00:23 26 September 2017
SNA Radio
    Militär

    Internationale Abrüstung stockt - Moskau macht Washington verantwortlich

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    Die ablehnende Haltung der USA gegenüber internationalen Abrüstungsverträgen hat in den vergangenen Jahren den Abrüstungsprozess in der Welt in den Hintergrund gedrängt.

    MOSKAU, 27. März (RIA Novosti). Die ablehnende Haltung der USA gegenüber internationalen Abrüstungsverträgen hat in den vergangenen Jahren den Abrüstungsprozess in der Welt in den Hintergrund gedrängt.

    Das geht aus der jüngsten außenpolitischen Übersicht des russischen Außenministeriums hervor.

    „Der Vertrag über das umfassende Verbot von Atomtests (CTBT) liegt auf Eis, weil sich die USA weigern, ihn zu ratifizieren.“ Auch die neue US-Weltraumdoktrin, die Stationierung von Waffen im All gestattet, erregt bei Moskau Besorgnis und kann ein Wettrüsten im Weltraum provozieren, hieß es.

    Der russisch-amerikanische Vertrag über die Begrenzung der strategischen Offensivwaffen (START) läuft am 5. Dezember 2009 ab. Die Arbeit an neuen Vereinbarungen in diesem Bereich komme nur schwer voran, weil die USA offenbar keine neuen Verpflichtungen auf sich nehmen wollen.

    Auch der sowjetisch-amerikanische Vertrag über die Beseitigung von Mittel- und Kurzstreckenraketen (INF-Vertrag) erregt Besorgnis. „Die Raketen dieser beiden Klassen wurden entsprechend diesem Vertrag noch 1991 vernichtet. Bis heute hat der Vertrag jedoch keinen universellen Charakter: Immer mehr Staaten, darunter auch in der Nähe der russischen Grenzen gelegene, bauen solche Raketen“, heißt es in dem Dokument. „Unter diesen Bedingungen müssen wir an unsere eigene Sicherheit denken.“

    Außerdem ist der Abrüstungsprozess von regionalen Konflikten und der immer häufiger werdenden Gewaltanwendung bei den internationalen Angelegenheiten erschwert. Das Außenministerium in Moskau ist zudem über das wachsende Atomwaffenpotential von Weltmächten besorgt.

    „Die bestehenden Abrüstungs- und Nichtweiterverbreitungs-Mechanismen sind nicht in der Lage, auf neue Herausforderungen und Sicherheitsbedrohungen wirksam zu reagieren, auch nicht auf die Gefahr, dass Massenvernichtungswaffen in die Hände von Terroristen gelangen. Atomwaffenfähige Technologien werden immer weiter verbreitet“, heißt es in der Übersicht.

    Der Atomwaffensperrvertrag ist vor eine Herausforderung gestellt, nachdem Nordkorea ihn gekündigt und eine Atombombe getestet hat. Die atomaren Aktivitäten von Iran erregen weltweit Besorgnis. Die Atomwaffenmächte Indien und Pakistan sind nach wie vor nicht an den Atomwaffensperrvertrag gebunden. Es ist weiterhin unklar, ob Israel über Atomwaffen verfügt.

    „Viele andere Staaten denken an den Bau eigener Atomwaffen, um ihren internationalen und regionalen Status zu erhöhen. Nach Angaben des IAEO-Generaldirektors Mohammad el-Baradei haben bereits rund 30 Staaten das notwendige Potential, um Atomwaffen zu schaffen“.

    Das russische Außenministerium ruft alle Staaten zu einem kollektiven Vorgehen auf, um das Non-Proliferationsregime zu stärken und ein neues Wettrüsten zu verhindern. „Entsprechende Anstrengungen müssen sowohl auf der Ebene internationaler Organisationen wie der UNO und der Abrüstungskonferenz als auch auf bilateraler Grundlage unternommen werden.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren