13:00 22 Juli 2018
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    "Nesawissimaja Gaseta": Russland wird erneut in ein strategisches Wettrüsten verwickelt

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    MOSKAU, 26. Mai (RIA Novosti). Die Epoche des Abbaus der strategischen Rüstungen wird offenbar von einem Wettrüsten in diesem Bereich abgelöst, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Sobald sich die Beziehungen abkühlen, verringert sich auch die Wirksamkeit der Abkommen, und zwar in einer geometrischen Proportion zur Verringerung des Vertrauens. Sofort erklingt wieder militante Rhetorik, während die Ausgaben für den Erwerb der strategischen Rüstungen radikal steigen.

    15 Jahren nach Abschluss des Kalten Krieges stehen die beiden Großmächte wieder vor einer Abkühlung der Beziehungen. Sowohl die USA als auch Russland bauen Muskeln auf. Dabei entfällt auf die USA nicht nur die Hälfte der globalen Verteidigungsausgaben, die Amerikaner gehen damit auch sparsamer um.

    So bauen die Amerikaner nur U-Boote vom Typ Virginia, zugleich wird die Einsatzfähigkeit der Raketen-U-Boote vom Typ Ohio verlängert. In Russland aber werden Kampfschiffe unterschiedlicher Typen gebaut. Die fehlende Vereinheitlichung macht nicht nur den Bau, sondern auch die Wartung der Schiffe teurer.

    Die strategischen Langstrecken-Bomber vom Typ Tu-160 stehen auf dem Boden sinnlos herum. Selten steigen sie zu Übungsflügen in die Luft. Ein jeder Flug kostet etliche Millionen Rubel. Heute haben die Luftstreitkräfte 14 davon, bald werden es 16 sein. Aber auch wenn es 100 gäbe, niemand würde sie mit Kernwaffen an Bord auf Streifenflüge schicken. Geld für Produktion und Betrieb dieser Maschinen wird aber weiter ausgegeben.

    Viel wird über die Rakete des Typs "Bulawa" gesagt, die sowohl zu Lande als auch auf See dienen soll. Für diese, noch gar nicht existierende Rakete werden U-Boote der Klasse "Borej" gebaut. Danach werden die unterirdisch stationierten Raketen vom Typ UR-100N UTTH von "Bulawas" ersetzt, obgleich die Lebenszeit der Raketen noch um 15 Jahre verlängert werden könnte, während ihre Produktion längst funktioniert.

    In den 70er und 80er Jahren wurde der UdSSR ein Wettrüsten aufgezwungen, das die Wirtschaft des Landes untergraben und zu dessen Zerfall geführt hat. Als Erbe hinterließ es allerdings einen kolossalen militärisch-industriellen Komplex, der Rüstungsaufträge verlangt. In der Form vertikal integrierter Strukturen (Holdings) werden in Russland Monopolkonzerne gegründet, die ihre Finanzinteressen aktiv lobbyieren. Vorerst beschränkt sich ihr Appetit auf 2,7 Prozent des BIP, die für die nationale Verteidigung bestimmt sind. Bald aber wird ihnen das nicht mehr reichen.

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