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    Geheimer Krieg in der Arktis

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    MOSKAU, 29. März (RIA Novosti). Bei dem Unglück an Bord des britischen Atom-U-Bootes „Tireless“ in der Arktis sind nach offiziellen Angaben des britischen Verteidigungsministeriums zwei Matrosen getötet und einer schwer verletzt worden.

    Wäre das Unglück nicht passiert, hätte die Öffentlichkeit nie erfahren, dass die Königliche Marine und ihre US-Alliierten ein turnusmäßiges Unterwasser-Manöver im Nordpolarmeer durchführen, schreibt die militärische Fachzeitschrift „Wojenno-promyschlenny Kurjer“. Wie daraus ersichtlich ist, versucht die NATO-Flotte - wie einst im Kalten Krieg -, das Unter-Eis-Terrain in der Arktis unter Kontrolle zu nehmen.

    Mitte der 1990er Jahre hatte das Pentagon den Rückzug seiner Atom-U-Boote aus der Arktis angekündigt. Begründet wurde die Entscheidung mit dem Ende der strategischen Konfrontation zwischen Ost und West. Es ist kein Geheimnis, dass die amerikanischen U-Boote dort nach den sowjetischen Raketen-U-Booten gejagt hatten. Nun kehrt alles wieder zurück. Aber jetzt binden die USA die Briten in ihr Programm aktiv ein.

    Tireless wurde wie auch andere U-Boote der Trafalgar-Klasse speziell für Arktis-Einsätze gebaut. Nach Ende des Kalten Krieges tauchten diese U-Boote im Nahen Osten auf.

    Die Route der U-Boote kann an den Unfällen an Bord erkannt werden, die der Öffentlichkeit bekannt wurden. Am 19. Mai 2000 fiel an Bord der Tireless das Kühlsystem des Kernreaktors aus, als sich das U-Boot in der Straße von Gibraltar befand. Als Folge drang radioaktives Wasser ins Mittelmeer.

    Das nächste Mal tauchte die Tireless im April 2004 am Nordpol auf. Die Veröffentlichung dieser Angaben war offenbar eine gezielte PR-Aktion: Laut den damaligen Medienberichten tauchten die Tireless und das amerikanische U-Boot Hampton gleichzeitig wenige Meilen von einander entfernt auf, ihre Mannschaften spielten auf dem Eis Fußball. Das war ein Bestandteil eines gemeinsamen Seemanövers. Außerdem befanden sich an Bord Forschungsteams, welche nach Anzeichen des globalen Klimawandels suchten. Die britischen Forscher untersuchten die Eisstärke und die chemische Zusammensetzung von Wasser und Eis im Polargebiet - für den Fall, dass die Trafalgar-Boote in dieser Region auf Patrouillen gehen. Das ist bereits der Fall.

    Westliche Beobachter verbinden die amerikanisch-britische Seeübung mit dem russischen Raketentest vom Oktober 2006. Manche sagen sogar, dass die US-Marine mit britischer Hilfe Russland aus den Polargebieten verdrängen wolle.

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