerdings ist der Umbau viel preiswerter als der Bau eines neuen T-90.

    Doch die Armee verbindet ihre Zukunft mit dem Panzer der neuen Generation, der die älteren Maschinen komplett ersetzen und die T-90 ergänzen soll. Die Arbeiten am neuen Panzer, bekannt als „Objekt 195" und „T-95", dauern schon seit vielen Jahren. Doch genauere Informationen darüber sind nach wie vor Geheimsache. Sijenko, dessen Werk den Panzer konzipiert und baut, sagte folgendes dazu:

     „Die Arbeit am Projekt dauert bereits seit vielen Jahren. Wir haben gegenwärtig leider konkretre Probleme mit unseren Zulieferern. Es gibt einen gewissen Rückstand sowohl bei der Qualität als auch beim Stand der Produktion. Wir bemühen uns, das Problem aus eigener Kraft zu lösen: Unsere Ingenieure entwickeln neue Baugruppen und Aggregate sowohl für die grundsätzlich neue Maschine als auch für die Zwischenvarianten.

    Wenn die Regierung uns erlaubt, kann das erste Modell des neuen Panzers in diesem Sommer auf der Waffenmesse in Nischni Tagil präsentiert werden. Die technischen Daten der Maschine kann ich nicht preisgeben. Ich möchte aber betonen, dass wir der technischen Aufgabe der Militärs komplett nachgekommen sind. Es wäre also ratsam, den Sommer abzuwarten - dann können Sie höchstwahrscheinlich die neue Maschine in Augenschein nehmen."

    Wenn der T-95 auch wirklich auf der Waffenmesse in Nischni Tagil vorgestellt wird, wird Russland das erste Land sein, das der Öffentlichkeit einen Panzer der fünften Generation vorführt. Dieses Fahrzeug soll besser als alle Vorgängermodelle und Konkurrenten sein.

    Trotz der Geheimhaltung sickern einige Informationen über den T-95 durch. So ist jetzt relativ sicher, dass das Gewicht der Maschine rund 55 Tonnen betragen soll. Der Turm soll unbemannt sein. Als Hauptwaffe soll der Panzer eine 152-mm-Kanone bekommen, die sowohl konventionelle Geschosse als auch lenkbare Raketen abfeuern kann.

    Die technischen Daten der einzelnen Panzer gewinnen an Bedeutung, weil die Panzertruppen verringert werden. Sie sollen von 20 000 Panzern in der Truppe und in der Reserve auf etwas mehr als 2000 Panzer im Truppengebrauch und 5000 bis 6000 in Ausbildungs- und Reserveverbänden abgebaut werden. Die Ausbildung der Besatzung gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Vor allem im Hinblick auf die enorme Länge der Grenze Russlands und die theoretische Möglichkeit eines Konflikts zu Lande mit einem zahlenmäßig überlegenen Feind.

    Somit wird der Erfolg der Reform der russischen Landstreitkräfte in vieler Hinsicht vom Erfolg der Entwicklung und der Tests des T-95 abhängen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren