15:00 21 November 2017
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    Militäroperation in Libyen zu Ende – Die echten Probleme fangen erst an

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Der formelle Abschluss der Militäroperation in Libyen wird den Krieg nicht beenden. Eher wird damit ein neuer Ausbruch von Kampfhandlungen provoziert, der Frankreich und Großbritannien zu einer ständigen Präsenz in Libyen zwingen wird.

    Der formelle Abschluss der Militäroperation in Libyen wird den Krieg nicht beenden. Eher wird damit ein neuer Ausbruch von Kampfhandlungen provoziert, der Frankreich und Großbritannien zu einer ständigen Präsenz in Libyen zwingen wird.

    Die Nato-Führung folgte dem Willen des Uno-Sicherheitsrates und erklärte den 31. Oktober zum letzten Tag der Militäroperation in Libyen. Damit ging ein weiterer Kolonialkrieg von Großmächten in Afrika zu Ende.

    Oder eher ist dieser Krieg in eine neue Phase getreten. Zunächst wird sich natürlich ein Karussell von Übergangs- und provisorischen Regierungen drehen. Versuche werden unternommen, eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen. Einzelne Stämme werden zwischen einander um den Zugang zum Ölventil kämpfen.

    Sobald sich der Staub niederlegt, macht sich Al Qaida bemerkbar – dann werden aber eine solche schrittweise Stabilisierung und eine derartige totale Regelung beginnen, dass das keinesfalls milde Regime von Muammar al-Gaddafi als das verlorene Paradies erscheinen wird.

    Das koloniale Abenteuer von Paris und London in Libyen erinnert erstaunlich stark an ihren Krieg 1956 in Ägypten. Damals versuchten die beiden Patrone zusammen mit Israel, den von Gamal Abdel Nasser gerade nationalisierten Suez-Kanal an sich zu reißen. 

    Damals wurde die Operation von einem lauten Aufschrei aus Moskau gestoppt, der erstaunlicherweise von Washington unterstützt wurde. Damals wurde auch den Ansprüchen des „alten Europa“ auf eine führende Rolle in der Welt ein Ende gesetzt, die Welt ist endgültig bipolar geworden.

    Diesmal geschah das nicht. Deshalb werden Großbritannien und Frankreich, die das illusorische Gefühl der Allmacht zurück gewonnen haben, weiter so tun müssen, als sei in Libyen ein triumphaler Sieg des Guten errungen worden.

    Die Wahl, die vor den beiden „quasi-Supermächten“  steht, ist nicht gerade reich. Entweder entsteht vor den EU-Grenzen ein Netz des ungezügelten politischen Islams und religiösen Extremismus – oder wird ein neues „begrenztes Kontingent“ nach Libyen entsandt, das mit seinen hochtechnologischen Bajonetten die gefährlich schräge libysche Staatlichkeit wird stützen müssen.

    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.

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