00:44 25 November 2017
SNA Radio
    Meinungen

    Sarkozy: Wutanfall bei EU-Gipfel

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 4 0 0

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist auf den britischen Premier David Cameron sehr böse. „Sie haben eine gute Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten. Wir haben es satt, dass sie uns kritisieren und sagen, was wir tun sollen. Sie sagen, Sie hassen den Euro und nun wollen Sie sich in unsere Treffen einmischen“, zitiert die britische Zeitung „Guardian“ Sarkozys Worte.

    Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist auf den britischen Premier David Cameron sehr böse. „Sie haben eine gute Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten. Wir haben es satt, dass sie uns kritisieren und sagen, was wir tun sollen. Sie sagen, Sie hassen den Euro und nun wollen Sie sich in unsere Treffen einmischen“, zitiert die britische Zeitung „Guardian“ Sarkozys Worte.

    Zu dem schroffen und nicht gerade diplomatischen Ausfall kam es beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel, wo die EU-Beamten erneut bemüht waren, die Euro-Zone aus dem Schuldenloch herauszuholen. Der französische Premier ärgert sich darüber, dass London, das seinerzeit die Umstellung auf den Euro verweigert hat, nun die anderen Teilnehmer der Euro-Zone belehrt, wie diese die Krise zu überwinden haben.

    Der britische Premier erwiderte darauf nicht völlig unbegründet, dass die Wirtschaftspolitik der EU die Interessen der Länder unmittelbar tangiert, die bei ihren nationalen Währungen geblieben sind. Insofern sei ihre Teilnahme an den Angelegenheiten der Euro-Zone berechtigt. Cameron kritisierte das neue Antikrisen-Paket – und zog damit den Ärger Sarkozys auf sich.

    London hat keinen Rückzieher vor – im Gegenteil: Laut britischen Medien will Cameron auf mehr Einfluss seines Landes auf die Bildung einheitlicher EU-Gesetze hinwirken.

    Vorerst ist die Diskussion in einer Sackgasse gelandet: Es wurden keine konkreten Resultate des zweitägigen Gipfels bekanntgegeben. Die EU-Spitzenpolitiker wollen am Mittwoch wieder zusammentreffen und dann schon ganz bestimmt eine Einigung erzielen.

    Wird das gelingen? Auch wenn David Cameron der Empfehlung von Sarkozy folgt und „den Mund hält“, wird das kaum helfen: Innerhalb der Euro-Zone selbst gibt es genügend Meinungsdifferenzen.

    Die Situation wird dadurch erschwert, dass die vorgeschlagenen Antikrisenmaßnahmen, die sich auf Investitionen in problematische Wirtschaften beschränken, die fundamentalen Probleme der Euro-Zone nicht lösen. Etwaige radikale Entscheidungen  wie etwa eine Euro-Abwertung oder ein Ausschluss einzelner Länder aus der Euro-Zone – können zugleich beträchtliche Erschütterungen nach sich ziehen, auf die die EU-Beamten noch nicht gefasst sind.

    Sarkozy sieht das ein. Deshalb ist er auch so verärgert.

     

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.