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01:07 18 Oktober 2019
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    Serbien: Ja zur EU, nein zur Nato – Balkan-Experte: Ist nicht ganz unproblematisch

    © Sputnik / Ilja Pitalew
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    „Das Ziel Serbiens ist es, mit allen Ländern partnerschaftliche Beziehungen aufzubauen“, so der serbische Außenminister Ivica Dačić. Damit ist ein möglicher NATO Beitritt vom Tisch. „Das muss sich nicht zwangsläufig negativ auf die Beitrittsverhandlungen mit der EU auswirken“, sagt der Balkan-Experte Dr. Franz-Lothar Altmann.

    Schließlich gebe es in der EU auch Mitgliedsstaaten, die nicht in der Nato seien, so wie Schweden und Finnland. Andersrum ist Norwegen NATO-Mitglied, jedoch nicht in der EU. Dies würde sich nicht unbedingt ausschließen, so der Balkanexperte. Probleme sieht er jedoch, wenn es um Fragen der einheitlichen Außenpolitik der EU gehe. So sagt Altmann zur Rolle Serbiens, in der Frage der Russlandsanktionen: „Da erwartet man eben schon, dass alle Mitglieder hier eine gemeinsame Linie vertreten. Aber, das muss man, wie gesagt, auch von der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik trennen.“

    Serbien habe sich bisher zurückgehalten und sich nicht nur gegen die Sanktionen gestellt, sondern gleichzeitig auch angekündigt, es würde gerne diese entstandene Lücke schließen. Indem es Lieferschwierigkeiten und Engpässe ausnutzen wolle. In der EU habe das natürlich zu ziemlichen Irritationen geführt, so Altmann.

    Zur Rolle Serbiens in der Ukraine-Krise sagt Altmann: „Serbien hat ja in diesem Fall zunächst mal eine Haltung eingenommen, wo es sich eher auf die Seite der EU gestellt hat, es hat nämlich die Annektierung, so wie das die EU sieht, verurteilt." Trotzdem habe sich Serbien dann wieder zwischen den Lagern wiedergefunden, da es auf der einen Seite die Sanktionen nicht unterstütze, auf der anderen Seite schon aus seiner eigenen Geschichte heraus, die Loslösung der Krim nicht tolerieren könne.

    So sagt Altmann: „Ich denke auf Dauer wird Serbien schon Schwierigkeiten haben. Wenn es zu den Abstimmungen in den EU-Parlamenten kommt, kann ich mir schon vorstellen, dass da in einigen Parlamenten kritische Stimmen laut werden, so dass sich die Ratifizierung vielleicht länger hinziehen könnte."

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    EU, NATO, Franz-Lothar Altmann, Serbien, Ukraine, Schweden, Finnland, Krim