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    MAKS 2011: Kampfdrohne made in Russia?

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    Luft- und Raumfahrtmesse MAKS-2011 (61)
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    Bei der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse „MAKS 2011“ wird Russlands erste Kampfdrohne Luch („Strahl“) präsentiert.

    Bei der internationalen Luft- und Raumfahrtmesse „MAKS 2011“ wird Russlands erste Kampfdrohne Luch („Strahl“) präsentiert.

    Das Projekt zum Bau einer Angriffsdrohne der neuen Generation ist eines der ersten in Russland. Wegen des bekannten Herstellers Vega steht der Bau des unbemannten Flugkörpers unter besonderer Beobachtung bei der am 16. August beginnenden Messe im Moskauer Vorort Schukowsi.

    Unter dem Dach des staatlichen Konzerns Vega wurden mehrere Elektronikwerke gebündelt, die bereits im vergangenen Jahr mit den Entwicklungsarbeiten begonnen hatten. Wie Vega-Vertreter Alexej Nedelin sagte, könnten die Munition und das Waffenleitsystem des unbemannten Flugkörpers bis zu 170 Kilogramm wiegen.


    In Russland entwickelt?

    Für Rüstungsexperten ist vor allem die Ausstattung der Kampfdrohne von großem Interesse. Nach Angaben der Entwickler wird die Drohne vom Rotax Motor 914 betrieben. Dabei entstehen einige Fragen.

    Bei Drohnenhersteller ist der Rotax Motor 914 nicht unbekannt - entwickelt vom österreichischen Unternehmen Rotax. Die US-amerikanische Drohne MQ-1 Predator oder die israelische Drohne Heron sind auch mit diesen Motoren ausgestattet. Für Drohnen in dieser Kategorie gehört dieser Motor zur Standardausrüstung.

    Es handelt sich nicht um die erste russische Drohne, die mit diesem Motor ausgerüstet ist. Bei der „MAKS 2009“ hatte Unternehmen Transas die Drohne Dozor-600 vorgestellt. Der Flugkörper wirkt wie eine kleinere Kopie der US-Drohne Predator.

    Luch steht vor einer ungewissen Zukunft. Wenn Vega die Drohne in der jetzigen Form den russischen Streitkräften anbieten wird, drängt sich die Frage auf, wie die Zulieferung ihrer Komponenten geregelt werden soll. Die Rüstungsindustrie wurde von den Importkontrolleuren bereits für kleinere Missetaten bestraft. Dabei ging es um kleinere Bestandteile aus dem Ausland, von Elektronik aus Taiwan bis Speziallegierungen aus GUS-Ländern. Doch wie werden die Kontrollen bei einem so wichtigen Bestandteil wie dem Motor reagieren?

    Für eine gute Drohne sind aber nicht nur das Herz, sondern auch die Augen und Ohren von großer Bedeutung. Infrarotsichtgeräte sind nicht gerade die Stärke der russischen Rüstungsindustrie. In den letzten Jahren wurden zwar Fortschritte erreicht, dennoch ist die russische Technik immer noch nicht gebrauchsfähig. Bei früheren russischen Drohnen traten häufig Fehler bei den Videoaufnahmen auf, wie General Wladimir Schamanow 2009 eingestehen musste .

    Bislang ist unklar, wie Vega die Kampfdrohne technisch ausstatten wird. Mehr Klarheit könnte die diesjährige Luftfahrtmesse bei Moskau bringen. Die Drohne Dozor-600 wurde mit EuroFLIR 350 des französischen Unternehmens Sagem ausgestattet. Drohnen sind heutzutage bei Aufklärungsmissionen nicht mehr wegzudenken.

    Traurige Geschichte

    Die Entwicklung von Kampfdrohnen in Russland geht nur sehr langsam voran. Nach den Vorwürfen der Geldverschwendung und des Kaufs israelischer Drohnen bekam das Militär einige Modelle von kleineren Drohnen, die in Russland entwickelt wurden.

    Laut den Entwicklern wusste das Verteidigungsministerium nicht, was es wollte und kaufte die israelische Flugkörper, die bei minus 20 Grad jedoch nicht einsetzbar. Erst später wurden die technischen Anforderungen nachgereicht.

    Entwickler und Auftraggeber mussten sich offenbar zunächst abstimmen, welche Art von Drohnen benötigt werden. Jetzt beginnt die zweite Etappe. Russland braucht mittelschwere und schwere Kampfdrohnen, die mit neuen Waffen und Aufklärungssystemen ausgestattet sind. Dann haben die russischen Luftstreitkräfte die unbemannten Flugkörper, die die USA bereits seit mehr als zehn Jahren nutzen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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