23:22 23 November 2017
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    Zweifel am iranischen Mordplan gegen saudischen Botschafter

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    Die US-Administration wies Ende vergangener Woche die Zweifel am iranischen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA zurück.

    Die US-Administration wies Ende vergangener Woche die Zweifel am iranischen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA zurück.

    US-Justizminister Eric Holder hat dem Iran vorgeworfen, ein Attentat auf den saudiarabischen Botschafter in den USA geplant zu haben. Laut Holder wurde gegen zwei Iraner Anklage erhoben. Einer der beiden Verdächtigen, der neben der iranischen auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, sei festgenommen worden, der andere sei flüchtig, so Holder.

    Wie Holder betonte, ist der Plan „direkt vom Iran aus“ in Auftrag gegeben worden. Nach Angaben des US-Justizministeriums wollten die beiden Verdächtigen den saudischen Botschafter mit einem Bombenanschlag töten. Der festgenommene Mansour Arbabsiar soll das Attentat in den USA vorbereitet und den Mordauftrag an einen mexikanischen Drogendealer erteilt haben.

    Ungehobeltes Vorgehen

    Laut US-Zeitung „Washington Post“ haben die US-Ermittler zunächst selbst daran nicht geglaubt, dass diese dumme Verschwörung aus Teheran in Auftrag gegeben wurde. Die Iraner gehen nicht so unverhohlen vor.

    Die „New York Times“ berichtet detailliert darüber, wie Obamas Administration der globalen Welle der Verwirrung und des Skeptizismus in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit dieser Geschichte entgegen zu treten versucht.

    Wie die britische Zeitung „Independent“ schreibt, stimmt die merkwürdige Verschwörung mit den Angaben über die iranischen Spezialeinheiten nicht überein. Es handele sich nicht um eine Verschwörung, sondern um ein Drehbuch für einen Thriller, schreibt „Independent“.

    Die ganze Geschichte ist tatsächlich merkwürdig: 1,5 Millionen US-Dollar offen von einem iranischen Konto zu überweisen, mexikanische Drogendealer anzuheuern –  werden  Terroranschläge so vorbereitet?

    Kein Rückweg

    Die Komplott-Geschichte wurde von ganz oben an die große Glocke gehängt. US-Vizepräsident Joe Biden verkündete in einem TV-Interview, dass die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden sollen und alle (amerikanischen) Varianten des Falls auf dem Tisch lägen. Die USA werfen den iranischen Anführern direkt vor, den Anschlag vorbereitet zu haben.

    Sowohl im Nahen Osten als auch in den USA und in Europa wird diese spektakuläre Geschichte von Experten und der Mediengemeinschaft nicht ernst genommen. Neben den Experten zweifeln auch die Regierungen vieler Länder an der Wahrscheinlichkeit dieser Geschichte. Das Verhalten der USA gegenüber dem Iran ist in den letzten Jahren kaum als rationell zu bezeichnen. Jetzt versuchen US-Beamte, die Diplomaten aus den UN-Ländern davon zu überzeugen, dass es sich tatsächlich um eine Verschwörung handelt, an der der iranische Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei beteiligt sei.

    US-Außenministerin Hillary Clinton fordert neben den am Dienstag eingeführten einseitigen Sanktionen weitere Strafen, die aber einer breiten internationalen Unterstützung bedürfen. Teheran kann in dieser Situation wohl nur an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wenden.

    Die Beweise und Tatsachen über das Mordkomplott können zwar verschieden aufgefasst werden, die zornige Reaktion auf das Geschehene seitens Saudi Arabiens ist schon eingetreten. Die Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Saudi Arabien sind allgemein bekannt. Während der Libyen-Krieg noch nicht beendet ist, kann es im Nahen Osten zu einem weiteren Konflikt kommen.

    Provokation als Methode

    Die militärischen und diplomatischen Manöver um die Komplottgeschichte stehen noch aus. Doch die bereits von höchster Stelle verkündeten Vorwürfe gegen den Iran lösen Zweifel selbst in den USA aus. Dafür gibt es mehrere Gründe. Es handelt sich beispielsweise um die Methoden. In New York findet gerade ein Gerichtsprozess gegen den russischen Bürger Viktor But statt. Laut den USA ist But einer der größten Waffenhändler der Welt. Wie wurde aber But aus Thailand entführt? Die Agenten der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA hatten sich bei But als an einem Waffengeschäft interessierte kolumbianische Aufständische vorgestellt. Sie wollten bei But Waffen für den Kampf gegen die Amerikaner kaufen. But soll daraufhin erzählt haben, dass er die Amerikaner nicht möge. Doch gibt es etwa in der Welt viele, die die Amerikaner mögen?

    Der iranische Verschwörer wurde ebenfalls von DEA-Agenten festgenommen. Provokation als Methode löst im allgemeinen kein Vertrauen aus. Die internationalen Ermittlungen und die Justiz werden anscheinend noch lange kein Vertrauen hervorrufen. Die Justiz wird vor allem als politisches Instrument bezeichnet. Das sind wohl die Lehren der Komplott-Geschichte.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.