23:34 20 November 2019
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    NATO-Großmanöver Rapid Trident

    Schneller Dreizack und braune Wolfsangel

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    Was für ein Timing! Kurz vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe eskalieren Kiews Truppen wieder die Kämpfe im Donbass. Im Westen der Ukraine proben derweil die Faschisten vom »Rechten Sektor« den Aufstand. Und die NATO? Die provoziert mit einem Großmanöver unter Führung der USA ein weiteres Mal den Nachbarn Russland.

    An diesem Dienstag will die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk unter Vermittlung der OSZE die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Friedensplans für die umkämpfte Region Donbass beraten. Die Friedensbemühungen in der  weißrussischen Hauptstadt werden begleitet vom NATO-Großmanöver »Rapid Trident« (Schneller Dreizack) in der Westukraine.

    Auf dem Truppenübungsplatz Jaworiw bei Lwiw demonstrieren bis Ende Juli 1.800 Soldaten aus insgesamt 18 Ländern mit schwerem Militärgerät ihre Fähigkeit zur Kriegführung. Die USA stellen mit 500 Soldaten das größte Kontingent aus NATO-Staaten. Zum Vergleich: Die Bundeswehr stellt fünf Offiziere für den Stab der Einsatzleitung ab.

    Auch die Nachbarländer Russlands, Aserbaidschan und Georgien, sowie Moldawien kommandieren Soldaten für das Manöver unter US-Kommando ab. Von den 800 Mann des Nicht-NATO-Mitglieds Ukraine, die beim »Schnellen Dreizack« mitkämpfen, sollen viele »Erfahrungen« bei der Aufstandsbekämpfung im Donbass gemacht haben.

    Das russische Außenamt wirft dem Westen zu Recht vor, mit dem internationalen Militärmanöver die Lage der Ukraine nicht gerade zu stabilisieren. Die NATO sehe nicht »die möglichen explosiven Folgen« ihres »provokativen Kurses«. Die Kriegsübung »Rapid Trident« wird seit 1995 veranstaltet – doch im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der teilnehmenden Soldaten um 50 Prozent gesteigert worden.

    Wenn die NATO-Staaten tatsächlich etwas zum Frieden in der Ukraine und in der Welt beitragen wollten, dann müssten sie zuerst einmal die faschistischen Gruppen, die im Zuge des Maidan-Putsches im Februar 2014 aufgepäppelt wurden, wieder in ihre Schranken weisen. Denn bevor die NATO unweit des früheren Lemberg ihren »Schnellen Dreizack«  aufblitzen lasst, haben die braunen Milizen des »Rechten Sektor«, Verbündete des berüchtigten »Asow«-Bataillons mit den bei deutschen Neonazis beliebten Symbolen Wolfsangel und Sonnenrad, gar nicht weit entfernt ihr Unwesen getrieben. Nach der braunen Provokation in den Karpaten haben selbst ARD und ZDF die Existenz von Faschisten in der Ukraine nicht mehr leugnen können.

    Während Grüne und Heinrich-Böll-Stiftung bis heute von Nazis bei den Kiewer Aufständen vor 18 Monaten nichts wissen wollen, räumt immerhin der Spiegel schon einmal ein, dass der »Rechte Sektor« (»Sammelbecken ukrainischer Nationalisten«) 2014 »eine der treibenden Kräfte der Maidan-Revolution« war. Jetzt probten die »Ultra-Nationalisten« den »Aufstand gegen Kiew«, so das Hamburger Magazin. Die Gruppierung um Dmitri Jarosch habe im Internet ein Manifest veröffentlicht, das einer »Kriegserklärung an die Staatsmacht« gleichkomme. Eine Kolonne der »Nationalistengarde« habe, bewaffnet mit Maschinenpistolen, Granatwerfern und einem auf einem Pick-Up installierten schweren Maschinengewehr, einen Kontrollposten der Polizei attackiert.

    Die Sicherheitskräfte und die Kiewer Regierung um Präsident Petro Poroschenko werden als» Besatzungsregime« bezeichnet. Auf der Webseite des »Rechten Sektor« heißt es weiter in feinstem Nazisprech: Nach der Maidan-Revolution sei es nicht gelungen, »die Sache zu Ende zu führen und die Volksrebellion zu einer echten nationalen Revolution« zu machen. Schuld daran trage die Führung, »jene, die durch das Blut des Volkes an die Macht kamen«.

    Und woher hat die braune Truppe ihr Kriegsgerät zum Terrorisieren der Bevölkerung, jetzt im Westen? »Die ukrainische Regierung hatte Freiwilligenbataillone wie die des ›Rechten Sektors‹ für den Krieg im Donbass mit Waffen ausgerüstet, heißt es beim Spiegel kleinlaut. »Nun fordern die Nationalisten aber die Staatsmacht selbst heraus.“ Schon vor einem Jahr hat ihr »Führer« Jarosch getönt: »Unsere Revolution ist noch nicht vorbei.«

    Tatsächlich planen die willigen Helfer des Westens beim Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch weitere Aufmärsche gegen die NATO-gestützte Führung in Kiew. Wollen USA und NATO den braunen Geist wieder in die Flasche bekommen?

    * Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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    Tags:
    Maidan, Manöver, Rapid Trident/Saber Gardian-2015, Heinrich-Böll-Stiftung, Bataillon Asow, Bundeswehr, OSZE, Rechter Sektor, Petro Poroschenko, Dmitri Jarosch, Jaworiw, Russland, USA, Ukraine, Kontaktgruppe