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    Hohe Rüstungsausgaben im postsowjetischen Zentralasien

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    MOSKAU, 24. Januar (RIA Novosti). Die ehemaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken haben ihre Militäretats in diesem Jahr kräftig nach oben geschraubt.

    Während das Bruttoinlandsprodukt dieser Staaten im laufenden Jahr im Schnitt um neun bis zehn Prozent wachsen soll, werden die Militärausgaben um durchschnittlich 48 Prozent erhöht, berichtet die Nachrichtenagentur Fergana.ru.

    Der diesjährige Militäretat Kasachstans ist mit 1,22 Milliarden US-Dollar doppelt so hoch wie 2006. Seit der Unabhängigkeit dieses Staates überschritten seine Militärausgaben erstmals die Milliardenmarke. Kasachstan rüstet seine Armee, die bereits zu 70 Prozent aus Berufssoldaten besteht, intensiv mit neuen Waffen aus und baut eine Kriegsflotte am Kaspischen Meer auf. Obwohl der kasachische Militäretat am schnellsten im ganzen postsowjetischen Raum wächst, beträgt er lediglich 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

    Von allen ehemaligen Sowjetrepubliken hat Usbekistan die höchsten Militärausgaben in Relation zum BIP. In diesem Jahr will die Regierung in Taschkent 902,4 Millionen US-Dollar (4,8 Prozent des BIP) für die Verteidigung ausgeben. (Im postsowjetischen Raum folgt Usbekistan der südkaukasische Staat Aserbaidschan mit 4,5 Prozent des BIP.) Das usbekische BIP beträgt 20 Prozent des kasachischen, bei den Militärausgaben beträgt das Verhältnis 8 zu 10.

    Analytiker führen die hohen militärischen Ausgaben von Usbekistan auf die schwierige sozialpolitische Lage in diesem Land zurück. Die Behörden befürchten eine Wiederholung der Ereignisse von Mai 2005 (Laut offiziellen Angaben wurden damals in der usbekischen Region Andischan mehrere Terroranschläge verübt, bei denen 176 Menschen getötet und 295 weitere verletzt wurden. Die Regierung machte die internationalen Terror-Organisationen „Islamische Bewegung von Turkestan“ und „Hizb ut-Tahrir“ für die Gewalttaten verantwortlich.)

    Turkmenien rangiert gemessen an seinem Militäretat an dritter Stelle im postsowjetischen Zentralasien. Im Vergleich zu 2006 stiegen seine Militärausgaben um 37 Prozent auf 116 Millionen Dollar. Die gesamten Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben dieser Republik schätzen die Experten auf 500 bis 600 Millionen Dollar im Jahr.

    Tadschikistan und Kirgisien geben relativ wenig für die Verteidigung aus: 52,2 bzw. 40,4 Millionen Dollar. Das macht jeweils 1,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts aus. Die Streitkräfte und Sicherheitsbehörden dieser beiden Republiken werden zudem mit russischer Hilfe finanziert. Außerdem sind in diesen Staaten russische Truppen stationiert.

    Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisien sind neben Russland, Weißrussland und Armenien Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).