23:28 19 Oktober 2018
SNA Radio
    Militär

    Raketenabwehr: Moskau verdächtigt Washington des Doppelspiels - „Wremja Nowostej“

    Militär
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 24. April (RIA Novosti). Zwischen Russland und den USA entfaltet sich ein mitreißendes militärpolitisches Spiel. Die US-Amerikaner tun so, als ob sie den Russen eine Zusammenarbeit beim Aufbau ihres Raketenabwehr-System anbieten. Die Russen tun so, als ob sie das Angebot annehmen. Doch zu einer richtigen Zusammenarbeit wird es kaum kommen, schreibt die russische Zeitung „Wremja Nowostej“ am Dienstag.

    Russland wendet sich strikt gegen die Aufstellung der US-Raketenabwehr an seinen Grenzen. US-Verteidigungsminister Robert Gates schlug Russland am Montag offiziell eine Zusammenarbeit vor.

    „Die Amerikaner wollen die Russen nicht in die Ecke treiben. Deshalb suchen sie eilig nach Möglichkeiten für eine Kooperation“, sagte Nikolai Slobin, Programmdirektor für Russland und Asien am Washingtoner Institut für internationale Sicherheit.

    Man muss die Amerikaner nach Gebühr beurteilen: Sie machten einen starken Zug zur Verbesserung des eigenen Images. In der öffentlichen Wahrnehmung soll das so aussehen: Russland meldete seine Besorgnis. Daraufhin boten die USA eine Partnerschaft an. Russland lehnt das Angebot ab und kritisiert die US-Pläne weiter.

    Nach Ansicht der russischen Unterhändler ist das US-Angebot auf Naive zugeschnitten: „Diese Systeme sind ohne Zweifel gegen Russland gerichtet. Das Angebot annehmen bedeutet sich selbst ein Grab schaufeln.“

    Washington behauptet, dass die neuen Stützpunkte in Europa vor unberechenbaren Staaten wie Iran schützen sollen. Doch Iran hat keine ballistischen Interkontinentalraketen, die bis Europa, geschweige denn bis in die USA reichen. Russland hingegen hat solche Raketen.

    Selbst wenn es tatsächlich eine iranische Bedrohung gäbe, dann wäre es vernünftiger, die neuen Raketenabwehrsysteme nicht in Osteuropa, sondern in der Türkei zu installieren. In diesem Fall würde Moskau gerne mit den US-Amerikanern zusammenarbeiten - vorausgesetzt, dass man die Raketenabwehr-Stützpunkte gemeinsam von Null an und als gleichberechtigte Partner aufbaut.

    Die US-Pläne stören laut Moskau das strategische Kräftegleichgewicht in Europa und provozieren ein neues Wettrüsten. „Wird keine Einigung erzielt, müssen wir als Antwortmaßnahme auch etwas aufbauen“, sagte ein informierter russischer Diplomat. „Offensivwaffen sind immer billiger als Defensivwaffen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren