14:03 23 August 2017
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    Warum Kalaschnikow-Waffen in den USA begehrt sind

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    Dass der russische Waffenkonzern Kalaschnikow auf dem US-Markt Fuß fassen will, kommt nicht überraschend. Schließlich sind die USA der größte Waffenmarkt der Welt.

    Dass der russische Waffenkonzern Kalaschnikow auf dem US-Markt Fuß fassen will, kommt nicht überraschend. Schließlich sind die USA der größte Waffenmarkt der Welt.

    Laut dem Kalaschnikow-Pressedienst wurde kürzlich ein fünfjähriges Abkommen unterzeichnet, das den Export von 80 000 bis 200 000 Waffen jährlich in die USA und nach Kanada ermöglicht. Ist das viel oder wenig? Welche Waffen kommen dabei in Frage?

    Es handelt sich vor allem um den Export von zivilen Waffen, auf die nur ein geringer Anteil auf Polizei-Waffen entfallen wird. Unter der Marke Izhmash werden in den USA hauptsächlich Sport- und Jagdgewehre verkauft. Gewehre der Marke Saiga sind sehr gefragt in den USA, weil sie auf der Basis der Kalaschnikow-Maschinenpistole entwickelt wurden, was eine wichtige Rolle beim Marketing spielt.

    Um die Situation auf dem US-Waffenmarkt und die Perspektiven der russischen Waffen zu bewerten, muss man in erster Linie verstehen, wie sich der US-Markt für zivile Waffen in den letzten Jahren entwickelt hat.

    Die Zahl von 200 000 Gewehren täuscht auf den ersten Blick: Für den US-Markt ist das nicht besonders viel. 2013 wurden dort mehr als 21 Millionen Anträge zum Kauf von Waffen registriert (zum Vergleich: etwa sieben Millionen 2002, 16,5 Millionen 2011 und 19,5 Millionen 2012).

    Die Amerikaner bewaffnen sich: Der Markt wächst gewaltig. Die 2011 und 2012 ausgebrochenen Skandale um Schießereien in der Öffentlichkeit haben die Anschaffung von Waffen in den USA zusätzlich gefördert. (Nicht auszuschließen ist, dass sich die Amerikaner vorsorglich bewaffnen, solange dies gesetzlich noch möglich ist.)

    Deshalb ist der US-Markt enorm wichtig für die Waffenbauer aus  Ischewsk. 2013 wollten sie etwa 150 000 Waffen herstellen, darunter mehr als 100 000 zivile Waffen. In den letzten Jahren waren 80 bis 85 Prozent aller zivilen Waffen von Kalaschnikow für die USA bestimmt. Darauf lässt sich offenbar die im Vertrag festgelegte Mindestzahl der zu exportierenden Waffen zurückführen.

    Die Obergrenze von 200 000 Waffen hängt aber offenbar mit der optimistischen Bewertung des US-amerikanischen und kanadischen Marktes zusammen. Dabei geht es sowohl um das Wachstum des Marktes als auch um die immer größere Popularität der russischen Waffen.

    Eigentlich stieg der Absatz von Kalaschnikow-Gewehren in Amerika in den vergangenen Jahren um 50 bis 60 Prozent pro Jahr. Zuletzt sank der Zuwachs auf etwa 15 Prozent, dennoch werden russische Waffen zunehmend populärer.

    Warum sich die Russen ausgerechnet für die USA interessieren? Weil die Vereinigten Staaten der weltweit größte Markt für zivile Waffen sind, auf den bis zu 70 Prozent des gesamten Welthandels entfallen. Wer auf dem Markt für zivile Waffen ernsthaft Fuß fassen will, der muss mehr als zwei Drittel seiner Erzeugnisse in Amerika verkaufen.

    Die Gesetze zur Regulierung des Waffenhandels in den USA sind sehr liberal (trotz Einschränkungen in einzelnen Bundesstaaten), und die Nachfrage wächst ständig. Deshalb ist die Zahl 85 Prozent (Amerikas Anteil am Kalaschnikow-Export) nicht „furchterregend“.

    Die Amerikaner halten immer noch am zweiten Zusatzartikel ihrer Verfassung fest („Da eine wohl organisierte Bürgerwehr für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“). Deshalb ist die Nachfrage nach Schusswaffen weiterhin ungebrochen.

    Darum wäre der Absatz von 200 000 Waffen auf dem nordamerikanischen Markt durchaus machbar für den Kalaschnikow-Konzern. Es geht nur um Marketing und die Fähigkeit, einen Anteil an dem Markt zu erobern, der um zehn bis 20 Prozent jährlich wächst.

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