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    Russland und China verstärken militärpolitische Zusammenarbeit

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    Wladimir Putin und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping geben ihren ausländischen Partnern nicht zum ersten Mal zu verstehen, dass sie für die Kooperationsstrategie im Meer persönlich zuständig sind.

    Die traditionellen russisch-chinesischen Militärübungen „Marine-Zusammenarbeit“, die diesmal im nördlichen Teil des Ostchinesischen Meeres beginnen, sollen erstmals von den Staatschefs beider Länder eröffnet werden. Wladimir Putin und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping geben ihren ausländischen Partnern nicht zum ersten Mal zu verstehen, dass sie für die Kooperationsstrategie im Meer persönlich zuständig sind.

    Im Februar überwachten sie im Rahmen einer Videokonferenz von Sotschi aus die ersten Marineübungen im Mittelmeer in der Geschichte der bilateralen Beziehungen. Die diesjährigen Übungen, bei denen zwölf Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge eingesetzt werden, stehen auf dem Protokoll des Treffens zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping. Das sei eine Widerspiegelung der neuen geopolitischen Lage infolge der Krise um die Ukraine, äußerte Wladimir Jewsejew, Direktor des Zentrums für sozialpolitische Studien.„Dieses Ereignis kommt nicht zufällig. Das ist ein Zeichen an den Westen, vor allem an die USA, dass neue militärpolitische Beziehungen aufgebaut werden. Das ist ein Zeichen dafür, dass Russland und China ihre Kooperation in diesem Bereich verstärken. Die Marineübungen weisen darauf hin, dass in allernächster Zeit ernsthafte militärpolitische Vereinbarungen getroffen werden können. Die USA werden dieses Signal wahrnehmen. Doch sie haben keine Ressourcen mehr, um der militärpolitischen Stärkung Russlands und Chinas in der Pazifischen Region etwas entgegenzusetzen.“

    Igor Korottschenko, Chefredakteur des Magazins „Nationale Verteidigung“, äußert sich dazu folgendermaßen:

    „Russland wird jetzt China als den wichtigsten strategischen Partner betrachten. Bisher waren vor allem die USA und die Nato solche Partner. Doch wegen ihrer unfreundlichen Haltung infolge der Geschehnisse in der Ukraine orientiert sich Russland zunehmend auf die Asiatisch-Pazifische Region. Daher stattet Wladimir Putin seinen ersten Auslandsbesuch nach den ukrainischen Ereignissen gerade China ab.“

    Die Übungen „Marine-Zusammenarbeit“ werden im nördlichen Teil des Ostchinesischen Meeres stattfinden. Dort veranstalten die USA regelmäßig gemeinsame Übungen, um sowohl China als auch Nordkorea unter psychologischen Druck zu setzen, wie Konstantin Sokolow, Vize-Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, sagte. Das sei der Grund, warum Moskau und Peking gerade dort ihre gemeinsamen Übungen austragen wollen, so der Experte.

    „Russland und China führen bereits zum dritten Mal Marineübungen durch. In dieser Region finden nämlich praktisch zwei- bis dreimal jährlich gemeinsame amerikanisch-südkoreanische Übungen statt. Deshalb sind diese Manöver ganz bestimmt eine Reaktion auf die regelmäßigen Militärübungen zwischen den USA und Südkorea. Diese Region ist recht empfindlich für China. Dort gibt es akute Territorialstreits mit Japan. Da Tokio von Washington unterstützt wird, können die jetzigen Militärübungen als eine Art Unterstützung von Peking durch Moskau betrachtet werden."

    Die wichtigste militärische Besonderheit der am 20. Mai beginnenden Übungen ist die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades der gemeinsamen Handlungen der Kampfschiffsabteilungen beider Länder. Erstmals wird es gemischte Schiffsabteilungen geben.


    Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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