04:07 08 Dezember 2019
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    Ukrainische Armee kurz vor dem Zerfall

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    Die ukrainische Armee steht offenbar kurz vor dem Zerfall. Wegen der Unfähigkeit der Kiewer Regierung, die eigenen Streitkräfte zu koordinieren, steuert der ukrainische Staat einer Katastrophe entgegen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit sein. Die Uhr tickt gegen Kiew.

    Die ukrainische Armee steht offenbar kurz vor dem Zerfall. Wegen der Unfähigkeit der Kiewer Regierung, die eigenen Streitkräfte zu koordinieren, steuert der ukrainische Staat einer Katastrophe entgegen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit sein. Die Uhr tickt gegen Kiew.

    Dem ukrainischen Militär fehlt es Ausrüstung und Munition. Der Oligarch Igor Kolomojski verkauft Kerosin und Schutzwesten zu überhöhten Preisen an die Armee. Auch die Zahl der Soldaten sinkt. In den vergangenen Tagen baten mehr als 400 Soldaten um Zuflucht in Russland. Die Menschen haben Angst vor Ungewissheit. Weil die Kiewer Behörden nicht in der Lage sind, ihre eigenen Streitkräfte zu koordinieren, droht dem ukrainischen Staat eine Katastrophe.

    Die Massenflucht der ukrainischen Soldaten zeigt, in welch beklagenswertem Zustand sich die ukrainischen Streitkräfte befinden, was sich unmittelbar auf die Kampfmoral auswirkt. Die Soldaten würden sich davor fürchten, zu Geächteten in der eigenen Gesellschaft zu werden, so der ukrainische Politologe und Publizist Alexander Karewin.

    „Sie wollen nicht zu den Henkern des eigenen Volkes werden, also es geht um ihren moralischen Zustand. An der Machtspitze wechseln sich die Protagonisten ab. Diejenigen, die Janukowitsch verteidigt hatten, wurden anschließend zu Feinden erklärt. Niemand weiß, was in einem bzw. zwei Monaten geschieht. Die Soldaten wissen genau, dass es irgendwelche Änderungen an der Machtspitze geben wird, statt Helden werden Feinde des Volkes aus ihnen“.

    Zudem gebe es in den ukrainischen Truppen keinen Leader, der für Zusammenhalt sorgen würde und die Verantwortung übernehmen könnte, so der Vorsitzende der ukrainischen Organisation „Russische Gemeinde der Ukraine“, Konstantin Schurow.

    „Damit die Truppen ihre Aufgaben erfüllen, sind nicht nur Ausbildung, Geschlossenheit, sondern auch autoritäre und erfahrene Top-Figuren wichtig, die diese Soldaten schützen können. In den ukrainischen Streitkräften und in der Nationalgarde sind solche nicht vorhanden“, so der Experte.

    Kiew rechnet immer noch mit der Unterstützung des Westens. Der Westen schürt weiter diese Hoffnungen. Die USA kündigten vor einigen Tagen an, 19 Millionen Dollar für die Ausbildung und Ausrüstung der Nationalgarde bereitzustellen. Dabei wird es wohl weniger um moderne Ausrüstung handeln. Wie der Chefredakteur des Militärzeitschrift „Nazionaljnaja Oborona“ (Nationale Verteidigung), Igor Korotschenko, betonte, wird Kiew wohl das bekommen, was in den USA nicht mehr gebraucht wird.

    „Die Ukraine erhält Militärhilfe. Allerdings handelt es sich um die Lieferung von veralteten sowjetischen Waffen aus den Nato-Ländern, die früher dem Warschauer Pakt angehörten. Solche Lieferungen werden ohne großes Aufsehen gemacht. Doch ich betone nochmals, die ukrainische Armee ist jetzt einfach nicht imstande, die westliche Militärtechnik einzusetzen. Dafür sind ausgebildete Soldaten nötig. Die Ukraine kämpft jedoch mit Methoden wie vor 30 Jahren und mit alten sowjetischen Waffen“.

    Dass sich die ukrainische Armee heute in diesem Zustand befindet, sei kaum verwunderlich, so Korotschenko. Das jetzige ukrainische Verteidigungsministerium sei eine äußerst korrumpierte Behörde. Als die USA 300.000 Verpflegungspakete in die Ukraine schickten, erreichte fast nichts davon die Armee. Dafür aber den Schwarzmarkt. Das Schicksal der Armee sei nicht beneidenswert und traurig, so Experten. Es sei zwar noch nicht zu einer Katastrophe gekommen, das sei jedoch nur noch eine Frage der Zeit. Die Uhr tickt jetzt gegen Kiew.

     

    Die Meinung der Verfasserin muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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