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    Boeing baut Abfangraketen für US-Raketenschirm in Osteuropa

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    Das Pentagon hat mit dem Flugzeugbauer Boeing einen Vertrag im Wert von 80 Millionen US-Dollar zum Aufbau des europäischen Raketenschirms unterzeichnet.

    WARSCHAU, 27. Juli (RIA Novosti). Das Pentagon hat mit dem Flugzeugbauer Boeing einen Vertrag im Wert von 80 Millionen US-Dollar zum Aufbau des europäischen Raketenschirms unterzeichnet.

    Das berichtet die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf Richard Lehner, Pressesprecher der amerikanischen Raketenabwehr-Agentur.

    Boeing soll demnach zehn Abfangraketen bauen und zum US-Stützpunkt in Polen bringen. Außerdem soll der Konzern eine Radaranlage von den Marshall-Inseln nach Tschechien verlegen.

    Laut Lehner soll das US-Raketenabwehrsystem in Europa zudem mit einem mobilen Radar ausgestattet werden. Die erste US-Abfangrakete soll in Polen spätestens Anfang 2012 in Stellung gehen. Die zehnte Rakete soll dort 2013 installiert werden.

    Die Aufstellung des Raketenschirms in Polen und Tschechien wird die USA 3,5 Milliarden Dollar kosten.

    Mit dem Raketensystem in Osteuropa wollen sich die USA angeblich vor einem eventuellen Raketenüberfall der so genannten "Achse des Bösen" schützen. Hierzu zählt Washington vor allem Nordkorea und Iran. In Russland erregen die US-Pläne Besorgnis. Moskau sieht das US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa gegen sich gerichtet.

    Im Streit um die Raketenabwehr schlug der russische Präsident Putin beim G8-Gipfel in Heiligendamm seinem US-Kollegen George W. Bush eine überraschende Lösung vor: die gemeinsame Nutzung der Radaranlage Gabala in Aserbaidschan (Südkaukasus). Im Gegenzug sollten die USA auf die Aufstellung der Raketenabwehr in Europa verzichten.

    Beim jüngsten Treffen mit Bush in Kennebunkport (US-Bundesstaat Maine) schlug der russische Präsident zudem vor, neben der Radaranlage im aserbaidschanischen Gabala auch eine Raketenstart-Frühwarnstation gemeinsam zu nutzen, die derzeit in Südrussland gebaut wird. Wenn die USA zustimmten, wäre die Aufstellung des US-Radars in Tschechien und der Abfangraketen in Polen laut Putin überflüssig.

    Anfang Juli kündigte US-Außenministerin Condoleezza Rice an, dass die USA die Teile ihrer Raketenabwehr in Polen und Tschechien trotz des russischen Angebots stationieren würden.

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