08:15 22 September 2017
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    Neue Handschrift des Terrors im Nordkaukasus

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    Bombenanschlag in Stawropol (9)
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    MOSKAU, 28. Mai (Nikolai Troizki, RIA Novosti). Am Mittwoch wurde der Nordkaukasus von einem neuen Terroranschlag erschüttert.

    MOSKAU, 28. Mai (Nikolai Troizki, RIA Novosti). Am Mittwoch wurde der Nordkaukasus von einem neuen Terroranschlag erschüttert.

    Beim Bombenanschlag in Stawropol, Hauptstadt der gleichnamigen Region, kamen sieben Menschen ums Leben (darunter ein zwölfjähriges Mädchen) und mehr als 30 wurden verletzt. Der Terror breitet sich offenbar weiter aus. An der „Terror-Front" tauchen neue Kämpfer und neue Gruppen auf.

    Der Terroranschlag in Stawropol hatte zwei Ziele. Die Bombe explodierte vor dem Kultur- und Sportpalast, wo das tschetschenische Volkstanzensemble „Wainach" ein Konzert geben sollte. Es ist gut möglich, dass die Terroristen dadurch sowohl die Menschen in Stawropol als auch jene Tschetschenen ängstigen wollten, die sich für Frieden statt Krieg entschieden haben. Zudem wollten sie wohl die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Völkern zuspitzen und die Situation in der Region destabilisieren, die seit Januar zum neuen Föderalbezirk Nordkaukasus gehört.

    Die Behörden bezeichneten den Terroranschlag als „eine heftige präzedenzlose Provokation, um das Gleichgewicht zwischen den Völkern in der Region zu brechen". Wer ist der Drahtzieher dieser Provokation? Der Terroranschlag konnte kaum von kleinen Terrorgruppen verübt worden sein, die sich im Gebirge und in den Wäldern Tschetscheniens und Inguschetiens verstecken. Sie handeln anders.

    Die nordkaukasischen Separatisten wählen nicht friedliche Bürger, sondern Militärs und Polizisten als Opfer. Zudem lassen sie Bomben in die Luft gehen, die deutlich mehr Schaden anrichten. Beim Anschlag in Stawropol wurde eine Bombe mit der Sprengkraft von 400 Gramm TNT gezündet. Zudem erkennt man die Separatisten an ihrer Taktik, kurz hintereinander zwei Bomben hochgehen zu lassen

    Experten zufolge war der Anschlag eher eine dilettantische Bedrohungsaktion, als ein professionell vorbereiteter Terroranschlag gewesen. Das Untersuchungskomitee hat bereits zwei Varianten in Bezug auf die Hintermänner des Bombenanschlags.

    Nach Polizeiangaben können die nationalistischen Extremistenorganisationen für den Terroranschlag verantwortlich sein. In diesem Fall liegt der Zusammenhang mit dem Auftritt der tschetschenischen Tanzgruppe auf der Hand. Das Ziel der Terrorgruppen ist, das fragile Gleichgewicht zwischen den Völkern ins Wanken zu bringen. In Stawropol hatte es vor drei Jahren eine Massenschlägerei zwischen Kaukasiern und einheimischen Jugendlichen gegeben. Dabei kam ein Tschetschene ums Leben.

    Danach schaffte man es jedoch, die Beziehungen zu entspannen. In Stawropol hörte man lange Zeit nichts von nationalistischen Extremistenorganisationen. Die Tatsache, dass in diesen drei Jahren eine Organisation entstand, die zu blutigen Anschlägen bereit ist, ist ein alarmierendes Zeichen. Man muss diese Organisationen sofort zerschlagen, sonst kann es zu einer Kettenreaktion in ganz Nordkaukasus kommen. Dort ist alles ohnehin fragil und unzuverlässig.

    Hinter dem Terroranschlag in Stawropol kann auch „ein verbrecherischer Untergrund" (Strafverbrecher, Banden) stecken. Ihr Ziel ist simpel: Den entschiedenen Kampf gegen Korruption und Kriminalität im Nordkaukasus zu untergraben. Dieser Kampf wurde von Alexander Chloponin, Vizepremier und Präsidentenbevollmächtigter im Nordkaukasus, verkündet. Chloponin plante einen Besuch in Stawropol, als der Anschlag geschah. Der Anschlag könnte eine Warnung sein.

    Beide Varianten beweisen, dass die Regierung in Moskau neue Gegner im Kampf um die Stabilität im „instabilen Kaukasus" bekommen hat. Egal ob radikale nationalistische Extremisten oder unpolitische Banditen - sie bedrohen den Frieden und die Sicherheit in der explosiven Region.

    Russlands Präsident Dmitri Medwedew verkündete vergangene Woche: „Die Korruption wird nicht nur im Nordkaukasus, sondern in jeder Region als Verbrechen bezeichnet. Im Kaukasus hat sie einen sehr bedrohlichen Charakter. Sie bedroht im Wesen die nationale Sicherheit, schwächt staatliche, soziale Institutionen. In der Tat hilft die Korruption direkt den Separatisten und Mördern, die im Föderalbezirk Nordkaukasus Verbrechen begehen."

    Gewalt im Nordkaukasus>>

    Dasselbe kann man über die Bombenattentäter in Stawropol sagen. Unabhängig von deren Zielen sind sie zu Gehilfen der Separatisten geworden. Es ist äußerst wichtig, sie zu finden und auszuschalten. Sonst kann der Terror über die Grenzen des Nordkaukasus schwappen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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