23:32 13 Dezember 2018
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    London mildert Ton gegenüber Moskau

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    Großbritannien will die seit Jahren auf einem Tiefpunkt liegenden Beziehungen mit Russland immer noch nicht in vollem Umfang wiederaufnehmen. Immerhin schlagen die Briten jetzt mildere Töne an.

    Großbritannien will die seit Jahren auf einem Tiefpunkt liegenden Beziehungen mit Russland immer noch nicht in vollem Umfang wiederaufnehmen. Immerhin schlagen die Briten jetzt mildere Töne an.

    Das machte der britische Außenminister William Hague während seines jüngsten Besuchs in Moskau deutlich. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow räumte Hague offene Probleme ein, schlug jedoch vor, mit Geduld an deren Lösung zu arbeiten.

    Schon nach Amtsantritt der britischen Regierung unter David Cameron im Mai 2010 hatte Hague gesagt, dass eine permanente Konfrontation mit Russland nicht im Interesse Großbritanniens liege. Vor seiner jetzigen Reise nach Moskau betonte er, dass die Tür für eine Verbesserung der Beziehungen geöffnet sei.

    iese Beziehungen waren 2006, nach dem mysteriösen Tod des Ex-Mitarbeiters des russischen Geheimdienstes FSB Alexander Litwinenko in London, auf einen Tiefpunkt geraten. Laut britischen Ermittlern hatte der russische Unternehmer Andrej Lugowoi Litwinenko mit der radioaktiven Substanz Polonium vergiftet.

    Nach monatelangen Ermittlungen forderte London eine Überstellung Lugowojs. Moskau lehnte dies ab, weil das Grundgesetz die Auslieferung von russischen Staatsbürgern ins Ausland verbietet, und erklärte sich bereit, gegen Lugowoj, der seine Unschuld beteuert, einen Prozess in der Heimat zu führen, wenn London genügend Schuldbeweise vorlege. Ein offizielles Gutachten über Litwinenkos Todesursache wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.

    Großbritannien seinerseits weigert sich, russische Bürger auszuliefern, gegen die in Russland mehr als 30 Ermittlungsverfahren im Gange sind.

    Der Streit hat die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer belastet. Großbritannien wies vier russische Diplomaten aus und legte die Kooperation mit russischen Geheimdiensten auf Eis. Auch setzte London die Verhandlungen über eine Visaerleichterung und über die Einrichtung von Kulturzentren mit Moskau aus.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte nach dem heutigen Treffen mit Hague, Moskau sei bereit, mit London im Fall Litwinenko zu kooperieren. Diese Kooperation müsse sich jedoch auf die russischen Gesetze stützen. Die verbleibenden Probleme dürften die Kooperation in anderen Bereichen nicht hemmen.

    Drei Jahre mussten vergehen, bevor die Briten endlich begriffen, dass die Kontroversen in Sachen Litwinenko, auch wenn sie bislang unlösbar sein mochten, kein Grund sind, die Beziehungen mit Russland auf Eis zu legen.

    Auf einer Pressekonferenz sagte Hague, dieses Thema sei während seines Moskau-Besuchs erörtert worden. Dennoch habe sich die Position von London nicht geändert. Mit einer raschen Änderung hatte freilich aber auch niemand gerechnet. Klar ist jedoch, dass derartige Meinungsverschiedenheiten die Entwicklung wirtschaftlicher und sonstiger Beziehungen nicht hemmen dürfen.

    In Russland sind gegenwärtig rund ein tausend britische Unternehmen vertreten, die Regierung in London bemüht sich um einen breiteren Zugang britischer Unternehmen zu russischen Öl und Gasreserven.

    Die Briten wollen ihre Diplomatie neu gestalten, ohne sich an alten Problemen festzuklammern. Das um so mehr, weil Ausfälle gegen Russland im Westen schon keine Mode mehr sind.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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