07:10 15 Dezember 2017
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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Islands Präsident Olafur Ragnar Grimsson hat an dem internationalen Forum „Dialograum Arktis“ in Moskau teilgenommen. In einem RIA-Novosti-Interview ging er auf Probleme der Arktis und der Zusammenarbeit in dieser Region ein.

    Islands Präsident Olafur Ragnar Grimsson hat an dem internationalen Forum „Dialograum Arktis“ in Moskau teilgenommen. In einem RIA-Novosti-Interview ging er auf Probleme der Arktis und der Zusammenarbeit in dieser Region ein.

    Herr Präsident, Island liegt in unmittelbarer Nähe der Arktis und muss insofern mehr als die anderen an positiven - und baldigen - Ergebnissen der Zusammenarbeit in dieser Region interessiert sein. Was ist Ihrer Ansicht nach das eigentlich Wertvolle an internationalen Konferenzen wie das jetzige Arktis-Forum? Und was sind gegenwärtig die akutesten Probleme der Arktis?

    Wenn wir um 15 bis 20 Jahre zurückschauen, sehen wir, dass es damals noch keinen internationalen Arktis-Dialog gegeben hat. In den Zeiten des Kalten Krieges war er einfach nicht möglich. Jetzt hat sich die Situation verändert, und das jetzige Arktis-Forum ist meines Erachtens ein klares Zeichen dafür, dass Russland an einem konstruktiven Dialog über die Arktis und das Nordpolarmeer interessiert ist...  Das Arktis-Forum in Moskau ist ein markantes Zeugnis dafür, welche gigantischen Erfolge wir im zurückliegenden Jahrzehnt erreicht haben. Es zeugt auch davon, dass wir weiterhin zum allgemeinen Wohl kooperieren und Konflikte vermeiden wollen…

    Das allgemeine Interesse für die Arktis ist offenbar damit verbunden, dass diese Region reich an Öl und Gas ist. Die umfangreichen Rohstoffvorräte fördern aber auch internationale Konkurrenz. Wird in diesem Zusammenhang Ihrer Ansicht nach auch dem Schutz des einmaligen Ökosystems der Arktis und den generellen ökologischen Problemen wie die globale Erwärmung Aufmerksamkeit gewidmet?

    Die Arktis ist in der Tat ein äußerst delikates Thema, das mit Problemen der Ökologie, der globalen Erwärmung, aber auch mit der Gefahr des Verschwindens von Sprachen und Kulturen der Urvölker dieser Region verbunden ist. Sobald dort ein alternativer Hochseeweg gelegt wird, der Asien mit Europa und Amerika auf eine neue Weise verbindet, werden dort Öltanker und Frachtschiffe auftauchen. Die Umweltgefahr wird auf ein Vielfaches wachsen und wir werden das berücksichtigen müssen. Dieser neue Seeweg wird hauptsächlich entlang der russischen Küste verlaufen. Insofern gewinnt heute der Dialog Russlands mit den anderen Arktis-Ländern ganz besonders an Bedeutung.

    Welche konkreten Ergebnisse erwarten Sie vom jetzigen Arktis-Forum? Wie oft sollen solche Konferenzen Ihrer Ansicht nach abgehalten werden?

    Ich denke, sie sollten regelmäßig stattfinden. Im nächsten Jahr wird beispielsweise ein Nordisches Forschungsforum in Norwegen stattfinden… Ich denke, dass wir ein jährliches Forum brauchen, zu dem sich Spitzenpolitiker, Wissenschaftler und Vertreter der Urvölker gleichberechtigt versammeln und einen gemeinsamen Aktionsplan erörtern. Wohl nirgends sonst auf der Welt braucht die Politik so stark die Unterstützung der Wissenschaft wie im Norden: die Überwachung der Eisdecke der Arktis und die Beobachtung der Erscheinungen, die mit der globalen Erwärmung verbunden sind… Wir müssen uns jährlich treffen, um den Dialog zwischen Politikern und Wissenschaftlern aufrecht zu erhalten… Das jetzige Forum in Moskau ist allein schon dadurch gut, dass es die Effektivität eines solchen Dialogs zeigt. Wir können ohne übermäßige diplomatische Formalitäten sprechen, uns auf konkrete Probleme konzentrieren und wissenschaftliche Fakten erörtern.

    Das Problem des Wegschmelzens der Eisdecke des Nordpolarmeeres und die potentiell negative Auswirkung dieser Erscheinung auf die Pflanzen- und die Tierwelt sowohl unmittelbar im Raum der Arktis als auch auf der Nördlichen Halbkugel insgesamt gehören heute zu den zentralen Themen. Inwieweit ist Island über diese Probleme besorgt? Will Ihr Land das nationale Recht und die Politik im Bereich des Walfangs revidieren?


    In erster Linie möchte ich betonen, dass der Arktis-Natur nicht jene den größten Schaden zufügen, die dort zuhause sind. Die Industrieproduktion in Europa und Amerika, seit einiger Zeit auch in Asien, hat die Prozesse des globalen Klimawandels beschleunigt und zu einem Temperaturanstieg im Weltozean geführt… Menschen, die seit Jahrhunderten auf dem Eis gelebt haben, können ihre traditionelle Lebensweise nicht mehr beibehalten. Sie brauchen keine internationale Konferenz, um zu begreifen, dass sich das Klima verändert, weil sie das mit eigenen Augen beobachten… Was das Problem des Walfangs anbelangt, so stellen die Wale eine äußerst wichtige Säugetierart der Arktis dar. Nicht nur sie allein sind aber für die Welt wichtig, sondern verschiedene Fischarten, weil diese in andere Regionen des Weltmeeres abwandern.

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