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    Ägyptens Präsident Hosni Mubarak zurückgetreten (57)
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    Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak und seine Söhne müssen sich seit Mittwoch vor Gericht des Vorwurfs erwehren, zur Ermordung von Regimegegnern angestiftet und das Amt missbraucht zu haben.

    Der gestürzte ägyptische Präsident Hosni Mubarak und seine Söhne müssen sich seit Mittwoch vor Gericht des Vorwurfs erwehren, zur Ermordung von Regimegegnern angestiftet und das Amt missbraucht zu haben.


    Muhammad Hosni Mubarak wurde am 4. Mai 1928 im ägyptischen Dorf Kafr El-Moseilha in Unterägypten (Provinz Manufia) geboren. Sein Vater besaß ein bisschen Land und arbeitete in einer juristischen Verwaltungsbehörde.


    Nach der Schule trat Mubarak in die Militärakademie ein, die er 1949 mit Auszeichnung verließ. Danach absolvierte er die Militär- und Luftwaffenakademie in Kairo und diente als Militärflieger.


    Von 1952 an war Mubarak Ausbilder an der Militär- und Luftwaffenakademie. 1956 nahm er an den Kämpfen während der Suezkrise teil. 1959 wurde Mubarak zum Kommandeur einer  Tu-16-Staffel ernannt. Im selben Jahr wurde er in die Sowjetrepublik Kirgistan zur Jetpilotenausbildung geschickt.
    1962 wurde Mubarak im Nordjemenitischen Bürgerkrieg als Kampfflieger eingesetzt.


    Von März 1964 bis zum April 1965 nahm Mubarak als Mitglied einer ägyptischen Militärdelegation an einem Ausbildungskurs an der Militärakademie M.W. Frunse in Moskau teil.


    Nach der Rückkehr aus der Sowjetunion wurde Mubarak zum Kommandeur des Luftstützpunktes im Westen Kairos ernannt. Nach dem Sechstagekrieg mit Israel im Juni 1967 wurde Mubarak zum Direktor der Militär- und Luftwaffenakademie berufen.


    Von 1969 bis 1972 fungierte Mubarak als Stabschef der Luftwaffe. 1972 wurde er zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe und stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt.


    Mubarak reformierte die ägyptischen Luftstreitkräfte und war einer der Verfasser des Angriffsplans für Israel. Im Oktober 1973 griff Ägypten Israel an. Mubarak kämpfte im Jom-Kippur-Krieg 1973 als Generalleutnant.


    Im April 1975 wurde Mubarak zum Vizepräsidenten ernannt. Nach der Gründung der Nationaldemokratischen Partei im August 1978 (von Präsident Anwar el Sadat) wurde Mubarak zum Vizevorsitzenden und 1981 zum Vorsitzenden der Partei ernannt. Mubarak war der wichtigste Berater von Sadat bei innen- und außenpolitischen Fragen.

    1980 übernahm Mubarak die Kontrolle über die ägyptische Polizei und Sicherheitsdiensten.
    Am 6. Oktober 1981 wurde Sadat bei einer Militärparade von radikalen Islamisten ermordet, die gegen den Friedensvertrag mit Israel waren. Mubarak saß auf der Tribüne neben dem Präsidenten und wurde bei dem Attentat verletzt.

    Am 14. Oktober 1981 wurde Mubarak zum Staatschef gewählt.

    Mubarak hielt sich fast 30 Jahre an der Macht. 1987, 1993 und 1999 wurde er bei Volksabstimmungen für weitere sechs Jahre wiedergewählt. 2005 erlaubte Mubarak mehrere Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen. Mubarak gewann die Wahl jedoch mit großem Abstand zu seinen Herausforderern.


    Mubarak ließ die Verfassung ändern, um die Volksabstimmungen durch Parlamentswahlen zu ersetzen.

    Mubarak überlebte sechs Attentate.


    Von den 1980er Jahren an war er einer der wichtigsten Vermittler bei Konflikten im Nahen Osten und in Afrika. Nach dem vergeblichen Versuch, den irakischen Präsidenten Saddam Hussein zum Abzug seiner Truppen aus dem Kuwait zu bewegen, unterstützte Mubarak die USA im Golfkrieg. 1991 entsandte Mubarak ein 40.000 Mann starkes Kontingent in den Irak. Beim Einmarsch in den Irak im Jahr 2003 steuerte Mubarak jedoch keinen Truppen bei.

    2006 gab Mubarak seine Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Ägypten bekannt. Im März 2008 verhandelte er mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin die Zusammenarbeit beim Bau von Atomkraftwerken. Mubarak verhandelte mit russischen Vertretern auf Russisch. Mubarak ist Ehrendoktor des Moskauer Instituts für Internationale Beziehungen und Träger des „Sterns des Sinai“, der höchsten Militärauszeichnung in Ägypten.
    Am 11. Februar 2011 trat Mubarak nach 18 Tage dauernden Massenprotesten, dem Einbruch der Wirtschaft und dem Chaos im Land von seinem Amt zurück.


    Am 12. April 2001 wurden er und seine Söhne auf Beschluss des ägyptischen Generalstaatsanwalts wegen des Vorwurfs der Korruption, Ermordung von Demonstranten und Amtsmissbrauch festgenommen.

     

    Nach der Festnahme wurde Mubarak nach einem Herzinfarkt während eines Verhörs ins Krankenhaus in Scharm el-Scheich gebracht.
    In den Medien wurde mehrmals von seinem schlechten Gesundheitszustand und sogar  seinem Tod berichtet.


    Mubarak und seine Verwandten dürfen Ägypten nicht verlassen. Die Generalstaatsanwaltschaft beschlagnahmte das gesamte Vermögen des Mubarak-Clans


    Mubarak ist mit Suzanne Thabet verheiratet, Tochter des ägyptischen Kinderarztes und dessen aus Wales stammender Frau. Mubarak hat zwei Söhne (Alaa Mubarak und Gamal Mubarak).

    Sein Sohn Gamal Mubarak war bis vor kurzem Generalsekretär des politischen Komitees der Nationaldemokratischen Partei. Unabhängige Medien berichteten mehrmals über seine mögliche Kandidatur bei den nächsten Präsidentschaftswahlen. Alaa Mubarak befasste sich nicht mit der Politik und war als Großunternehmer tätig.

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