21:24 10 Dezember 2016
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    MH17-Absturz: Russland will Verschleppung der Ermittlungen verhindern

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    Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt (299)
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    Der Uno-Sicherheitsrat erörtert am 19. September den Verlauf der Ermittlungen zum Absturz der malaysischen Boeing in der Ukraine. Diese Sitzung wurde von Russland initiiert. Die Tragödie ereignete sich vor zwei Monaten, die Ermittlung hat jedoch bisher praktisch keinerlei Ergebnisse bekanntgegeben.

    Der Uno-Sicherheitsrat erörtert am 19. September den Verlauf der Ermittlungen zum Absturz der malaysischen Boeing in der Ukraine. Diese Sitzung wurde von Russland initiiert. Die Tragödie ereignete sich vor zwei Monaten, die Ermittlung hat jedoch bisher praktisch keinerlei Ergebnisse bekanntgegeben.

    Russland wird nicht erlauben, dass die Untersuchung der Absturzumstände der malaysischen Passagiermaschine in der Ukraine gebremst wird, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Am 9. September veröffentlichten die Niederlande erste Ermittlungsergebnisse. Die Hauptschlussfolgerung in dem langerwarteten Bericht wurde die Feststellung der Tatsache, dass das Flugzeug wegen unzähliger von außen her zugefügter Beschädigungen in der Luft zerfallen sei. Woher dieser Schlag geführt wurde und vor allem von wem - das versuchten die Autoren des Berichts nicht einmal herauszufinden.

    Es gab zwei Hauptversionen. Die Rakete sei von einem Fliegerabwehr-Raketenkomplex „Buk“ abgeschossen worden, mit dem die ukrainische Armee bewaffnet sei, oder von einem Kampfflugzeug Su-25, das Satelliten des russischen Verteidigungsministeriums unweit der fliegenden Boeing festgestellt hatten. Dieser Tage tauchte eine weitere Version auf. Nicht irgendwo, sondern auf der Website des Deutschen Bundestags.

    Dort wurde ein Memorandum veröffentlicht. Es enthält Angaben, dass der Flug MN17 – die malaysische Boeing – von einer Rakete des Fliegerabwehr-Raketenkomplexes S-125 „Petschora“ (nach der Nato-Klassifizierung – SA-3) abgeschossen worden sein könnte. Zumindest hatten zwei Nato-Aufklärungsflugzeuge, die im Luftraum Polens und Rumäniens das Geschehen in der Ukraine beobachtet haben, sein In-Funktion-treten im Abschussgebiet fixiert. Das Dokument, das vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Markus Ederer unterzeichnet wurde, enthalte zwar keinerlei Schlussfolgerungen, doch sie würden auf der Hand liegen, bemerkt der Direktor des Zentrums für strategische Konjunktur Iwan Konowalow:  „Der Bericht, den die Niederländer im Ergebnis der Untersuchung erstellten, offenbarte nichts. Es ist klar, dass die Boeing abgeschossen wurde. Aber alle erwarten die Antwort auf die Frage, wessen Rakete es gewesen sei. Die deutsche Version fügte dem allgemeinen Bild noch ein weiteres hinzu – dass es die ukrainische Seite gewesen sei. Der S-125-Komplex - das ist eine alte Anlage, in der russischen Armee gibt es sie längst nicht mehr, und schon gar nicht gehört sie zur Bewaffnung der Volkswehr des Donbass. Sollte sich diese Version bestätigen, bleibt keinerlei Zweifel daran, dass die Streitkräfte der Ukraine diese Rakete abgefeuert haben.“

    Der Oberst der Reserve, der Militärwissenschaftler Dr. Anatoli Sokolow, stimmt zu, dass ein ukrainischer S-125-Fliegerabwehr-Raketenkomplex die Boeing habe abschießen können. Aber trotzdem neigt er mehr zur Version, dass das Flugzeug von einer Luft-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Das Bild des Geschehens wäre sehr viel klarer, hätten die Ermittler alle Fakten bekanntgegeben, die sie sammeln konnten.

    Im Bericht der Niederländer fehlte sogar der vollständige Gesprächskontakt der Crew mit dem ukrainischen Fluglotsen. Zwei Wochen nach der Katastrophe hatten die Ukraine, die Niederlande, Australien und Belgien eine Vereinbarung darüber abgeschlossen, die Information über die Ermittlungsarbeiten ohne die Zustimmung aller Seiten nicht zu verbreiten. Inwieweit das in menschlichem und politischem Sinne ethisch gerechtfertigt ist, ist eine Gewissensfrage. Die rechtliche Seite der Frage weckt Zweifel. Dieser Tage richtete eine Gruppe italienischer Europaabgeordneter eine Anfrage an die Europäische Kommission, ob die Vereinbarung über die Geheimhaltung der Untersuchungsergebnisse rechtmäßig sei.

    Indessen haben Privatdetektive beschlossen, sich mit der Untersuchung der Katastrophe zu befassen. Eine Detektiv-Agentur aus Deutschland verkündete eine Belohnung in Höhe von 30 Millionen Dollar für Hinweise, die helfen können, die Absturzumstände der malaysischen Boeing aufzuklären.

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