00:53 25 November 2017
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    Experte: Russland will mit Raketendeal Flugverbotszone über Syrien verhindern

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    Moskau will nach Ansicht des russischen Sicherheitsexperten Alexej Arbatow mit seinen Waffenlieferungen an Syrien verhindern, dass eine Flugverbotszone in der Region eingerichtet wird.

    Moskau will nach Ansicht des russischen Sicherheitsexperten Alexej Arbatow mit seinen Waffenlieferungen an Syrien verhindern, dass eine Flugverbotszone in der Region eingerichtet wird.

    Die „New York Times“ hatte am Freitag unter Berufung auf US-Behörden berichtet, dass Russland eine Partie Anti-U-Boot-Flügelraketen neuer Modifikation nach Syrien geschickt habe. Wann die Marschflugkörper geliefert werden, wurde in dem Artikel jedoch nicht genannt.

    Russland betonte mehrmals, dass Syrien ausschließlich mit Abwehrwaffen gemäß Verträgen versorgt wird, die noch vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs geschlossen worden waren.

    Alte Verträge

    Laut Arbatow, Direktor des Zentrums für internationale Sicherheit am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen in Moskau, wurde der Vertrag zur Lieferung der Anti-U-Boot- und der S-300-Raketen bereits vor dem Beginn des Konfliktes in Syrien unterzeichnet.

    „Dieser Vertrag wurde vor Beginn der aktuellen Krise geschlossen. Die Raketenabwehrsysteme des Typs S-300 können nicht gegen die Rebellen eingesetzt werden. Es handelt sich nicht um Angriffswaffen. Russland erfüllt seinen Vertrag, obwohl es auch politische Motive gibt“, sagte Arbatow in einem Interview mit RIA Novosti.

    Die politische Position bestehe darin, dass Russland kategorisch gegen eine Intervention in Syrien sei, die auf den Sturz von Assads Regime gerichtet sei, sagte Arbatow. „Mit diesen Lieferungen demonstriert Russland, dass es nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten die Einrichtung einer Flugsverbotszone über Syrien verhindern wird, wie die, die in Libyen zum Sturz des Gaddafi-Regimes führte“, sagte Arbatow.

    Waffen zu Verteidigung Syriens

    Der Leiter des Zentrums für militärpolitische Forschungen am USA- und Kanada-Institut, Wladimir Batjuk, sagte bezüglich des „New York Times“- Artikels, dass es sich bei den an Syrien gelieferten Waffen um Defensivwaffen handele, die nicht zur Niederschlagung der bewaffneten Opposition eingesetzt werden können.

    „Diese Abwehrsysteme können im syrischen Bürgerkrieg nicht eingesetzt werden. Das betrifft auch die S-300-Raketen. Sie sind für die Verteidigung des Landes und nicht für die Niederschlagung der bewaffneten Oppositionellen bestimmt“, sagte Batjuk.

    Mit dem Artikel in der „New York Times“ soll Russland offenbar unter Druck gesetzt werden, um keine Rüstungen mehr an Syrien zu liefern.

    „Es liegt auf der Hand, dass die USA über Waffenlieferungen an die syrische Opposition nachdenken. Die USA sind bereit, damit zu beginnen. Eine andere Sache ist jedoch, dass die syrischen Oppositionellen kein Vertrauen erwecken. Unter ihnen herrscht Uneinigkeit. Die Extremisten gewinnen die Oberhand. Deswegen befindet sich Washington in einer schwierigen Lage und will Russland mit PR-Methoden unter Druck setzen. Die USA bereiten den Boden für die Waffenlieferungen“, so der Experte.

    Provokation? Möglich!

    Der stellvertretende Leiter des USA- und Kanada-Instituts, Pawel Solotarjow, hält es für möglich, dass der „New York Times“-Bericht eine Provokation ist.

    „Wir müssen die Tatsache in Erwägung ziehen, dass wir uns ständig in einem Informationskrieg befinden. Die gelieferten Informationen können verschiedene Ziele haben. Diese Version kann nicht ausgeschlossen werden“, sagte Solotarjow.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte nach einem Gespräch mit seinem US-Amtskollegen John Kerry mit, dass sich die Seiten darauf geeinigt haben, demnächst eine internationale Syrien-Konferenz als Fortsetzung der Genfer Gespräche vom 30. Juni 2012 abzuhalten. Russland, die USA und viele EU-Länder wollen dieses Treffen auf Ministerebene in Genf durchführen.

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