13:20 20 November 2018
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    Nach Olympia-Debakel: Vizepremier Schukow soll es richten

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    MOSKAU, 21. Mai (Alexander Gorbunow für RIA Novosti). Der neue Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) in Russland wird voraussichtlich für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

    MOSKAU, 21. Mai (Alexander Gorbunow für RIA Novosti). Der neue Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) in Russland wird voraussichtlich für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

    Die Wahl von Vizepremier Alexander Schukow zum Olympia-Chef hätte für Wirbel gesorgt, wenn sie direkt nach Russlands Vancouver-Pleite geschehen wäre. Mittlerweile hat sich die Aufregung nach dem Debakel bei den Olympischen Winterspielen etwas gelegt. Das Treffen der Olympia-Funktionäre, bei dem Schukow offiziell zum Nachfolger von Leonid Tjagatschow gekürt wurde, verlief ohne Reibungen ab. Tjagatschow bekam als Trostpflaster den Posten des NOK-Ehrenpräsidenten zugesprochen. Es war seit langem bekannt, dass niemand anderer als Schukow das Olympische Komitee leiten wird: Er blieb von Anfang an der einzige Kandidat für diesen Posten.

    Es ist klar, dass Personalfragen auf so hoher Ebene nicht ohne die Zustimmung der Spitzenpolitiker gelöst werden. Wahrscheinlich wurde die Kandidatur Schukows von Medwedew oder Putin vorgeschlagen, die sich immer stark für den Sport interessieren. Erst danach ernannten die Sportverbände den Vizepremier offiziell zu ihrem Kandidaten.

    Jedenfalls wurde Russlands Olympischer Bewegung im Vorfeld der Sommerspiele 2012 in London und der Winterspiele 2014 in Sotschi neues Leben eingehaucht.

     Ist Schukow nichts anderes als eine weitere hochrangige Vorzeigefigur im Sport? In den meisten Fällen beteiligen sich Politiker, die sich mit dem Sport befassen sollen, anfangs nur formal an den Angelegenheiten des anvertrauten Ressorts.

    Doch Schukow ist offenbar aus anderem Holz geschnitzt. Dass er großes Interesse am Sport hat, ist allseits bekannt. Als Fußball- und Schachspieler interessiert er sich stark für alles, was in der Welt des Sports geschieht. Es darf auch nicht vergessen werden, dass er der Vorsitzende des Regierungs-Organisationskomitees für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London ist.

    Bei den russischen Athleten, Sportexperten und -funktionären, die mit Schukow zusammengearbeitet haben, gilt er als „einer von uns". Er ist ein guter Zuhörer. Seit den Spielen in Vancouver hat er sich mit etlichen Athleten und Chefs der Sportverbände getroffen. - Alle, die ihn trafen, waren beeindruckt über seine detaillierten Kenntnisse in ihrer Sportart, seine Sorgfalt und sein perfektes Verständnis für die Anliegen der Profiathleten aus.

    Es sind wohl auch die Profiathleten, auf deren Unterstützung Schukow vor allem bauen will. Der Vizepremier wird zweifellos das Personalkarussell drehen, um das Olympische Komitee besser aufzustellen.

    Eine Personalie ist bereits geklärt worden. Den neu geschaffenen Posten des Geschäftsführers des NOK bekam Marat Barijew, Jugend-, Sport- und Tourismusminister Tatarstans. Wahrscheinlich wird er Schukows rechte Hand. Dass der Profi- und Massensport in Tatarstan sehr professionell betrieben wird, ist in Russland bekannt. Die Teams aus der russischen Teilrepublik haben die Landesmeisterschaften in Fußball, Eishockey und Volleyball gewonnen. Vor allem der FC Rubin im Fußball, Ak Bars im Eishockey und Club Zenit im Volleyball stechen mit ihren Erfolgen hervor -  alles Teams mit einer gewachsenen Substanz. Tatarstan kann, anders als viele russische Regionen, auf seine gute Bedingungen für Sportler stolz sein.

    Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Schukow den irritierenden Konflikt zwischen dem Olympischen Komitee, dem Sportministerium und den Sportverbänden beenden. Der neue NOK-Chef kann das Wort „Intrigen" nicht hören und will darunter einen Schlussstrich setzen.

    Im russischen Hochleistungssport wird das Olympische Komitee jetzt allem Anschein nach die erste Geige spielen. Es wird die Ausbildung der besten Athleten verantworten und damit wohl auch die staatlichen Gelder für diese Zwecke.

    Das Sportministerium wird dabei aber nicht ohne Arbeit bleiben: Der Massensport liegt in Russland brach - große Anstrengungen zur Abhilfe tun not. Sportminister Vitali Mutko ist dem neuen NOK-Chef übrigens bei der Regierung unterstellt.

    Zum Verfasser: Alexander Gorbunow ist Kolumnist der Zeitung „Sport den sa dnjom".

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der der RIA Novosti übereinstimmen.

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