09:47 17 Juli 2018
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    Raketenschild: Aserbaidschan verspricht sich Vorteile von russisch-amerikanischer Kooperation

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    Eine gemeinsame Nutzung der Radar-Anlage im aserbaidschanischen Gabala durch Russland und die USA würde auch Aserbaidschan Profite bringen.

    BAKU, 14. Juni (RIA Novosti). Eine gemeinsame Nutzung der Radar-Anlage im aserbaidschanischen Gabala durch Russland und die USA würde auch Aserbaidschan Profite bringen.

    Diese Meinung äußerte Ajdyn Mirsasade, Vizechef des Sicherheits- und Militärausschusses des aserbaidschanischen Parlaments, in einem Interview mit RIA Novosti.

    Erstens bekomme Aserbaidschan die Chance, bei der Beilegung eines internationalen Konfliktes unmittelbar mitzuwirken, sagte Mirsasade. Die geplante Aufstellung der US-Raketenabwehr in Europa habe das russisch-amerikanische Verhältnis schwer belastet und Spekulationen über einen Kalten Krieg ins Leben gerufen, erinnerte er.

    Zweitens würde die gemeinsame Radarnutzung die Lösung des Bergkarabach-Streites beschleunigen und Aserbaidschan mehr Sicherheit bringen, urteilte der Parlamentarier. Drittens würden Finanzmittel in die Region fließen, die etwa für eine Modernisierung der Radarstation, für deren reibungslose Stromversorgung und für den Bau eines modernen Kommunikations- und Straßennetzes notwendig wären.

    Nach einer möglichen Reaktion aus Iran befragt, sagte Mirsasade, dass Teheran diese Pläne nicht sofort ohne weiteres abgelehnt habe, zeuge davon, dass mit einer aggressiven Reaktion des Iran kaum zu rechnen sei. Eine Einbindung der USA könnte sogar zum Abbau der Spannungen zwischen Iran und Amerika beitragen, urteilte der aserbaidschanische Parlamentarier.

    Nach seinen Worten ist Aserbaidschan an einer gemeinsamen Nutzung der Radaranlage ohne Nachteile für dritte Länder interessiert.

    Im Streit um den Aufbau eines US-Raketenabwehrsystems in Europa hatte der russische Präsident Putin beim G8-Gipfel in Heiligendamm seinem US-Kollegen George W. Bush eine überraschende Lösung vorgeschlagen: die gemeinsame Nutzung der Radaranlage Gabala in Aserbaidschan (Südkaukasus).

    Die Radaranlage ist in der Lage, Raketenstarts in einem Umkreis von 6000 Kilometern zu orten. Mit ihrer Hilfe überwachen die russischen Weltraumtruppen seit Jahren die Starts aller Lang-, Mittel- und Kurzstreckenraketen in Asien.

    Eine gemeinsame Nutzung der Radaranlage in Aserbaidschan würde sowohl die Aufstellung der US-Raketenabwehr in Osteuropa als auch die Stationierung russischer Raketen an der Grenze zu Europa überflüssig machen. Der gemeinsame russisch-amerikanische Raketenschild würde laut Putin ganz Europa schützen.

    Zuvor hatten die USA angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen stationieren zu wollen, um sich angeblich gegen einen eventuellen Raketenüberfall der so genannten "Achse des Bösen" zu schützen. Hierzu zählt Washington vor allem Nordkorea und Iran.

    In Russland erregen die US-Pläne Besorgnis. Moskau sieht das US-Raketensystem in Osteuropa gegen sich gerichtet und hat angemessene Gegenmaßnahmen angekündigt.

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