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    EIL - Tschechien verschiebt Entscheidung über US-Raketenabwehr auf 2008

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    Tschechien wird bis zum Jahresende keine Entscheidung über die Aufstellung der US-Raketenabwehr auf seinem Territorium treffen.

    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Tschechien wird bis zum Jahresende keine Entscheidung über die Aufstellung der US-Raketenabwehr auf seinem Territorium treffen.

    Das versicherte der tschechische Vizeverteidigungsminister Martin Bartak am Dienstag in Moskau.

    „Die Entscheidung soll vom Parlament gefällt werden. Wir werden weiter verhandeln und die Vorschläge der Russischen Föderation zur gemeinsamen Nutzung der russischen Kapazitäten prüfen“, sagte Bartak. „Zudem werden wir die entsprechenden Verhandlungen zwischen Russland und den USA aufmerksam beobachten.“

    Am Dienstag verhandelte Bartak in Moskau mit Russlands Generalstabschef Juri Balujewski. Dieser rief Tschechien auf, bis Oktober-November 2008 keine endgültige Entscheidung über die Raketenabwehr zu treffen. Diese Frist sei mit den bevorstehenden Wahlen in den USA verbunden, erläuterte Balujewski.

    Die USA wollen eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen in Stellung bringen, um sich angeblich vor einem eventuellen Raketenüberfall der so genannten "Achse des Bösen" schützen. Hierzu zählt Washington vor allem Nordkorea und Iran. In Russland erregen die US-Pläne Besorgnis. Moskau sieht das US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa gegen sich gerichtet.

    Im Streit um die Raketenabwehr schlug der russische Präsident Putin beim G8-Gipfel in Heiligendamm seinem US-Amtskollegen George W. Bush eine überraschende Lösung vor: die gemeinsame Nutzung der Radaranlage Gabala in Aserbaidschan (Südkaukasus). Im Gegenzug sollen die USA auf die Aufstellung der Raketenabwehr in Europa verzichten.

    Beim jüngsten Treffen mit Bush in Kennebunkport (US-Bundesstaat Maine) schlug der russische Präsident zudem vor, neben der Radaranlage im aserbaidschanischen Gabala auch eine Raketenstart-Frühwarnstation gemeinsam zu nutzen, die derzeit im südrussischen Armawir gebaut wird. Wenn die USA zustimmen, ist die Aufstellung des US-Radars in Tschechien und der Abfangraketen in Polen laut Putin überflüssig.

    Anfang Juli kündigte US-Außenministerin Condoleezza Rice an, dass die USA die Teile ihrer Raketenabwehr in Polen und Tschechien trotz des russischen Angebots stationieren würden.

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