15:32 20 Juni 2018
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    Alvaro Gil-Robles sieht Schuld für Soldatenschikanen bei Offizieren

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Alvaro Gil-Robles, ist überzeugt, dass das Offizierskorps die Schuld an den Misshandlungen von Soldaten in der Armee trägt.

    In einem Pressegespräch nach seinem Treffen mit dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche, Alexi II., stellte Gil-Robles fest, dass die Verantwortung für den Kampf gegen vorschriftswidriges Verhalten nicht an religiöse Würdenträger weitergereicht werden dürfe.

    "Die Verantwortung liegt bei den Befehlshabern. Wenn ein Offizier nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen, dann gehört er vor ein Gericht", stellte er klar.

    "Es ist erforderlich, dass die Kommandeure durchgreifen, um den Schikanen ein Ende zu setzen. Die Maßnahmen müssen drastisch sein und konsequent durchgesetzt werden", empfahl Gil-Robles.

    Er verhehlte nicht, dass die Frage der Soldatenschikanen einst auch in seinem Heimatland Spanien sehr massiv bestanden habe. "In Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium und der Militärstaatsanwaltschaft haben wir ein sehr strenges Programm zu Papier gebracht. Offiziere, die die Situation nicht unter Kontrolle hatten, und Soldaten, die sich Verstöße gegen die Dienstvorschriften schuldig gemacht haben, kamen vors Gericht", berichtete Gil-Robles. Inzwischen gebe es das Problem der Soldatenschikanen in Spanien nicht mehr.

    Was die Rolle der Kirche angehe, so der Menschenrechtskommissar, gebe es in vielen Ländern Europas das Institut der Militärseelsorger, und das sei eine übliche Praxis. Und dennoch unterstrich er eindringlich, dass "die Militärgeistlichen für unterschiedliche Religionen stehen müssen, voll und ganz im Einklang mit der konfessionellen Zugehörigkeit der Soldaten und Offiziere".

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