15:16 22 September 2017
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    Deutschlands Presse über Russland und GUS am 28. Mai

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    Terrorakt in Südrussland - wer steht dahinter?

    Terrorakt in Südrussland - wer steht dahinter?

    Die Tageszeitung: Wer steht hinter dem Terrorakt in Stawropol?

    Bei einem Anschlag im russischen Stawropol sind am Mittwochabend sieben Menschen ums Leben gekommen, 42 wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Sprengsatz mit einer Stärke von 400 Gramm TNT explodierte vor dem Eingang des Kulturhauses in der am Rande des Nordkaukasus gelegenen Provinzhauptstadt. Ein zweiter Sprengsatz detonierte zeitgleich in einem vor dem Konzertsaal abgestellten Pkw… Die Behörden des Stawropoler Kreises gehen davon aus, dass hinter den Anschlägen radikalislamische Gruppen stecken, die seit mehreren Jahren in den angrenzenden nordkaukasischen Republiken ihr Unwesen treiben. Das mehrheitlich von Russen bewohnte Stawropoler Gebiet war bislang von größeren Terrorakten verschont geblieben…

    Es kursieren aber auch Vermutungen, die russisch-nationalistische Kreise verdächtigen. Vor drei Jahren war es Ende Mai zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen slawischen und kaukasischen Bürgern in Stawropol gekommen, die mehrere Todesopfer forderten. Dass es sich um ein Attentat mit gezielter Symbolwirkung handelt, steht außer Frage. Am Donnerstag wurde der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für den Nordkaukasus in Stawropol erwartet. Der Millionär Alexander Chloponin war erst im Januar von Kremlchef Dmitri Medwedjew zu seinem Gesandten mit Sondervollmachten in der nordkaukasischen Krisenregion ernannt worden. Der ehemalige Gouverneur gilt als fähiger Wirtschaftsmanager. Er sollte der Region durch gezielte Investitionen soziale Stabilität bringen. Die aussichtslose soziale und wirtschaftliche Situation besonders Jugendlicher gilt als ein Grund, warum die islamischen Vereinigungen großen Zulauf haben. Der Amtssitz des Sonderbevollmächtigten ist Stawropol, das auch zum Verwaltungszentrum eines neuen Nordkaukasischen Föderalbezirks erhoben wurde. Dem gehören die islamischen Republiken Tschetschenien, Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Karatschajewo-Tscherkessien, das christliche Nordossetien und das Stawropoler Gebiet an. Seit den 1930er-Jahren wurde der Nordkaukasus erstmals wieder zu einer Einheit zusammengefasst… Die radikalislamischen Gruppierungen begrüßten denn auch die Gründung des Bezirks im Internet ironisch: Medwedjew tue es ihnen gleich. Auch sie hätten schließlich im Nordkaukasus ein islamisches Emirat ausgerufen. Alexander Chloponin hält die religiöse Unterfütterung des Terrors für vorgeschoben. Mafiaähnliche Gruppen erpressten Schutzgelder und betrieben Eigentumsumverteilung. Es handele sich um kriminelle Organisationen, die ihre Machenschaften geschickt mit dem Namen Allahs verknüpften, sagte er der Regierungszeitung Rossiskaja Gaseta.

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