04:31 22 September 2017
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    Weltweiter Handel mit Schusswaffen gerät außer Kontrolle - „RBC daily“

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    MOSKAU, 30. August (RIA Novosti). Der weltweite Waffenhandel hat katastrophale Ausmaße erreicht: Jeder siebente Erdenbürger hat eine Schützenwaffe.

    Darum geht es in einem Bericht des Genfer Hochschulinstituts für internationale Studien (HEI), der am Dienstag veröffentlicht wurde. Nach Meinung der Autoren könnte der Abschluss eines internationalen Vertrages über den Waffenhandel die Situation ändern. Die russische Internet-Zeitung „RBC daily“ befragte dazu Experten, nach deren Ansicht es praktisch unmöglich ist, den zunehmenden Handel zu stoppen.

    Die USA haben die größte Menge an Waffen: Allein in den Händen der Bürger befinden sich 270 Millionen Schützenwaffen. Insgesamt kommen 35 bis 50 Prozent der Weltwaffenvorräte auf die Vereinigten Staaten. Bei den relativen Zahlen sind die USA ebenfalls an der Spitze: 90 Stück je 100 Einwohner. Ferner folgen Jemen (61), Finnland (56), die Schweiz (46) und der Irak (39). Russland mit neun Stück je 100 Einwohner nimmt den 24. Platz ein. Insgesamt nahm der Umfang von Schützenwaffen nach Angaben des Hochschulinstituts für internationale Studien in den fünf Jahren um 36 Prozent von 640 Millionen auf 875 Millionen Stück zu.

    Laut Patrick Cronin, Experte des Instituts für strategische Studien in London, ist die Überfluss an Schützenwaffen eine dunkle Kehrseite der Globalisierung. „Wenn Sie den Zugang zu jedem neuralgischen Punkt des Planeten oder einfach zu einem Staat mit schwacher Regierung haben, so können Sie als Lieferant ohne Probleme jegliche Menge von Waffen abbuchen“, sagte der Experte.

    Laut Bericht kann man den unkontrollierten Waffenhandel mit Hilfe der UNO eindämmen. „Im Dezember 2006 stimmten die meisten UN-Staaten für den Beginn eines Prozesses, der zum Abschluss eines rechtlich verpflichtenden internationalen Vertrages über den Waffenhandel führen kann. Heute wurde die Kontrolle über Waffenlieferungen zu einer Priorität in der UN-Agenda“, heißt es im Bericht.

    „Möglich sind die Unterzeichnung verschiedener Abkommen über Waffenhandel und deren Transport zwischen den UN-Mitgliedsländern sowie Vereinbarungen über Waffenproduktion. Aber der internationale Vertrag über den Waffenhandel wird nicht irgendwie den Umfang des Waffenhandels limitieren können“, sagte Siemon Wezeman, Experte des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI), in einem Gespräch mit „RBC daily“. „Es ist unmöglich, sich vorzustellen, dass Russland, China und die USA plötzlich einwilligen, ihre Waffen an jemanden nicht zu verkaufen.“ Folglich wird der Vormarsch von Schützenwaffen durch die Welt in der nächsten Zeit kaum enden.