18:55 18 September 2020
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    Die mediale Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt ist einseitig und unterstützt oft die Feindbilder, die einige EU-Politiker haben, behauptet Sabine Schiffer. Für die Medienpädagogin und Autorin steht fest, dass sich viele Journalisten vor den politischen Karren westlicher Politik-Interessen spannen lassen.

    Die Ukraine sei zur Zielscheibe geopolitischer Interessen geworden, viele EU-Politiker versteckten sich hinter alten Feindbildern, sagte Schiffer in einem Interview mit Sputniknews. Auch die Medien spielen ihr zufolge mit, indem sie mit tendenziösen Begriffen wie Putinversteher eine voreingenommene Berichterstattung prägen. „Die Journalisten schaffen oftmals ein verzerrtes Bild, das fast schon wieder eine Unwahrheit generiert, praktisch lügen sie mit Fakten“, so Schiffer.  In ihrem Buch „Ukraine im Visier“ beleuchtet die Medienpädagogin die westlichen Interessen in diesem Konflikt.

    „Es ist politisch entscheidend, welche Strategien, welche Think Tanks, welche Lobbyarbeit an diesen westlichen Interessen beteiligt sind, aber auch in Bezug auf den Journalismus. Das sieht man an der Einbindung von Elite-Journalisten, sogenannter Alpha-Journalisten in transatlantische Netzwerke. Das erklärt vielleicht, warum manchmal der Journalismus der Politik voranzupreschen scheint“, unterstreicht Schiffer. Oft bleiben Ereignisse wie die Schüsse auf dem Maidan oder der Brand im Gewerkschaftshaus in Odessa unaufgeklärt, da die Medien lieber offiziell gängige Meinungen akzeptierten als näher nachzuforschen. Wenn sie zum Beispiel eigentlich ihrer Aufgabe als Journalist nachgehen und recherchieren, werden sie von vorherein schon als Verschwörungstheoretiker gelabelt.“

    Schiffer kritisiert auch die regelrechte Diffamierungs-Kampagne gegen Politikkoryphäen wie Michael Gorbatschow, Helmut Schmidt, Egon Bahr und Henry Kissinger, die mit ihren Meinungen in die Ecke gestellt werden würden.  „Ich vermute, da sind einige PR-Agenturen dran beteiligt. Das wird durchgezogen ohne Korrektiv. Und erschreckend ist, wenn so gewichtige Stimmen wie Helmut Schmidt oder Egon Bahr als senil abgetan werden. Und gerade das sehen die Menschen und das macht ihnen Angst, wenn sogar die, die es wissen müssten, niedergemacht werden.“

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    EU, Helmut Schmidt, Michail Gorbatschow, Ukraine