22:39 17 Dezember 2017
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    Währungssystem: G-20 verschleppen Reform

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    Die vielbesprochene Reform des Weltwährungssystems kommt kaum voran.

    Die vielbesprochene Reform des Weltwährungssystems kommt kaum voran.

    Das G-20-Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs Ende vergangener Woche hat erneut gezeigt, wie träge die Weltwirtschaft ist. Die Finanzminister sprachen in Paris über die Reform des Weltwährungssystems. Sie konnten sich jedoch nur auf Indikatoren verständigen, die die Schwachstellen und die Ungleichgewichte der Weltwirtschaft zutage fördern können.

    Kind der Krise

    Der während der Krise und ihrer Bekämpfung entstandenen G20 ist es nicht gelungen, die Wirtschaftsprozesse wirksam zu regeln. Die Staats- und Regierungschefs sowie die Beamten der G20 hatten zwar mehrere Antikrisenmaßnahmen beschlossen, doch ihre Wirtschaftspolitik richtete sich nach der Formel: „Jeder ist sich selbst der Nächste“. Dies scheint der Grund, warum niemand Durchbrüche bei den G20-Treffen erwartet.

    Die Finanzminister haben erneut versucht zu klären, wer an den zahlreichen Wirtschaftsrisiken schuld ist. Die Situation in der Wirtschaft ist weiterhin labil. Die Marktvolatilität nimmt zu. Es stellte sich lediglich heraus, dass sich die Positionen zwischen den Industrie- und den Schwellenländern zu dieser Frage sehr stark unterscheiden.

    Zudem ist kein ernsthafter Fortschritt bei der Schaffung eines neuen Weltfinanzsystems zu erkennen. Die USA (und die anderen Industrieländer) halten offenbar daran fest, ihre Wirtschaften mit Geldspritzen zu stimulieren. Die US-Notenbank Federal Reserve kauft als Teil ihres Programms zur Wirtschaftsförderung Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden Dollar.

    Die Finanzspritzen für die Wirtschaft wurden häufig kritisiert. Erstens wurde ein Teil des bereitgestellten Geldes für Spekulationsgeschäfte auf den Finanz- und Fondsmärkten genutzt. Zweitens bedroht der Zuwachs von Spekulationskapital die Wirtschaften der Entwicklungsländer. Letztendlich fördern derartige Antikrisenmaßnahmen nicht die Schaffung eines neuen Finanzssystems, sondern erhalten das jetzige Finanzsystem.

    Resultate

    Das wichtigste Ergebnis des G20-Treffens in Paris ist der Beschluss, ein Frühwarnsystem ins Leben zu rufen. Mit dessen Indikatoren sollen frühzeitig Ungleichgewichte in der Wirtschaft, darunter das Risiko der Entstehung von Blasen, erkannt werden.

    Dieses System soll der erste Schritt zu einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft sein. Außerdem sollen damit Währungskriege vermieden werden, die die Wirtschaft im vergangenen Herbst erschüttert hatten. Zu den Indikatoren gehören das Haushaltsdefizit, Staatsschulden, private Ersparnisse, die Bilanz der laufenden Rechnungen und die Handelsbilanz.

    Zwei weitere Kennzahlen hätten getrost hinzugenommen werden können - der reale Währungskurs und die Währungsreserven. Brasilien und China traten jedoch vehement dagegen auf. China ist mit 2,7 Billionen US-Dollar der alleinige Spitzerreiter nach dem Umfang der Gold- und Währungsreserven.

    In Bezug auf den Währungskurs kennt China keinen Spaß und lässt sich von seinen Handelspartnern (vor allem den USA) nicht in seine Währungspolitik reinreden. Das ist nicht verwunderlich. Der schwache Yuan verschafft den chinesischen Exportwaren einen weiteren Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt.

    Der wichtigste Handelspartner Chinas - die USA - fordert seit einigen Jahren die Aufwertung der chinesischen Währung. In Paris wurde vereinbart, dass die letzten zwei Indikatoren keine konkreten Zahlen beinhalten werden.

    Es muss noch viel getan werden, damit das System der Wirtschaftskontrolle funktioniert. Die Schwellenwerte der Indikatoren müssen bestimmt werden – und was zu tun ist, wenn sie überstiegen werden. Wann das geschieht, ist noch unklar. Bekannt ist nur, dass die Diskussionen über das Frühwarnsystem im Frühjahr fortgesetzt werden.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.



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