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    Russlands Silicon Valley entsteht bei Moskau * USA und Russland rüsten gemeinsam ab

    Russlands Silicon Valley entsteht bei Moskau * USA und Russland rüsten gemeinsam ab

    Der Tagesspiegel: Russlands Silicon Valley entsteht bei Moskau

    Skoljkowo ist ein Wort, das Ausländern meist erst nach mehreren Anläufen fehlerfrei über die Lippen kommt. Sie werden üben müssen. Denn in der verschlafenen Siedlung westlich des Moskauer Autobahnrings soll die russische Variante des Silicon Valley entstehen. Ein Innovationspark von olympischer Dimension, wo Forschungskooperationen und Hightech-Unternehmen gemeinsam Produkte entwickeln sollen, mit denen Russland den technologischen Rückstand aufholt, auf dem Weltmarkt punkten kann und so die Abhängigkeit von Rohstoffexporten überwindet.

    Mit Investitionen im zweistelligen Dollar-Milliardenbereich wollen der russische Staat und die Privatwirtschaft vor allem Zukunftsbranchen wie Nano- und Biotechnologie, die Entwicklung von Hard- und Software für die Computer- und Telekommunikationsbranche, Umweltschutz und erneuerbare Energien fördern...

    Experten sind dennoch skeptisch. Korruption, Bürokratie oder Rechtsunsicherheit könnten für eine knallharte Bruchlandung sorgen. Medwedew treiben offenbar ähnliche Befürchtungen um. Statt eines Beamten wurde daher der Multimilliardär Viktor Wekselberg zum Chefkoordinator des Projekts bestellt.

    Der 53-jährige Mathematiker gehört zu den zehn reichsten Russen und wird in der alljährlichen Welt-Reichenliste des Wirtschaftsmagazins "Forbes" auf Platz 113 geführt...

    Mit einem geschätzten Privatvermögen von über sechs Milliarden Dollar, so Experten, hätte Wekselberg es nicht nötig, einen Teil der Investitionen für das russische Silicon Valley zu "privatisieren". Auch wollte der Kreml mit der Ernennung wohl eine alte Schuld abtragen. 2004 hatte Wekselberg für 150 Millionen Dollar eine Reliquie nach Russland zurückgekauft und dem Kremlmuseum als ständige Leihgabe vermacht: mit Edelsteinen besetzte Eier aus der Werkstatt von Hofjuwelier Faberge, mit denen der letzte russische Zar seine Lieben zum Osterfest beglückte.

    Berliner Zeitung: USA und Russland rüsten gemeinsam ab

    Nach Medienberichten einigten sich Washington und Moskau darauf, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe von je 2 200 auf je 1 550 zu senken. Die Zahl der Trägersysteme wird demnach auf jeweils 800 halbiert. Das Abkommen muss von den Parlamenten beider Staaten ratifiziert werden, bevor es in Kraft tritt...

    "Nach Jahren der Verhandlungen haben die USA und Russland den umfassendsten Abrüstungsvertrag in nahezu zwei Jahrzehnten beschlossen", sagte Obama. Das Abkommen stehe für zwei zentrale Ziele seiner Präsidentschaft: die atomare Abrüstung und die Verbesserung der amerikanischen Beziehungen zu Russland. "Wenn die USA und Russland effektiv zusammenarbeiten können, ist das im Interesse beider Staaten und der Sicherheit weltweit", sagte Obama. Auch der Kreml hob die Bedeutung des Abkommens hervor. Es spiegele das Gleichgewicht der Interessen beider Länder, sagte Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa... Knackpunkt war bis zuletzt, in welcher Form das geplante US-Raketenabwehrsystem in Europa in dem Vertrag erwähnt wird. Russland lehnt das Abwehrsystem ab.

    In seltener Einigkeit forderte die große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten am Freitag den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Die Regierung wurde aufgefordert, sich dafür mit Nachdruck einzusetzen. Außer der Linken, die nicht in die Beratungen über eine gemeinsame Vorlage einbezogen worden war, stimmten alle Fraktionen für den Antrag.

    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in einer von seinem Ministerium schon vorab als Grundsatzrede deklarierten Auftritt vor dem Parlament, diese Waffen seien Relikte des Kalten Krieges. "Sie haben keinen militärischen Sinn mehr, sie schaffen keine Sicherheit, und sie haben deshalb nach Auffassung der Bundesregierung auch keine Zukunft." Einen deutschen Alleingang werde es aber nicht geben. Über den Abzug der Raketen werde gemeinsam in der Nato entschieden.

    Die US-Streitkräfte lagern im rheinland-pfälzischen Büchel bis zu 20 Atomwaffen. Die genaue Anzahl wird geheim gehalten. Ähnliche Bomben, die während des Kalten Kriegs der Abschreckung der Sowjetunion in Mitteleuropa dienen sollten, liegen noch in der Benelux-Region, in Italien und in der Türkei...

    Das US-Verteidigungsministerium brachte zuletzt eine Modernisierung der Raketen ins Gespräch. Und US-Außenministerin Hillary Clinton warnte sogar davor, die Idee der nuklearen Abschreckung fallen zu lassen. Diese sei in einer immer noch gefährlichen Welt weiter nötig. Westerwelle dürfte Gelegenheit bekommen, diese Problematik mit Clinton persönlich zu beraten. Anfang der Woche fliegt er zum G 8-Außenministertreffen ins kanadische Ottawa.

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