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    Gas-Rabatt gegen Pipeline-Betreiber: Lukaschenko schlägt Moskau Tauschgeschäft vor * Russlands Wirtschaft im Aufwind: Schnelleres Wachstum erwartet * Sprachen-Streit: Russisch wird auf Krim zur Regionalsprache * Korea-Konflikt: Russland gerät zwischen die Fronten

    MOSKAU, 28. Mai (RIA Novosti). Gas-Rabatt gegen Pipeline-Betreiber: Lukaschenko schlägt Moskau Tauschgeschäft vor * Russlands Wirtschaft im Aufwind: Schnelleres Wachstum erwartet * Sprachen-Streit: Russisch wird auf Krim zur Regionalsprache * Korea-Konflikt: Russland gerät zwischen die Fronten

    „BFM.ru": Gas-Rabatt gegen Pipeline-Betreiber: Lukaschenko schlägt Moskau Tauschgeschäft vor

    Weißrussland ist bereit, das Kontrollpaket des Pipelinebetreibers Beltransgas abzutreten, wenn der Gaspreis an die russischen Inlandspreise angeglichen wird, berichtete die Online-Wirtschaftszeitung „BFM.ru" unter Berufung auf die weißrussische Nachrichtenagentur BELTA.

    "Wenn sie" (die Russen - Anm. d. Red.) "versprechen, Weißrussland Gas zu Inlandspreisen zu verkaufen, dann haben wir nichts dagegen: Nehmt doch das Kontrollpaket", sagte Lukaschenko am Donnerstag vor Studenten im weißrussischen Mogiljow.

    Am selben Tag zuvor hatte Russlands Vizepremier Igor Setschin gesagt, Moskau werde am wahrscheinlich die Gaslieferungen an Weißrussland nicht reduzieren, weil Minsk seinen Vertragsverpflichtungen beim Kaufpreis für Gas und Öl nachkomme. Ende Februar hatte Gazprom seinen Anteil am weißrussischen Gastransportunternehmen Beltransgas auf 50 Prozent erhöht. Später hieß es, der russische Gasriese wolle Kontrolle über Beltransgas übernehmen.

    Minsk signalisierte Anfang Februar, mit Moskau Gespräche über den Gaspreis zu beginnen. Damals berichteten russische Medien, dass Weißrussland Russland das Angebot unterbreitet habe, Zugang zur heimischen Stromwirtschaft zu gewähren, wenn im Gegenzug der Gaspreis auf 150 Dollar pro 1000 Kubikmeter gesenkt werde. Minsk rief Gazprom auf, in den Bau eines neuen Gas-Dampf-Blocks im Kraftwerk Berjosowskaja einzusteigen. Außerdem wurde der russischen Gasholding der Bau eines neuen Chemiekombinats auf der Grundlage der Grodno Asot AG angeboten.

    „Quote.ru": Russlands Wirtschaft im Aufwind: Schnelleres Wachstum erwartet

    Am Mittwoch haben die Vereinten Nationen ihren Ausblick für das Wirtschaftswachstum in diesem und kommenden Jahr vorgelegt, berichtete das Finanzportal „Quote.ru" am Donnerstag.

    Darin sagen UN-Experten ein Weltwirtschaftswachstum von drei Prozent für 2010 und von 3,2 Prozent für 2011 voraus.

    Im Januar hatten die UN-Ökonomen nur 2,4 Prozent prognostiziert. Demnach soll sich Weltwirtschaft nach einem Rückgang von zwei Prozent im vergangenen Jahr wieder erholen. Dennoch ist das Tempo zu langsam und unterscheidet sich in verschiedenen Ländern. Deswegen kann die globale Wirtschaft die mit der Rezession verbundenen Verluste noch nicht ausgleichen.

    Zudem verbesserte die UNO ihre Prognose über den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Russlands. UN-Experten rechnen für dieses Jahr mit einem Wachstum von 4,3 Prozent. Im kommenden Jahr wird Wachstum von drei Prozent erwartet. Im Januar prognostizierte die UNO einen Anstieg von 2,8 Prozent.

    Vorher hatte die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum für 2010 angehoben. Sie rechnet mit einem Zuwachs von 3,4 auf 4,6 Prozent. Die OECD hob ebenfalls ihre Prognose für das BIP-Wachstum Russlands von 4,9 auf 5,5 Prozent an.

    Nach Angaben des russischen Wirtschaftsministeriums stieg das BIP-Wachstum in Russland in den ersten vier Monaten 2010 im Jahresausdruck um 3,5 Prozent an. Dabei machte der Anstieg im ersten Quartal dieses Jahres nur 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Laut Experten des Ministeriums muss die Prognose für das BIP-Wachstum für dieses Jahr auf 4,5 Prozent erhöht werden. Dieser Kennwert liegt unterhalb der Prognosen der UNO und der OECD.

    Wie die meisten Experten betonen, ist die Wiederherstellung der Konsumnachfrage und der Energiepreise der wichtigste Faktor für das Wirtschaftswachstum Russlands. Die Erholung der Weltwirtschaft hänge jedoch direkt mit den staatlichen Stimulierungsprogrammen zusammen, so Experten.

    Laut Denis Barabanow, Chefanalyst der Investmentgesellschaft Grandis Kapital, hängt die neue BIP-Wachstumsprognose für Russland nicht nur mit den steigenden Rohstoffpreisen, die vor allem Anfang des Jahres sichtbar waren, sondern auch mit den jüngsten makroökonomischen Kennziffern. Dies sei vor allem deshalb wichtig, weil die Staatsausgaben nicht mehr erhöht würden und die Anti-Krisen-Unterstützung bereits vorbei sei, so Barabanow.   

    „Rossijskaja Gaseta": Sprachen-Streit: Russisch wird auf Krim zur Regionalsprache

    Das Parlament der ukrainischen Teilrepublik Krim hat Russisch als Regionalsprache anerkannt.

    Damit kann Russisch, das auf der autonomen Halbinsel ohnehin am meisten gesprochen wird, wieder uneingeschränkt in den Medien, im Bildungswesen und in der Wirtschaft verwendet werden, stellt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta" am Freitag fest.

     Bei einer Parlamentssitzung in dieser Woche stimmten 75 der 100 Abgeordneten dafür, dass die russische Sprache auf der Halbinsel frei verwendet werden darf.

    Diese Entscheidung kommentierte die Vorsitzende der Parlamentskommission für Wissenschaft und Bildungswesen, Galina Grschibowskaja, die das Dokument ausgearbeitet hatte, in einem Interview für "Rossijskaja Gaseta". Sie verwies darauf, dass die ukrainischen Parlamentarier im Jahr 2003 die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ratifiziert hatte, deren Richtlinien allerdings in der Ukraine, darunter auf der Krim, ignoriert wurden. „Als internationaler Vertrag ist die Charta wichtiger als nationale Gesetze bzw. Durchführungsbestimmungen, auf deren Basis die russische Sprache auf der Krim aus allen Lebensbereichen massiv verdrängt wurde", betonte Grschibowskaja. Zugleich führte sie an, dass 76 Prozent der Bevölkerung auf der Krim Russisch für ihre Muttersprache halten. „De facto konnten wir auch gegen die Nationalisten nichts tun, die die Rechte der ethnischen Russen verletzten."

    Der neue Beschluss soll die russische Sprache, insbesondere auf internationaler Ebene, schützen und zu dessen Ausweitung auf der Krim führen. Der Parlamentarierin zufolge wird Russisch bald „wieder vollwertig im Medienraum der Halbinsel vertreten sein."

    Darüber hinaus haben die Krim-Abgeordneten das ukrainische Parlament (Oberste Rada) aufgefordert, die Verabschiedung von Gesetzen zu verhindern, die die Rechte der ukrainischen Bürger im Sprachbereich verletzen könnten. „Die frühere Regierung hat vor ihrem Wechsel in die Opposition mehrere Minen gelegt", so Grschibowskaja weiter. „So wurde damals vorgeschlagen, Soldaten für die Verwendung der russischen Sprache in der Armee zu bestrafen. Weil für den humanitären Bereich in der Rada nach wie vor die Nationalisten zuständig sind, befürchten wir, dass diese Gesetze still und leise verabschiedet werden", unterstrich sie.

    „Nesawissimaja Gaseta": Korea-Konflikt: Russland gerät zwischen die Fronten

    In seiner Rolle als auswärtiger Beobachter ist Russland unversehens in die Korea-Krise hineingeraten, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

      Nachdem Südkorea mit Seemanövern seine Stärke demonstriert und Nordkorea den Sicherheitsvertrag („heißer Draht") aufgekündigt hat, beschloss Präsident Dmitri Medwedew, Experten nach Seoul zu schicken, die aufklären sollen, wer die südkoreanische Korvette „Cheonan" versenkt hat.

    „Medwedew hält es für grundsätzlich wichtig, den wirklichen Grund für den Untergang des Schiffs festzustellen und zu klären, wer persönlich für das Geschehene verantwortlich ist", hieß es aus dem Kreml.

    Zur russischen Delegation in Seoul gehören Vertreter des Hauptstabs der russischen Marine. Das sind Offiziere aus der Abteilung für internationale Zusammenarbeit. Nach Ansicht eines Sprechers des Hauptstabs wären die Ergebnisse der internationalen Untersuchungskommission zu dem Zwischenfall objektiver gewesen, wenn Ermittler aus Russland von Anfang dabei gewesen wären.

    Die Zeitung weist darauf hin, dass die Kommission aus amerikanischen, britischen, australischen und schwedischen Experten zu dem Schluss gekommen ist, dass die Korvette durch einen nordkoreanischen Torpedo versenkt worden sei. Die USA, die NATO und die EU erklärten, dass Pjöngjang die Sicherheit in der Region untergräbt. Nordkorea verurteilte den Bericht als eine Fälschung.

    Die Lage spitzt sich zu. Die Entwicklung der Krise hängt maßgeblich von der Position der anderen wichtigen Akteure in der Region ab. Die USA, die im Süden der Halbinsel 28.000 Soldaten stationiert haben, unterstützen eindeutig ihren Verbündeten. Sie wollen Seemanöver unter Teilnahme der südkoreanischen Kriegsmarine durchführen. Doch China, der wichtigste Förderer von Nordkorea, weigert sich bislang, sich den USA und ihren Verbündeten anzuschließen.

    Der Wunsch von Präsident Medwedew, russische Experten zu entsenden, bedeutet, dass Russland in den Konflikt hineingerät. Doch das russische Außenministerium teilte mit, dass Moskaus Position in keiner Weise vorausbestimmt sei. Russland wird die Situation um das südkoreanische Kriegsschiff nicht zur Erörterung im UN-Sicherheitsrat einbringen und diese Entscheidung auch nicht unterstützen, solange es keinen hundertprozentigen Beweis dafür bekommt, dass Nordkorea mit dem Untergang des Schiffs zu tun habe. Das sagte der Vizesprecher des Außenministeriums, Igor Ljakin-Frolow.

    RIA Novosti ist für den Inhalt der Artikel aus der russischen Presse nicht verantwortlich.