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    Ukraine-Krise

    "Massives Putin-Bashing": Deutsche Medien führen Krieg gegen Russland - Meinung

    © AP Photo / Manu Brabo
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    Die Ukraine-Krise hat zu einem wahren Medienkrieg gegen Russland geführt. Vor allem in Deutschland kommt es nicht nur in der Boulevardpresse, sondern selbst in den sogenannten seriösen öffentlich-rechtlichen Medien zu wahren Hetzkampagnen gegen Präsident Putin.

    Verblüffend ist, dass das Volk dabei durchaus Verständnis und Sympathie für Russland zeigt, wie Studien belegen. „Ganz offensichtlich gibt es verschiedene politische Prioritäten. "Es ist ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in etlichen anderen Ländern, vor allem in den USA, eine ganz deutliche Veränderung im Umgang mit Russland zu beobachten“, sagte Eckart Spoo, langjähriger Journalist unter anderem bei der Frankfurter Rundschau und Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky, in einem Gespräch mit dem Sputnik-Korrespondenten Armin Siebert.

    So kommt es seit Monaten in deutschen Medien zu einem massiven Putin-Bashing. 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges. Gerade in der Ukraine-Krise wird der Kampf auch mit Worten geführt. Ausdrücke wie pro-russisch oder Putinversteher sind eindeutig tendenziös. Es scheint in diesem Konflikt nur ein Dafür oder ein Dagegen zu geben. Sollte ein Journalist nicht gerade die Wahrheit in der Mitte suchen?

    Eckart Spoo: „Es gab ja diese furchtbare Parole "Putinversteher", als ob das was Schlimmes sein könnte. Nein, es ist eben nötig, wenn man Frieden wahren will, dass man einander versteht. Und diese ganz entscheidende Aufgabe der Friedenswahrung nimmt der Journalismus im Moment offensichtlich nicht wahr. Es ist ganz offenkundig, dass vor allem in führenden Positionen der deutschen Medien Leute sitzen, die wirklich Kriegsstimmung gegen Russland erzeugen. Und wenn man weiß, dass der amerikanische Kongress vor ein paar Wochen Präsident Obama ermächtigt hat zum Krieg gegen Russland, dann kommt einem das Alles nicht so vereinzelt und unverständlich vor."

    Journalismus ist auch immer Selektion, worüber man berichtet und worüber nicht. Warum wurde beispielsweise über den Euromaidan ausführlichst berichtet, über den Brandanschlag auf das Gewerkschaftshaus in Odessa aber nicht? Eckart Spoo: "Für mich war das Schlimmste in dieser Situation, als die BILD-Zeitung, die nun mal die auflagenstärkste des Landes ist, über den Brandanschlag auf das Gewerkschaftshaus in Odessa nur mit drei Sätzen berichtete. Und alle drei Sätze stammten von Herrn Jazenjuk und der Inhalt war: 'Putin ist Schuld.'

    "Also ist der Ukraine-Konflikt auch ein Propaganda-Krieg? Eckart Spoo: "Ja, sicher. Zur Propaganda gehören ja auch Falschmeldungen. So lief alles, was in Bezug auf die Krim verbreitet wurde, seit Monaten immer mit denselben Begriffen, nämlich Annexion und Aggression, was beides falsch ist."

    Gerade wurde „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres gewählt. Es gibt Demonstrationen, auf denen Menschen Ihren Unmut gegenüber der Medienlandschaft äußern. Wie konnte es zu so einer Diskrepanz zwischen den Medien und den Lesern kommen? Dazu noch einmal Eckart Spoo: „Das Grundrecht der Pressefreiheit ist ja nicht ein Privileg der Journalisten, Verleger und Intendanten, sondern jedermanns Grundrecht, genauso wie auch das Demonstrationsrecht. Es ist eine große Anmaßung, wenn Medienvertreter so tun, als sei das ihr eigenes Recht, das sie gnädig wahrnehmen. Das ist also ein berechtigter Unmut der Bevölkerung, wobei ich das jetzt nicht unbedingt über die Pegida-Bewegung insgesamt sagen möchte. Aber wenn es berechtigte, konkrete Kritik an Medien gibt, dann ist es höchste Zeit, dass sich die Medien damit befassen."

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    Tags:
    PEGIDA, Deutschland, Russland