23:47 23 September 2017
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    Warschau und Prag zerstören Sicherheitsstruktur Europas - „Iswestija“

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    MOSKAU, 27. März (RIA Novosti). Die Staatschefs von Polen und Tschechien haben sowohl ihre EU-Partner, als auch Russland, aber auch die Bevölkerung in ihren eigenen Staaten in eine prekäre Situation gebracht, schreibt Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Auswärtiges, am Dienstag in der „Iswestija“.

    Denn sie haben unüberlegt das große NATO-Geheimnis ausgeplaudert: Das Hauptziel der geplanten Stationierung der Raketenabwehr sind weder Schurkenstaaten noch Terroristen.

    Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg sagte nach der Rede des russischen Präsidenten in München: Moskaus Reaktion auf die in Aussicht genommene Stationierung von Teilen der Raketenabwehr in Osteuropa erkläre deutlich die Aktivität der Allianz im Osten. Noch offener äußerte sich der polnische Premier Jaroslaw Kaczynski: Das US-Raketenabwehrsystem würde Polen helfen, der Einflusssphäre Russlands zu entfliehen. Gewählt wurde ein recht merkwürdiger Weg dazu, denn Russland hat natürlich daraufhin erklärt, es müsse nun einen Teil seiner Raketen auf die neuen Objekte richten, die seine Sicherheit gefährden.

    Die Brüder Kaczynski sehen dabei ihre Aufgabe nicht darin, sich dem Einfluss des großen Nachbarn im Osten zu entziehen - dies ist längst geschehen, und zwar nach gegenseitigem Einvernehmen und zur gegenseitigen Zufriedenheit. Die Aufgabe besteht paradoxerweise eher darin, Russland gerade zu einem Objekt des Einflusses und der Realisierung der Interessen Polens zu machen.

    Darauf zielen die Versuche Warschaus ab, die Ostpolitik der EU unter eigene Kontrolle zu stellen und auf Konfrontation zu gehen. Dies offenbart auch die Erklärung für das Torpedieren des Ostseepipeline-Projekts, das unnötig gewesen wäre, hätte sich Polen als ein zuverlässiges Transitland bewährt.

    Verständlich sind auch die Aktivitäten in Bezug auf die Ukraine und Weißrussland: Bei einer Konfrontation mit Moskau würden die historischen Fehden der Polen mit den ukrainischen Nationalisten in den Hintergrund rücken. Das Gleiche betrifft auch die Bemühungen, Groß-Europa zur Regelung der bilateralen Handelsprobleme Polens mit Russland zu mobilisieren.

    In der entstandenen Situation ist es sinnlos, das Problem mit Prag und Warschau zu behandeln. Dies muss in erster Linie eine Angelegenheit für Europa selbst sein, wo die Hauptstädte sich dessen nicht völlig bewusst sind, dass ihre historischen Komplexe und separaten Spiele mit Washington die entstandene Sicherheitsstruktur auf dem Kontinent zu zerstören drohen.