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    Ozonloch über Arktis bedroht Russland

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    Der starke Rückgang der Ozonschicht über der Arktis beunruhigt viele Wissenschaftler. Erstmals sei die Ozonschicht so weit zurückgegangen, dass von einem Ozonloch am Nordpol gesprochen werden könne, heißt es im britischen Wissenschaftsmagazin „Nature“. Auch für Russland kann das Loch zum Risiko werden.

    Der starke Rückgang der Ozonschicht über der Arktis beunruhigt viele Wissenschaftler. Erstmals sei die Ozonschicht so weit zurückgegangen, dass von einem Ozonloch am Nordpol gesprochen werden könne, heißt es im britischen Wissenschaftsmagazin „Nature“. Auch für Russland kann das Loch zum Risiko werden.

    Über der Arktis habe sich ein etwa zwei Millionen Quadratkilometer großes Ozonloch gebildet, berichtet das Wirtschaftsmagazin „Nature“.

    Im Unterschied zum seit 1985 bekannten Ozonloch über der Antarktis kann sich das Loch über der Arktis bis nach dicht besiedelten Gebieten ausdehnen - darunter auch Russland.

    Die Dicke der Ozonschicht über der Arktis ändert sich ständig. Doch erst im vergangenen Jahr wurde erstmals über eine dünner werdende Ozonschicht gesprochen, die mit der über der Antarktis zu vergleichen ist. In diesem Winter war der Rückgang der Ozonschicht in der nördlichen Halbkugel doppelt so groß im Vergleich zu den Spitzenwerten in den Jahren 1996 und 2005.

    Viele Forscher schlugen bereits im Frühjahr Alarm. „Die Ozonschicht in der Arktis-Region ist von Anfang des Winters bis Ende März um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Bislang war ein Rückgang der Ozonschicht um 30 Prozent der größte in der Winterzeit gewesen“, berichtete die Weltorganisation für Meteorologie im April.

    Es handelt es sich nicht mehr über saisonale Schwankungen, sondern um einen ernsthaften Schaden für die Erdhülle. „Zum ersten Mal mussten wir über dieses Problem sprechen“, sagte Dr. Neil Harris von der Cambridge University.

    Die Beobachtungsstationen in Nordeuropa und im europäischen Teil Russlands messen höhere UV-Strahlung. Dies ist zwar noch nicht gefährlich, der Trend ist aber alarmierend.

    Falls sich die Situation in den nächsten Jahren nicht ändert und das Ozonloch weiter wächst, kann dies zum Anstieg von Krebs- und Augenerkrankungen in den nördlichen Gebieten Russlands und in Skandinavien führen.

    Kälte ist schuld

    Das Ozonloch hat sich anscheinend aufgrund der ungewöhnlichen Kälte im Nordpol gebildet. Wissenschaftler befürchten, dass sich die Situation verschlimmern kann. Die saisonalen Temperaturschwankungen treten immer häufiger auf. Auf einen kalten Winter kann die weitere Verdünnung der Schutzhülle am Nordpol folgen.

     „Derzeit dominieren Bedingungen, die zu einem rapiden Rückgang der Ozonschicht führen“, sagte Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

    Freone

    Die Wissenschaftler sehen die industriellen Freon-Emissionen als Hauptgrund für den Rückgang der Ozonschicht.Wenn Freone in die oberen Sichten der Erdatmosphäre aufsteigen, zerfallen sie wegen der UV-Strahlung und sondern atomares Chlor und Brom aus - die größten Feinde der Ozonschicht. Wegen der enormen Freon-Ausstöße hat sich der Zustand der Schutzhülle so stark verschlechtert, dass 1987 das so genannte Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht unterzeichnet wurde. Die Situation hat sich zwar etwas stabilisiert, doch man muss warten, bis sich der Zustand der Ozonschicht auf natürliche Weise verbessert.

    Nach vorsichtigen Schätzungen der Forscher wird das Ozonloch über Antarktis in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts allmählich verschwinden. Die Atmosphäre in der Arktis wird in 20 oder 30 Jahren wieder ihren Zustand wie in den 1970er Jahre erlangen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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