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    "Nesawissimaja Gaseta": Neue Militärdoktrin entsteht in Russland

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    MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). 2007 wird die Russische Föderation eine neue Militärdoktrin bekommen. Eine Arbeitskommission, zu der Offiziere des Generalstabs und Mitarbeiter des Sicherheitsrates gehören, beschäftigt sich still und heimlich damit, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    "Die bisherigen Doktrinen von 1993 und 2002 waren für die militärische Sicherheit Russlands in der Übergangszeit aktuell", sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums, der nicht genannt werden wollte. "Nun ist die Zeit für eine neue Militärideologie, auf deren Grundlage militärische Bedrohungen für Russland festgelegt werden und exakt definiert wird, wer unser Verbündeter und wer unser Feind ist und in welcher Situation. Nur wenn man das weiß, können das Land und die Streitkräfte auf die Abwehr einer möglichen Aggression vorbereitet werden."

    Die Mängel der Grundlagen der russischen Militärdoktrin 1993 zogen die Tragödien der beiden Tschetschenien-Kampagnen sowie eine Zerrüttung der Armee unter der Losung einer Militärreform nach sich. Die Doktrin von 2002 besagt nicht, wer Russlands Verbündeter in verschiedenen Kriegen wird und gegen wen diese Militärbündnisse gerichtet werden. Der größte Mangel der Doktrin besteht aber darin, dass der Vorrang der Politik gegenüber der Militärstrategie nicht eingehalten und dass dem Antiterror-Kampf zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

    Doktor der Philosophie und Generalmajor Juri Kirschin ist der Auffassung, dass es besonders wichtig sei, konkrete Verbündete des Landes bei verschiedenen Arten von Kriegen zu nennen. "Dies ist umso wichtiger als Russland in bestimmten Arten von Kriegen gemeinsam mit diesem oder jenem Staat agieren kann, der bei anderen Kriegsarten zur anderen Seite der Barrikade stehen könnte."

    Das bedeutet, dass Russland an einer gemeinsamen Militäraktion mit den USA und der Nato beispielsweise an einem Krieg gegen den internationalen Terrorismus oder eine nicht adäquate Diktatur, die die Welt mit Massenvernichtungswaffen bedroht, teilnehmen könnte. Zugleich könnten die USA und ihre Nato-Verbündeten zu Russlands Gegnern in einem Krieg um eine globale Umgestaltung der Welt werden. Für diesen Fall muss festgelegt werden, mit welchen demokratischen, autoritären oder sogar totalitären Regimes Russland ein Bündnis schließen würde.

    Die Militärdoktrin muss den Vorrang der nationalen Interessen Russlands verteidigen und dabei Pragmatismus, Legitimität und Moral miteinander kombinieren, betont General Kirschin.

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